Unauslotbar | EgoBlog | Die Egoisten

Unauslotbar

Du schaust in die Sonne, das Licht tut dir weh.
Du bist Ikarus ohne Flügel. Bei dir ist schon lange geschmolzen, was dich zusammen hielt, du bist flugunfähig.

Du bist wie ein zusammen gebackenes Zimtmännlein, da ein Kopf,
da ein Rumpf, und da die ausladenden Apparate.
Du bist ein zusammen gepapptes Seelenmännchen, eine Sirene:
Du fühlst so, du denkst so, und du tust etwas anderes. Zumindest manchmal, in den helleren und den dunkleren Momenten.

Keine Kreatur auf diesem Planeten als diese kann zu sich sagen: Ich verstehe mich selbst nicht. Wir können das.
Keine kann, im kleinen oder großen Schwunge, von sich sagen: Ich missbillige, was ich tue.

Wie aber kann die Kreatur, die am wenigsten von allen von sich weiss, sagen: Du empfindest nicht tief genug?
Man kann es von sich nur sagen, wenn man weiss, dass es Tiefe gibt und dass sie unauslotbar ist.
Der Tiefe des Empfindens folgt stets eine weitere, und am Ende von allen Tiefen wartet Er, der dich liebt.
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