Benesch und die SS | Die Egoisten
Regina Reinsperger:
Meine Ehre heisst Treue


Die Verwirrung, ob Friedrich Benesch der SS angehört hat oder nur SS – Bewerber war, löst das Dokument des „SS – Abschnitt XVIII – VIAz. 18a/6.9.40 – Halle / Saale , den 6. 9. 40 „ aus. Um es ganz zu verstehen, braucht man ein wenig geschichtliches Hintergrundwissen, den dieser Beitrag zusammen mit der Besprechung dieses Dokumentes liefern soll. Methodisch möchte ich zuerst den Textteil des Dokumentes besprechen und anschließend die behördlichen formalen Zeilen ( Ämter, Betreff) und dann noch einiges zu Beneschs Studienfach „Rassenkunde“ sagen.

Das Dokument beginnt mit der Zeile:: „Der obengenannte SS - Angehörige sprach heute beim SS – Abschnitt XVIII vor und meldete:“ Benesch schildert dem stellvertretenden Führer, des SS – Abschnittes XVIII, Obersturmführer und Adjutant Blümel im Beisein des protokollierenden SS – Untersturmführer Hagener (beide haben das Dokument unterschrieben) seinen politischen und beruflichen Lebenslauf ab 1934. Er „meldet“: „ als im Jahr 1934 das Problem der deutschen Christen akut geworden war, entschloss ich mich im Kirchendienst als Pfarrer tätig zu sein.“ Er fasste diesen Entschluss deshalb, weil gegenüber dem rumänischen Staat „die Kirche die einzig staatsrechtlich fundierte Organisation des Deutschtums war, was besonders für das Schulwesen von grundlegender Bedeutung war.“ (Die Evangelische Kirche war Schulträger der Deutschen Schulen und bekam vom Rumänischen Staat nur minimale finanzielle Unterstützung. )
Die von Benesch erwähnten Deutschen Christen (DC) waren die rassistische und faschistische Gruppe innerhalb der deutschen evangelischen Kirche. Sie wurden 1932 (!) gegründet. Nach der Machtergreifung gewannen die DC die Mehrheit innerhalb der Deutschen Evangelischen Kirche und sie lösten mit ihrer Gleichschaltungspolitik und dem Versuch den Arierparagraphen in die Kirchenverfassung aufzunehmen und Christen jüdischer Herkunft auszuschließen, einen Kirchenkampf aus. 1934 gründeten die Gegner dieser Kirchenpolitik die „Bekennende Kirche“. Die Deutschen Christen betrachteten die BK als Häresie und schloss sie aus der Kirchengemeinschaft aus. Benesch versuchte diese „Glaubensrichtung“ (DC) in Siebenbürgen zu verbreiten.

Benesch führt weiter aus, dass er bereits bei seinem Amtsantritt in Hermannstadt gegenüber der obersten Kirchenbehörde seine nationalsozialistische Einstellung offenbart habe, was den Bischofsvikar in Stellvertretung des Bischofs veranlasst habe, „schwere Bedenken gegen seine Amtseinsetzung vorzubringen.“ Bereits nach kurzer Amtszeit stand er „ aus politischen und weltanschaulichen Gründen“ in scharfem Gegensatz zu Kirchenführung. Bischof Glondys warf ihm vor: „ germanisches Heidentum zu predigen und Wotan anzubeten.“ Wegen seiner Weigerung eine „kirchliche Zwangverordnung, die das Verbot der Zugehörigkeit zur nationalsozialistischen Partei aussprach“ zu unterschreiben, wurde er, Benesch,„schließlich 1936 amtsenthoben und abgesetzt.“

Aus diesem Gesprächsteil geht ganz deutlich hervor, dass Friedrich Benesch zuallererst gläubiger Nationalsozialist war und sein Christentum und seinen Pfarrberuf dem völlig untergeordnete. Er vertrat insbesondere die Menschen auslesende Rassenideologie, die damals unter dem Gewand der Wissenschaftlichkeit daherkam, davon später noch etwas.
Benesch berichtet dann weiter, dass die Bauern seiner damaligen Gemeinde Birk ihm „restlos gefolgt“ waren und ihn im Kampf gegen die Kirche unterstützt hätten. Von einem Kirchenaustritt musste er ihnen aber abraten, da sonst die deutsche Schule geschlossen worden wäre. „Trotz der raffiniertesten und gewalttätigsten Versuche der Kirchenführung einen anderen Pfarrer hereinzubringen“ hätten die Bauern ihre Forderung nach seiner Wiedereinsetzung aufrecht erhalten und der Kirche im Juli 1940 ein Ultimatum gestellt, worauf die Kirche überraschender Weise nachgegeben habe,„wie ich annehme angesichts der geschichtlichen Entwicklung“.

Die geschichtliche Entwicklung, die Benesch anspricht, waren die Ereignisse im Zusammenhang mit dem 2. Wiener Schiedsspruch: Am 28.6.1940 besetzte die rote Armee das seit 22 Jahren zu Rumänien gehörende Bessarabien, das Rumänien nach einem nur 48 stündigem Ultimatum kampflos aufgab. Hiervon ließ sich die Ungarische Horthy – Regierung inspirieren, am 27. Juni 1940 forderte sie von Rumänien Siebenbürgen und traf militärische Vorbereitungen. Im Juli schaltete Hitler sich in die ungarisch – rumänischen Verhandlungen ein. Im August erwog Ungarn eine Militäraktion infolge der bisher ergebnislos verlaufenden Verhandlungen und aufgrund dieser Drohung befahl Hitler am 27. August die von deutschen Experten ausgearbeitete Grenzvariante zur Aufteilung Siebenbürgens, die am 30. August 1940 in Kraft trat. Ungarn erhielt Nord – Siebenbürgen mit den Bezirken Bistritz und Sächsisch - Regen, Beneschs Heimat. Daher musste sich auch die Evangelische Kirche neu organisieren. Zum Generaldechanten wurde jetzt der den Deutschen Christen nahe stehende Dechant und Stadtpfarrer von Bistritz, Dr. Carl Molitoris, ernannt. Deshalb konnten jetzt die Birker Bauern die Wiedereinsetzung ihres Pfarrers Friedrich Benesch erreichen, der ja auch glücklicherweise im Juli 1940 sein „Doktorexamen“ bestanden hatte.
Mit dieser Entwicklung hatte Benesch nicht gerechnet. Er berichtet: „Ich selbst hatte mich inzwischen restlos von der Kirche getrennt und war in Halle im Juli 1939 der SS beigetreten.“ Und: „Alle meine persönlichen Wünsche und Bedürfnisse hätten mich hier festgehalten. Es wäre mir materiell und vor allem auch seelisch besser gegangen.“

Es kann sein, dass Benesch jetzt zum zweiten Mal von einer anderen zeitgeschichtlichen Entwicklung , als er gedacht hatte, eingeholt wurde. Man darf nicht vergessen, dass er kein Deutscher Staatsangehöriger war, sondern einen rumänischen Pass besaß. Dieser Umstand schützte ihn vor einer Einberufung und Kriegsteilnahme. Das dritte Reich legte aber einen weitaus größeren Wert auf das „Volkstum“ als auf die Staatsangehörigkeit. ( Siehe die Umsiedlungsaktionen „Heim ins Reich“ von ca. 1 Million Volksdeutscher in den Jahren 1939 – 1940 durch das SS – Hauptamt Volksdeutsche Mittelstelle). So war es für Benesch kein Problem in Halle Mitglied in der Allgemeinen - SS zu werden, wenn er angab, dass er plane im „Reich“ zu bleiben. Die Mitglieder der Allgemeinen - SS waren meist Berufstätige, die ihren Dienst in der SS freiwillig und unentgeltlich nach Feierabend versahen. Auch diese unbewaffneten Mitglieder erhielten durch ihre ca. 100.000 hauptberuflichen Führer regelmäßig eine militärische Ausbildung. Benesch musste nur für sich und seine Frau arische Ahnen bis 1800 nachweisen, wollte er SS - Führer werden, musste sein Nachweis bis 1750 vorliegen. Außerdem musste er sich der SS – Rassenkommission vorstellen. Dort wurde das „ rassische Erscheinungsbild“ des Bewerbers in Augenschein genommen, dessen körperliche Kondition und allgemeine Haltung. Hierfür gab es eine Wertskala, ein Neun – Punkte –Programm. Es wurden nur die Bewerber genommen, die eine der ersten vier Noten erhielten: „Ideale Statur“, „ausgezeichnet“, „sehr gut“, „gut“. Professor Schulz schreibt am 18. 10.1940 in seiner Beurteilung über Benesch: „Benesch vereinigt in sich bestes Erbgut und bietet rassisch eine gute Erscheinung.“ Intellektuelle Fähigkeiten wurden bezeichnender Weise bei SS - Bewerbern nicht überprüft.

Benesch konnte nach Entritt in die SS als „nachgewiesener Volksdeutscher“ nun jederzeit einen deutschen Pass bekommen. Vielleicht hatte er im „Reich“ eine Karriere geplant, fürchtete aber jetzt nach Kriegsausbruch eine Einberufung zur Wehrmacht ( er war ja mit 32 Jahren im besten wehrfähigem Alter) und hatte deshalb bisher auf einen deutschen Pass verzichtet, er hatte ja Frau und die einem SS – Mann vorgeschriebenen vier Kinder. Vielleicht plante er dann, über die Volksdeutsche Mittelstelle Berlin in seine Heimat zurückzukehren und innerhalb der „Erneuerungsbewegung“ dort eine Führungsstelle anzutreten. Die Volksdeutsche Mittelstelle war die SS – Behörde, die für die „Volksdeutschen“ (=Auslandsdeutschen) in Ost- und Südosteuropa zuständig war. Diese Behörde hatte seit ihrer Gründung 1935 immer wieder SS – Leute nach Rumänien geschickt um in der deutschen Volksgruppe nationalsozialistische Strukturen aufzubauen. Auch die Führungsgruppe der radikalnazistischen Deutschen Volkspartei in Rumänien (DVR) um Andreas Schmidt waren in den Jahren 1938 – 1940 nach dem vorübergehenden Verbot ihrer Partei im „Reich“ ausgebildet worden. Wir wissen nicht, was und wie Benesch geplant hat, aus einer Partei - Karriere in Rumänien konnte nun auch nichts werden, da er nun seit dem 30. 8. 1940 ungarischer Staatsbürger war. Eines steht jedenfalls fest: er konnte keinesfalls als rumänischer oder ungarischer Staatsbürger in seiner Heimat der SS angehören, in beiden Fällen drohte ihm Ausbürgerung und Landesverweis. In Rumänien war eine Zugehörigkeit zur SS erst aufgrund des „Volksgruppen – Gesetzes“ vom 20. 11. 1940 möglich, also erst zwei Monate nach dieser Vorsprache, in Ungarn, dessen Staatsbürger Benesch nun war, erst ab 1942 aufgrund eines bilateralen Abkommens zwischen Ungarn und dem Deutschen Reich. Über die drohende Ausbürgerung, wenn er ins ungarische Siebenbürgen zurückginge, wußte Benesch Bescheid und deshalb stellte er sich seiner vorgesetzten SS – Dienststelle vor. Da im 3. Reich immer Spionage gefürchtet wurde, diese aber auch intensiv durch die Volksdeutsche Mittelstelle betrieben wurde, ist es möglich, dass die Akten volksdeutscher SS – Angehöriger wegen der für sie schwerwiegenden Gründe: Ausbürgerung und Landesverweis durch den Heimatstaat, in den SS – Behörden zu ihrem Schutz unter der Kategorie „ SS – Bewerber“ geführt wurden. Das würde auch die Einlaufzeile des Protokolls erklären:


„Betr.: SS – Bewerber Dr. Friedrich Benesch, geb. am 6.7.07, 1/26“

Benesch schildert jetzt im weiteren Gesprächsverlauf, dass er sich nach ernster Gewissensprüfung sich entschieden habe, die ihm von seinen Bauern erwiesene Treue durch seine Treue zu erwidern und wieder ihre Führung zu übernehmen. Er musste sich selbstverständlich für sein Volk in seiner Heimat und gleichzeitig für eine große nationalsozialistische Aufgabe entscheiden, nämlich der Herausführung des politischen Lebens des deutschen Volkes in seiner Heimat aus der Kirche und seine weltanschauliche Prägung. Er erklärt: „Die nächste Aufgabe wird dabei sein, gegenüber dem fremden Staat eine rechtlich fundierte Organisationsform zu finden, die das völkische Leben unabhängig von der Kirche garantiert.“ Ausdrücklich betont er dann gegenüber seinen SS – Vorgesetzten: „Selbstverständlich hat sich in meiner durch eigene Erkenntnis und Erfahrung und eigenen Glauben gewonnenen nationalsozialistischen Weltanschauung nicht das Geringste geändert, wiewohl ich jetzt zunächst gezwungen bin, noch einmal in kirchliche Dienste zurückzukehren.“ Er erklärt weiterhin, dass seine Entscheidung, seinen Bauern Treue mit Treue zu vergelten, „unabänderlich“ sei und er würde „wenn das sein müsste, auch einen zeitweiligen Verlust der Zugehörigkeit zur SS auf mich nehmen.“

Am nächsten Tag, am 7. 9. 40, hat er einen Termin bei der Volksdeutschen Mittelstelle und bittet, diese Meldung trotzdem auf dem Dienstweg weiterzuleiten. Der Vorgesetzte, SS – Obersturmführer Blümel kommentiert diese „Meldung“ des SS- Angehörigen Benesch im Protokoll mit den Worten: „Benesch macht einen ganz ausgezeichneten Eindruck. Er meint es mit seiner Aufgabe durchaus ernst. Seine weltanschauliche Einstellung scheint vollkommen gefestigt zu sein. Sein Entschluss entspringt logischen, auf Grund der gegebenen Verhältnisse gewonnenen Erkenntnissen.“
Die Meldung wir dann auf dem Dienstwege weitergegeben: eine Ausfertigung des Protokolls erhält die 26. Standarte ( =Regiment), der wie hieraus ersichtlich, Benesch angehörte. Die übergeordnete SS – Behörde des SS – Abschnittes XVIII Halle/Saale ist der SS – Oberabschnitt Elbe, dem wiederum die SS - Hauptämter übergeordnet waren. Für Benesch war die „Volksdeutsche Mittelstelle“ (VoMi) zuständig und das „Ahnenerbe“ aufgrund seines wissenschaftlichen, nationalsozialistisch ausgerichteten Studienabschlusses, den er in den den Fächern: „Vorgeschichte, Rassenkunde und Volkskunde“ erlangt hatte , wie er im Protokoll erklärt. Über alle Ämter aber regierte der Reichsführer – SS – Persönlicher Stab ( Heinrich Himmler).

Dieser schreibt durch SS – Sturmbannführer Brandt (?) am 2. 10.1940 unter dem Aktenzeichen: „Tgb.Nr. A/2/123/40 Wa./C.“ an das Ahnenerbe Berlin, dem er als Anlage obiges Protokoll übersendet, „Der Reichsführer – SS lässt auf Dr. Benesch, der nach seiner Rückkehr aus Siebenbürgen bestimmt aufgrund seines anständigen Verhaltens wieder in die SS aufgenommen werden kann, aufmerksam machen.“ Das heißt, die SS – Führung akzeptierte Beneschs Gründe und Entscheidung und hob die Mitgliedschaft aufgrund der staatsrechtlichen Gegebenheiten auf, solange Benesch sich in Siebenbürgen aufhielt. Das Horthy – Regime hatte trotz deutschfreundlicher Politik tausende junge wehrpflichtige Deutsch- Ungarn, die der Wehrmacht oder Waffen – SS beigetreten waren, ausgebürgert und des Landes verwiesen. Diese Praktik änderte sich erst 1942 nach dem bilateralen Abkommen. Allein diese Gründe waren für den formalen Austritts Benesch aus der Allgemeinen – SS entscheidend, keineswegs das alte Kirchenverbot von 1936 sich politisch zu betätigen oder gar eine Gesinnungsänderung . Es fanden sich bisher keine Dokumente, die darüber Aufschluss geben, ob Benesch nach 1942 oder nach seiner Flucht aus Siebenbürgen im September 1944 einen Wiederaufnahme – Antrag an die SS gestellt hat. Im Angesicht des nahen Kriegsendes ist das auch nicht wahrscheinlich.

Benesch hatte auch nach seiner Rückkehr als Pfarrer nach Birk noch Kontakt mit SS – Behörden. In den Berliner - Akten liegt ein Schreiben des „ SS – Ahnenerbes“ vom 21. 11. 1940 ( D/B/13), unterzeichnet vom Geschäftsführer Wolfram Sievers , adressiert an Beneschs Anschrift „Birk bei Sächsisch – Regen, Ungarn“. Mit diesem Schreiben wird Benesch mitgeteilt, dass aufgrund seiner Meldung vom 6.9.40 in Halle/Saale der Reichsführer – SS angeordnet habe, mit Benesch Verbindung aufzunehmen und zu halten. Sievers freut sich: „dass sich auf unserem Arbeitsgebiet mit Ihnen vielfältige Arbeitsverbindungen ergeben“ und er würde es begrüßen: „wenn dies in Fühlungsnahme mit uns geschehen könnte und bitte dazu um Ihre Vorschläge.“ Dieses Schreiben schickt SS – Obersturmbannführer nicht direkt an Beneschs Anschrift, sondern an die Volksdeutsche Mittelstelle mit der Bitte, es auf zuverlässigem Wege an ihn weiterzuleiten. Das heißt, um Benesch Schwierigkeiten mit dem ungarischen Staat zu ersparen, wurde die Post mit Kurier übermittelt. Man vermutete also konspirative Aktivitäten der Ungarn.
Als letztes Schreiben liegt ein Brief der Volksdeutschen Mittelstelle vom 10. 6. 1941 vor, die dem Ahnenerbe mitteilt, dass Benesch jetzt in Sächsich – Regen, Mittelgasse zu erreichen ist, privat weiterhin in Birk (Petele) und dass er zum Kreisleiter des Kreises Sächsisch – Regen ernannt worden ist.


Rassenkunde

Dieses Fach hatte Benesch nach eigenen Angaben studiert. Der Oberrassentheoretiker des 3. Reiches , Adolf Hitler, dessen Buch alle im Bücherschrank stehen hatten, aber es nicht gelesen haben, schrieb:“ Das Ergebnis jeder Rassenkreuzung ist also, ganz kurz gesagt, immer folgendes: a) Niedersenkung des Niveaus der höheren Rasse, b) Beginn eines, wenn auch langsam, so doch sicher fortschreitenden Siechtums“ An anderer Stelle: „Demgegenüber erkennt die völkische Weltanschauung die Bedeutung der Menschheit in deren rassischen Urelementen. Sie glaubt keineswegs an die Gleichheit der Rassen, sondern erkennt mit ihrer Verschiedenheit auch ihren höheren und minderen Wert und fühlt sich durch diese Erkenntnis verpflichtet, gemäß dem ewigen Wollen, das dieses Universum beherrscht, den Sieg des Besseren, des Stärkeren zu fördern, die Unterordnung des Schlechteren und Schwächeren zu verlangen. Sie sieht nicht nur den verschiedenen Wert der Rassen, sondern auch den verschiedenen Wert des Einzelmenschen.“ Diese „Erkenntnis“ führte zum „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ mit der Unfruchtbarmachung Tausender, der Euthanasie und der Vernichtung der Menschen jüdischen Glaubens in Europa. An allem war die SS mit Ihren Behörden beteiligt.

Das SS – Hauptamt beim Reichsführer SS behauptete 1935 in einer Schrift: „Der Untermensch – jene biologisch scheinbar völlig gleichgeartete Naturschöpfung mit Händen, Füßen und einer Art von Gehirn, mit Augen und Mund, ist doch eine ganz andere, furchtbare Kreatur, ist nur ein Wurf zum Menschen hin, mit menschenähnlichen Gesichtszügen – geistig seelisch jedoch tieferstehend als jedes Tier. Im Innern dieses Menschen ein grausames Chaos wilder hemmungsloser Leidenschaften: namenloser Zerstörungswille, primitivste Begierde, unverhüllteste Gemeinheit.“ Diese Kostproben mögen genügen, um diese verbrecherische Ideologie im Wissenschaftsgewande darzustellen. Auf dieser Grundlage konnte dann Heinrich Himmler 1935 in einer Rede über die SS – Moral aussprechen: “Ein Grundsatz muss für den SS – Mann absolut gelten: ehrlich, anständig, treu und kameradschaftlich haben wir zu den Angehörigen unseres eigenen Blutes zu sein und zu sonst niemanden. Wie es den Russen geht, wie es den Tschechen geht, ist mir total gleichgültig.“ Der Schwur eines SS – Mannes bei der Aufnahme lautete: „ Ich schwöre Dir, Adolf Hitler, als Führer und Kanzler des Deutschen Reiches Treue und Tapferkeit. Ich gelobe Dir und den von Dir bestimmten Vorgesetzten Gehorsam bis in den Tod, so wahr mir Gott helfe.“
Die SS wurde im Nürnberger Prozess als verbrecherische Organisation verurteilt.

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Literatur

Heinz Höhne, „Der Orden unter dem Totenkopf – Die Geschichte der SS“
Orbis Verlag München 2002

Wolfgang Schneider „Die Waffen – SS“ , Weltbild Verlag Augsburg 2005

Walther Hofer „Der Nationalsozialismus – Dokumente 1933 – 1945“ Herausgegeben und kommentiert von Walther Hofer, Bücher des Wissens, Fischer Verlag Frankfurt am Main September 1971

„Das Urteil von Nürnberg“ dtv – Dokumente Deutscher Taschenbuch Verlag 1977

Johann Böhm „Die Gleichschaltung der Deutschen Volksgruppe in Rumänien und das „Dritte Reich“ 1941 – 1944“ Peter Lang Verlag Franfurt am Main 2003

Klaus Popa (Hrsg.) „Akten um die deutsche Volksgruppe in Rumänien 1937 –1945“
Peter Lang Verlag Frankfurt am Main 2005

„Informationen zu politischen Bildung – Nationalsozialismus II – Führerstaat und Vernichtungskrieg“ Neudruck 2004, herausgegeben von der Bundeszentrale für politische Bildung / bpb , Bonn, Internet: http://www.bpb.de

Susanne Dienesch „ Das Birker Heimatbuch“ Eigenverlag 1996

Internet

„Kurze Geschichte Siebenbürgens“ Institut für Geschichte der Ungarischen Akademie der Wissenschaften, herausgegeben von Bela Köpeczi. Deutsche Bearbeitung von Gerhard Seewann, Budapest 1989
http://mek.oszk.hu/02100/02113/html/index.html

„Zukunft braucht Erinnerung“ http://www.shoa.de/

„Verordnung: Richtlinien zur Rassenkunde 1935“ herausgegeben vom Deutschen Historischen Museum, Berlin – Lemo – Seiten
http://www.dhm/lemo/html/dokumente/rassenkunde/index.html

„1933 – 39 Das „Ahnenerbe“ der SS“ w.o.a. Lemo – Seiten
http://www.dhm.de/lemo/html/nazi/innenpolitik/ahnenerbe/index.html

Wikipedia – Lexikon: „Organisationsstruktur der SS“
http://de.wikipedia.org/wiki/Organistionsstruktur_der_SS

Wikipedia – Lexikon: „ SS – Hauptämter“
http://de.wikipedia.org/wiki/SS-HauptÄmter

sowie weitere Wikipedia und Lemo - Seiten