Aleister Crowley | Die Egoisten
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Die Überheblichkeit der Magier


Zumindest in Analogie zu den cäsarischen Wahnbildern und vollkommen überzogenen Selbstwahrnehmungen kommt es, laut Ulla von Bernus (in Flensburger Hefte 13, "Hexen New Age Okkultismus") bei "mausgrauen Magiern" häufig zu irrationalen seelischen Besetzungen: Man kann bei ihnen "eine ungeheure Todesangst" wahrnehmen. "Viele haben eine irrsinnige Todesangst. Ich kenne diese Todesangst direkt aus Zusammenkünften mit diesen Magiern. Auch Aleister Crowley hatte ungeheure Todesangst". Da kann "bei diesen Menschen irgendetwas nicht stimmen".

Crowley, der "ein schwarzer Magier gewesen ist" (eben das bezweifelt der Magier Olaf Thorbrügge), betrieb merkwürdige Praktiken. Er war einer, der zwischen "schwarz und tiefgrau hin- und herpendelte". Er hatte diese spezielle "Überheblichkeit von Magiern", er "wollte sich zu dem Herrn der Welt emporschwingen". So überschätzte er seine okkulten Fähigkeiten, indem er in chaotischen Kulten versuchte, Erdgeister; Naturkräfte wie "Pan" zu beschwören. Als er das mit einem Freund zusammen zurückgezogen versuchte, wurde es nach einer Nacht den Gefährten der Beiden unheimlich. Sie fanden den Freund "tot und Crowley saß in der Ecke und war verblödet. Seitdem ging es mit Aleister Crowley abwärts. Er nahm derartig große Mengen Rauschgift zu sich, dass davon zehn Menschen hätten sterben können. Er hat dieses Rauschgift allerdings verkraftet." Auch Gregor Eisenhauer zeichnet kein schmeichelhaftes Bild von Crowley, dem berühmtesten schwarzen Magier der Neuzeit, dem Popstar, dem Froschkreuziger, der höhnisch empfahl, Frösche auf den Namen Christi zu taufen, zu kreuzigen und zu verspeisen.


Der Kreuzritter der scharlachroten Frau


Geboren wurde Crowley am 12.10. 1875 in Leamington bei Stratford-on-Avon. Deshalb hat er sich später natürlich mit Shakespeare verglichen. Seine Eltern waren wohlhabend und in einem bigotten Sinne fromm. Crowley wurde mit puritanischer Enge und Strenge erzogen. Er fantasierte sich schon als Kind in die Welt der Apokalypse des Johannes hinein und sah sich, ganz im Sinne seiner Eltern, als Kreuzritter des Herrn. Allerdings soll er die biblische Vorstellungswelt mit Eintritt in die Pubertät zusehends in Fantasien um die großen Sünderinnen umgebogen haben. Er träumte von der großen Buhlerin, der scharlachroten Frau.

Diese Welt, gewoben aus erotischen Fantasien und einer pseudoreligiösen Symbolik, sollte ihn sein ganzes Leben über begleiten. Bald sah er sich weniger als "Ritter des Herrn", sondern als Ritter der scharlachroten Frau, als Ritter im Namen der Bestie 666. Nach dem Tod seines Vaters, dem Herauswurf aus der frommen Schule und einer ersten sexuellen Eskapade im Dienstmädchenzimmer und mit einem Mitschüler ließ ihm die Mutter resignierend freien Lauf. Er praktizierte bereits in der Jugend unappetitliche Experimente "im Interesse der Wissenschaft", indem er Katzen vergiftete, erstach, erschlug, ertränkte, verbrannte.


Sich willentlich unsichtbar machen

Mit 20 trat er als Student der Geisteswissenschaften im Cambridge an. Er erwies sich als ausgezeichneter Bergsteiger und übte sich im Dichten. Als sein Lebensziel definierte er, "das Universum zu dem Zustand trunkener Unschuld und spiritueller Sinnlichkeit" zu erlösen. Er wurde von einem Bergsteigerkumpan in den "Golden Dawn"- Kult eingeführt, einer dieser nach- rosenkreuzerischen und und nach-freimaurerischen Geheimbünde. Crowley assimilierte das darin erlebte kultische und rituelle Leben sehr schnell und gründete in London eigene "Tempelräume" (in einem Zweizimmer-Appartement), um dort magische Rituale zu vollziehen. Beim Versuch, einem Skelett Leben einzuhauchen, scheiterte er aber nachhaltig.

Crowley experimentierte, da sich ihm spirituelle Fortschritte nicht rasch genug einstellten, bald mit den Drogen seiner Zeit: Mit Opium, Kokain und Haschisch. Etwa um 1900 zog Crowley von der Stadt fort in einen schottischen Ort nahe Loch Ness. Das hatte –neben der hochwillkommenen dunklen Aura der Gegend- auch Ursache darin, dass die Polizei ihn wegen verschiedener Delikte gerne verhört hätte. Deshalb zog er kurzer Dinge nach Mexiko-Stadt, um dort seine magischen Fähigkeiten zu vertiefen. Er war der Auffassung, es sei ihm gelungen, sich willentlich unsichtbar zu machen.

Seine dauernden Prostituiertenbekanntschaften hatten ihn bereits mit Syphilis angesteckt, was er für "begrüßenswert" hielt, um die "Pflege des individuellen Genius" zu fördern. Er reiste im Land umher und bestieg den Popocatepetl. Er war der Meinung, mit seinen magischen Fähigkeiten bereits weit gekommen zu sein.
In der Folgezeit kam er nach Japan und Indien. Er versuchte den 8611 Meter hohen K2 zu besteigen, was eine bergsteigerische Meisterleistung gewesen wäre. Crowley scheiterte aber –war in sonstigen Biografien gelegentlich verschwiegen wird- an den gnadenlosen Kapriolen des Wetters und den Schneestürmen, an der eigenen Ungeduld und Schneeblindheit und einer bei ihm ausbrechenden Malaria.

Nach seiner Heimkehr über Ägypten und Frankreich musste er feststellen, dass die heimischen Logenmitglieder ihn keinesfalls als den großartigen Meistermagier anerkannten, als der er sich sah. So betrieb Crowley weiterhin seine eigenen Mysterien und lernte beim Leben in der Pariser Boheme zahlreiche einflussreiche Künstler und Schriftsteller kennen.
Crowley machte sich an die Schwester eines Studienfreundes heran und brannte, obwohl sie ihrem Verlobten "die Ehe versprochen" (eigentlich hatte sie in Wahrheit schon zweien gleichzeitig alles mögliche versprochen) hatte, mit ihr durch. Oder sie brannte mit ihm durch. Sie hieß Rose Kelly. Beide reisten nach Ägypten. Dort ließen sie sich in die Pharaonengruft der großen Pyramide einschließen, um sexualmagisch tätig die Nacht zu verbringen. Sie beschlossen, in Kairo zu leben.


Crowleys Gesetz


Crowley verbrauchte bereits jetzt große Mengen Drogen. Er meinte, er habe den Teufel beschworen, der ihm erschien und ihm den Auftrag gab: "Zertrete die Verdammten und Schwachen". Das sei das Gesetz der Starken. Bei dieser Gelegenheit enthüllte Luzifer Crowley –wie dieser meinte- auch das Gesetz des Tu-was-du-willst. Dieses meint nämlich: "Mich" – nämlich Luzifer - "zu ehren, sollst du Wein und fremde Drogen nehmen (..) Sei stark, Mensch, und voller Lust ! Genieße alles Sinnliche und Wollüstige". Das "Zertreten" derer, die im Wege stehen und ein Leben jenseits jeglicher Sozialität sei die beste Voraussetzung, dem luziferischen Geist ein guter Schüler zu sein. Das Tu -was- du- willst ist daher das Credo des schwarzmagischen Schülers.
Diese Erlebnisse und Empfehlungen wünschte Crowley nun in Schottland in die Tat umzusetzen. Er zog sich aber zunächst zurück, um das Erlebte in Gedichtform zu packen. 1905 ging Crowley eine neuerliche Expedition im Himalaja an. Sie scheiterte schon deshalb, weil er die eingeborenen Träger dazu zwingen wollte, barfuss bergzusteigen. Außerdem zerstritt er sich mit allen anderen Teilnehmern. Vier Expeditionsmitglieder kamen in einer Lawine um. Crowley erlangte in diesen Kreisen durch seine kaltschnäuzige Weigerung, ihnen zu Hilfe zu kommen, eine gewisse Berühmtheit. Er würde nie wieder Menschen finden, die sich mit ihm auf eine solche Unternehmung eingelassen hätten. Seine alpinen Ambitionen waren damit begraben.


Tanzgirlnummern


Mit 30 saß er gescheitert im Himalaja, wo ihn seine dauernden Niederlagen wurmten. Er langweilte sich und äußerte, er wünsche "Blasphemie, Mord, Vergewaltigung, Revolution, irgend etwas". Er tröstete sich im Beisein seiner Frau mit bisexuellen Spielen und Prostituierten. In Kalkutta behauptete er, einen zweifachen Mord oder Totschlag gegenüber Räubern ausgeführt zu haben. Wahrscheinlich hat er auch hier wieder einmal mystifiziert und im Sinne der magischen Stimulation übertrieben. Die Behörden ermittelten jedenfalls – Crowley floh, mit seiner Frau, die inzwischen ein Kind bekommen hatte, nach China. Er verließ seine Familie und reiste nach New York. Seine Tochter starb in seiner Abwesenheit, was ihn unberührt ließ. Nach ihrer Rückkehr nach England gebar Rose eine zweite Tochter. Einige Gönner begannen von Crowley abzurücken, weil sie im Umgang mit ihm bemängelten, er meine, er sei "der Allmächtige Gott und ich ein Stück Scheiße".

Aber Crowley sah gut aus, war auf schicke Weise gewissenlos und exzentrisch und gründete neue Orden. An frischen Jüngern war kein Mangel. Neben seinen magischen Ritualen fand er großen Zulauf durch seine Einführung des Gruppensex. Die Erlebnisse der Jünger steigerte er durch ständigen Einsatz von Drogen.
Während seine Frau als Alkoholikerin dahinzuvegetieren begann und 1909 dauerhaft in eine psychiatrische Klinik eingewiesen wurde, experimentierte Crowley erstmalig mit Heroin. Dies war die Droge, die ihm, wie er meinte, den spirituellen Durchbruch brachte.

Mit einer neuen Muse, die ihm als magisches Medium diente, reiste Crowley als Popstar durch ganz Europa, von Hotel zu Hotel. Sein skandalöser Ruf eilte ihm voran und verschaffte ihm ein großes Publikum. Sein Medium und Geliebte Mary befahl ihm in einer Seance, nun endlich das Lehrbuch der Magie zu schreiben. Das nahm er sich vor. 1913 agierte er aber auch als Impresario, unter anderem für eine Tournee der "Ragged Ragtime Girls" in Moskau. Wie immer war das von ihm geplante Unternehmen ein organisatorisches Desaster. Er lernte aber eine sadomasochistisch veranlagte neue Geliebte, eine junge Ungarin, kennen und tröstete sich mit ihr über das erneute Scheitern.


O.T.O. und andere Verkleidungen


1912 stritt Crowley mit Theodor Reuss um die gegenseitige Positionierung innerhalb des "Templer"ordens O.T.O. Crowley wurde Mitglied und erhielt, um ihn zu ehren, eine eigens für ihn geschaffene Rangstufe. Angeblich vermengte Crowley in die zeremoniellen Akte, in denen er Pan und Hermes heraufbeschwor, nun vorrangig homoerotische Komponenten. Ob Crowley selbst noch wusste, ob es ihm um magische Akte oder eigentlich um sexuelle Exzesse unter heftigem Einsatz kultischer und chemischer Ingredienzen ging, ist nicht klar. Manchmal wirkt das Ganze von ihm inszenierte Brimborium mit heftigen Verkleidungen und sakramental diffizilen Ordnungen eher als Stimulans für seine sexuellen Eskapaden.

Gregor Eisenhauer kommt er jedenfalls mehr vor wie ein Clown, der geschickt den prüden Zeitgeist ausnutzte und sich hinter seinen permanenten "Mysterienerfindungen" versteckte. Seine Clownerien trieb er so weit, dass er zwei Zähne mit einer Nagelfeile anspitzte und besonders Frauen mit einem "Schlangenkuss", einem schmerzhaften Biss in deren Hand, begrüßte. Die gute Gesellschaft schockierte er, indem er auf deren Teppiche kackte. All das "ungebührliche Verhalten" trug zu seinem Ruf wesentlich bei. Insofern unterschied er sich tatsächlich in nichts von vielen heutigen Postars. 1914 ging Crowley auf Tournee nach Amerika. Er lebte dort von sarkastischen Artikeln, die ihm in der englischen Heimat den Ruf eines Verräters einbrachten. Selbst die Spionageabwehr nahm ihn aber nicht eigentlich ernst. Eine ernsthafte Verfolgung hatte er nicht zu fürchten.


Da herrscht keine Langeweile


Dennoch zog es Crowley vor, nach dem Krieg nach Frankreich zu ziehen. Bald aber verkündeten seine Orakel, es sei Zeit für ihn, sich endgültig in Sizilien niederzulassen, um dort endgültig eine Gemeinde zu gründen. Wiederum hatte er weibliche Financiers gefunden, die ihn im Gegenzug zu sexueller Erfüllung und magischem Lebensstil finanzielle Unabhängigkeit sichern sollten. Er fand an der sizilianischen Nordküste ein Haus, das ihm als sein Tempel Thelema dienen sollte. Dieses dekorierte er mit obszönen Zeichnungen und errichtete darin den "Thron des Tiers". Hier vollzog er täglich seine schwarzmagische Messe. Er nahm jede Droge, die zu dieser Zeit zu bekommen war. Zumindest lebte er konsequent nach seiner Devise: "Wo Crowley ist, da herrscht keine Langeweile". Er versuchte, einen größeren Harem einzurichten, da ihn zu wenige Frauen mit ihrer Eifersucht quälten. Besucher bedauerten den unerträglichen Gestank, den Dreck und das verkommene Aussehen der Bewohner dieses Tempels. Jenseits der beschönigenden Worte Crowleys hatte seine Lebensqualität in Wahrheit wohl einen recht ernüchternden Charakter.



Ziegendreck auf dem Teller


Mit 45 Jahren war er außerdem völlig pleite. Er hatte das Vermögen seines Vaters vollkommen durchgebracht, mitsamt einiger Erbschaften anderer Verwandter. Auch den Damen, die ihn sonst unterstützten, war der finanzielle Nachschub versiegt. Die zahlenden Gäste beschwerten sich, sie bekämen beim heiligen schwarzen Sakrament "Ziegenscheiße auf einem Teller" serviert und sonst nichts. Crowley schnupfte zu dieser Zeit Heroin und Kokain und war schon vor dem Frühstück durch mehrere Dosen nahezu umnachtet. Veronal und Alkohol nahm er den ganzen Tag über in solchen Mengen zu sich, daß sie für jeden anderen tödlich gewesen wären. Er litt an Asthma, dauerndem Juckreiz, ständigem Erbrechen und Schlaflosigkeit. Am liebsten verbrachte er den Tag im Dämmerzustand. Die Durchführung sexualmagischer Messen stellte ihn auch in körperlicher Hinsicht vor immer größere Probleme.

1922 soll er den Versuch einer Entziehungskur glatte 4 Minute durchgehalten haben. Er reiste nach England und schrieb Artikel über Drogen. Er reiste zurück nach Sizilien, wo er seinen Sohn, fünf Jahre alt, vollkommen verkommen auffand. Dieser hatte Crowleys kaputte Ideologie übernommen und hielt sich schon für "Das Tier Nummer Zwei". Dank der heimischen Presse, die begeistert über den Magier schrieb, erhielt Crowley aber wieder neuen Zustrom von Fans. Leider wurde die angehende finanzielle Sanierung Crowleys dadurch unterlaufen, dass der faschistischen Regierung unter Mussolini eben diese Presse aufs äußerste missfiel. Er wurde 1923 des Landes verwiesen und reiste nach Tunis aus, wo er in einer Absteige mit einer neuen Frau hauste. Diese gebar ihm ein weiteres Mädchen, über das Crowley sagte: "Womöglich entwickelt sie sich zu einer ziemlich gewöhnlichen, kleinen Nutte".

Crowley begann den Bolschewismus zu rühmen, weil er in diesem die gelungenste Macht zur Ausrottung des Christentums sah. Leider antwortete Trotzki auf einen Brief mit der Bitte Crowleys zur konzertierten Aktion nicht. Seine Kinder und Jünger in Sizilien waren inzwischen tatsächlich vom Hungertod bedroht. Crowley selbst immerhin fand eine neue 32jährige Verehrerin mit Geld. Seine zweite Frau Leah ging inzwischen in Paris auf den Strich. Das gab ihr endlich die finanzielle Unabhängigkeit, sich von Crowley abzuwenden.



Eine beliebige Botschaft


Von Gläubigern bedrängt, war Crowley glücklich, einen Abgesandten des O.T.O empfangen zu können, der die Reisekosten nach Deutschland übernahm und Crowleys Schulden beglich. Crowley schickte begeistert einige seiner neueren Werke, die allerdings bei den Ordensfreunden lediglich Entsetzen hervorriefen. Crowleys spirituelle Botschaft erschien ihnen allzu beliebig. Crowley wich nach Paris aus, wurde dort aber des Landes verwiesen.

Zum wiederholten Male fand er in der Not eine neue Frau. Im August 1929 heiratete er. Crowley pendelte unstet zwischen England und Berlin hin und her. Man verdächtigte ihn wiederum als Spion. Crowley versuchte sich vollkommen erfolglos als Maler. Seine neue Frau ließ sich scheiden, die übernächste Favoritin (man kann nicht alle aufführen) lernte er 1931 kennen. Er war nach wie vor eine imposante Erscheinung, allerdings fett, mit überweichen Zügen und einem kahlrasierten Schädel. Außerdem hatte er einen sehr merkwürdigen Geruch an sich, der von einem selbst angemischten Parfüm herrührte, das hauptsächlich aus Moschus bestand. Crowley war aber überzeugt, dass er mittels dieses Parfüms von Frauen praktisch nicht abzuweisen war. Und da war anscheinend etwas daran. In Berlin wurde Crowley von einigen SA-Männern zusammengetreten; nicht aus religiösen oder ideologischen Gründen, sondern weil er seine Favoritin auf offener Straße verprügelt hatte.

So zog Crowley wieder nach London, pflegte sein Image und plante die Eröffnung eines Restaurants. Er verkaufte Wunderpillen, in die er –ohne daß die Kunden das wussten- sein Sperma mengte und entwickelte schwarzmagische Brettspiele. 1935 wurde die Luft für magische Spiele dünner, da zumindest in Deutschland eine ganz andere schwarze Kraft an die Macht kam. Crowley emigrierte zeitweilig in die USA, wo eine aufmerksame Gemeinde ihn sehr wohl anerkannte. Bedeutender O.T.O-Epigone und Crowleykenner war Ron Hubbard, vielleicht durch die Begründung der Scientology sein legitimer Nachfolger nach Crowleys Tod 1947.
1940 bedauerte Crowley den tragischen Abschied von seiner Erektion. Er verbrachte den Weltkrieg in Obhut eines reichen englischen Gönners, der seine Exzentrik mit diesem illustren Gast würzte. Crowley war kaputt und zerrüttet. Dennoch pflegte er seine speziellen Gewohnheiten. Nach dem erreichten morgendlichen alkoholischen Mindestlevel dinierte er, am liebsten mit einem gekochten Ei und einer Prise Heroin. Seine letzten Worte sollen die –für einen Magier immerhin klägliche- Bemerkung gewesen sein "Ich bin überrascht".

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Quelle: Eisenhauer, "Scharlatane" Frankfurt am Main 1994