Selbstbekenntnis | Die Egoisten

Beneschs Bekenntnis zum Nationalsozialismus



Der folgende Text und die Kopien wurden mir von Hans- Jürgen Bracker überlassen, dem ich hiermit ebenso danke wie der unermüdlichen Frau Dr. Reinsperger, die sich nun aus der aktiven Arbeit an diesem Thema zurückgezogen hat. Ein Dank auch an den mir persönlich unbekannten Peter Staudenmaier, der die hier vorgestellten Dokumente zuerst entdeckt hatte. Die Unterschiede in dem Original im Verhältnis zur gedruckten Version hat Hans- Jürgen Bracker im Dialog mit Peter Staudenmaier gefunden. Zuletzt noch ein Dank an den Historiker Klaus Popa, der eine Reihe von Texten aus dieser Reihe kritisch gegengelesen hat.


Titel der Dissertation



Kopie des autobiographischen Textes von Friedrich Benesch



Lebenslauf

Ich, Friedrich Benesch, wurde am 6. Juli 1907 als erstes von fünf Kindern des Mittelschulprofessors Georg Benesch in Sächsisch-Regen, Siebenbürgen, heute Ungarn, geboren. Nach Besuch von deutschen Schulen in Siebenbürgen studierte ich an der Universität in Marburg (Lahn) mit der Absicht, die Laufbahn als Mittelschulprofessor in Siebenbürgen mit naturwissenschaftlichen Fächern einzuschlagen. Da die deutschen Schulen in Siebenbürgen konfessionell sind, wurde mir auch das Mitbelegen theologischer Fächer vorgeschrieben. In Marburg lernte ich Professor Hahne kennen und folgte ihm für das W.S. 1926-27 und das S.S. 1937 nach Halle, wo ich Vorgeschichte, Rassenkunde, Naturwissenschaften und Theologie studierte. Daneben arbeitete ich an der Landesanstalt für Volkheitskunde. Meine Tätigkeit in Halle weckte mein Interesse für die Vorgeschichte, ich wollte jedoch nicht mehr umsatteln und ging im Herbst 1927 nach Klausenburg, Rumänien, um mich für das Examen vorzubereiten.
Seit 1928 war ich Mitglied der nationalsozialistischen Erneuerungsbewegung der Deutschen in Rumänien. Da in meiner Heimat die Kirche im Mittelpunkt des völkischen Lebens steht und ich erkannt hatte, daß dort die Erneuerung am nötigsten ist, beschloß ich, in kirchliche Dienste zu treten.
Ich studierte zu diesem Zwecke 1932-34 wieder in Marburg und bestand im April 1934 in Hermannstadt, Siebenbürgen, das theologische Examen mit allgemeiner Auszeichnung. Im September 1939 wurde ich Pfarrer in Birk bei Sächsisch-Regen. Hier versuchte ich das religiöse, völkische und wirtschaftliche Leben zu erneuern. Die weltanschaulichen Auseinandersetzungen brachten mich jedoch in Gegensatz zu der Leitung der Kirche. Ich ging daher 1938-39 wieder nach Halle, um mich bei Professor Schulz für mein Doktorexamen mit Vorgeschichte als
Hauptfach vorzubereiten und arbeitete gleichzeitig an der Landesanstalt für Volkheitskunde.