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Adam Michaelis: A perverted love ideal - the stamp collection of Judith von Halle

Adam Michaelis zeigt in einem neuen, sorgfältig gearbeiteten Artikel an Hand von Textstellen aus Judith von Halles Buch Rudolf Steiner, Meister der Weissen Loge auf, wie in deren Arbeit der Begriff der Liebe und der der Individualität auf geschickte Weise in eine Beliebigkeit getrieben werden, der den christlichen Impuls in ein Gegenbild verwandelt. Aus einem erfüllten, sich entwickelnden Individuum werden bei von Halle massenhaft inspirierte Kopien und personale Fragmente- "ein Konglomerat aus verschiedenen Wesensgliederanteilen verschiedener Individualitäten"-, die beliebig ausgetauscht werden.
Michaelis fragt: „It is a hugely spectacular, a gigantically Luciferic masqerade of copies of spiritual bodies, a jigsaw puzzle of combined and exchanged identities – and one must ask a simple question: How can there be any individuality left anywhere? The human I dressing up like this … incorporating, absorbing, conglomerating … bits and pieces of other individualities or even their total being and I … how can this human I have any identity left in it?"

Der christliche Impuls des spirituellen Individuums wird bei von Halle zum fragmentierten Massenprodukt, ein antichristliches Zerrbild. Michaelis charakterisiert von Halle als „spirituellen Technokraten": „The purpose of this thinking is clearly to destroy spiritual significance and creative idea. But what is wrong with this monstrous understanding of human spiritual development, social organization and love? Well, it is constructed in the dreary mind of a technocrat like JvH, piecing fancy esoteric elements together in a total displacement of order, guided by wrong spiritual principles. We see her as a collector of “spiritual” stamps, copies and imprints – the more coveted, the better. The greed here is a low form of sexual desire, a misrepresentation of real spiritual love, describing humans like insects – hoarding and hatching spiritual elements from each other."

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Adam Michaelis: Inedia as a spiritual principle – the materialized resurrection body of Judith von Halle

In dieser okkulten Untersuchung geht es Adam Michaelis zunächst um die Nahrungslosigkeit - ein Thema, auf das niemand von uns selbst gekommen wäre, würden nicht eine ganze Reihe von Anthroposophen einer Judith von Halle das abnehmen. Michaelis bezieht sich vor allem auf das Buch Und wäre er nicht auferstanden, zusammen mit Peter Tradowsky geschrieben. In diesem Buch wird ja dargelegt, dass die komplette Nahrungslosigkeit - so behaupten die beiden Autoren- ermöglicht würde durch das wie auch immer bei von Halle implantierte esoterische Phänomen der Materialisierung des so genannten Phantomleibes - eines spirituellen Urbildes des physischen Leibes an sich, der durch die Auferstehung Christi wieder in den Urzustand vor dem Sündenfall zurück versetzt worden ist. Dieses Erlösungsgeschehen ist für die christliche Esoterik eines der Grundlegenden in Bezug auf die Gnade und berührt den Kern dessen, was mit der Auferstehung und der Erlösung des Menschen zusammen hängt. Der eine Auferstehungsleib hat die Erlösung der spiritualisierten „Phantomleiber“ für jedes einzelne Individuum, d.h. für jede Entelechie der Menschen erreicht.
Eine erste Profanisierung dieser Mysterien findet man bei von Halle in dem Begriff des „Anziehens“ dieses Erlösungsgeschehens in Hinsicht auf das Phantom. Auf diese Weise - ohne weiteres Zutun oder Bemühen- habe Frau von Halle (so die Darstellung im genannten Buch) dieses Mysterium wie ein Kleidungsstück erhalten. Das habe Effekte auf sie gehabt wie Stigmata, Nahrungslosigkeit, Hellsichtigkeit, und einen Übergang in einen Zustand jenseits von Zeit und Raum, im Sinne ihrer „Zeitreisen“. Natürlich hat sie sich nie wissenschaftlichen Untersuchungen gestellt.

Dies steht im Gegensatz zu vielen anderen Nahrungslosen aus allen möglichen Kulturen, die Michaelis in der Folge vorstellt. Manche atmen „Prana“, manche channeln den Grafen von St. Germain. Bei wissenschaftlichen Überprüfungen halten sie aber meist nicht stand. Eine Dame gibt die Verdopplung ihrer DNS an, möchte aber lieber auf eine Untersuchung verzichten. Die vorgeblichen Wunder, die im übrigen nur bei von Halle einen angeblich christlichen Hintergrund haben, erweisen sich meist als Betrugsversuch.

Aber selbst, wenn man von Halle dieses Wunder zugestehen würde, bleibt doch die Frage, was denn da bei ihr eigentlich geschehen ist. Die Phantome der Menschen insgesamt sind durch Materialisierung und andere Einflüsse der Widersacher korrumpiert und durch die Auferstehung wieder erlöst worden. Bei Frau von Halle bewirkt das bei ihr angeblich „angezogene“ erlöste Phantom des menschlichen Leibes z.B. Nahrungslosigkeit bzw die Unverträglichkeit jeder Nahrung. Selbstverständlich findet sich eine solche wundersame Wirkung nirgendwo im Werk Rudolf Steiners; es handelt sich um eine Spekulation Tradowskys und von Halles. Die jedem Menschen möglichen inneren „Erneuerungskräfte“ bis hin zur allmählichen Stoffverwandlung im Verlaufe der Menschheitsgeschichte werden einfach von von Halle für sich proklamiert, jetzt, sofort und absolut. Auch ihr gesamter vorhandener physischer Körper sei - einfach so- verwandelt worden. Nun muss man doch feststellen, dass Judith von Halles Körper offensichtlich vor uns steht wie eh und je. Ihre Materialität ist wie die jedes anderen Menschen, dies seit Jahren und offensichtlich ohne auch nur Gewicht zu verlieren. Es ist nicht ersichtlich, warum der Auferstehungsleib Christi eine ganz normale Physis (und in diesem Sinne korrumpiert wie jede andere auch) ergriffen haben sollte, um ihr diese Nahrungslosigkeit zuzumuten. Geist und geistiges Erlösungsgeschehen sind Dinge, die nicht der individuellen Inkarnationsebene Einzelner unterliegen. Die geistige Arbeit führt zur geistigen Wiedergeburt des individuellen Menschen, aber nicht auf physischer Ebene, sondern im individuellen Ringen jedes Einzelnen, durch Inkarnationen hindurch. Judith von Halle behauptet mit der Interpretation ihrer scheinbar erlösten Physis, sie unterliege nicht den Gesetzen von Inkarnation und Karma, dem irdischen Eingebundensein in einen Stoffwechsel. Die Absurdität dieser Behauptungen wird durch ein Zitat Steiners belegt, in dem er darlegt, wie sehr die Erde selbst vom physischen Dasein des Menschen abhängt, der ihr beim Ablegen des Körpers immer weiter - „wie ein feiner Regen“- durch ihn vergeistigte Substantialität im Sinne eines geistigen Fruchtbarmachens zuführt. Die esoterisch- christliche Bejahung der irdischen Existenz bedeutet auch eine Erlösung der Erde selbst. Selbst Jesus selbst habe - so Michaelis- Nahrung zu sich genommen. Warum sollte die Auferstehung Christi nun ausgerechnet einen solchen Effekt auf Frau von Halle haben? Schließlich hat die Auferstehung nicht den Zweck, eine magische Inszenierung in Bezug auf diesen ihren physischen Leib zu erreichen. Die Korruption des Leibes kann bei Frau von Halle nicht auf einmal aufgehoben sein - so wenig wie die durch Ahriman und Luzifer bewirkte Materialisierung des Leibes nun durch den auferstandenen Leib Christi einfach fortgeführt würde. Ansonsten würde der Leib Frau von Halles zu Staub zerfallen wie der von Jesus nach der Kreuzigung. Aber Frau von Halle erscheint weiter gesund und munter. Es stellt für Michaelis eine Blasphemie dar, das Auferstehungsgeschehen herunter zu brechen auf eine solche physische Ebene.

Dazu kommt, dass Frau von Halle das von ihr behauptete - und materiell gedachte- Gnadengeschehen nicht durch ein willentliches, beabsichtigtes Mühen des Ich erworben hat. Es gibt in ihrer Biografie keine Spuren eines spezifischen, individuellen spirituellen Weges, keine Entwicklung oder Einweihung. Eine seit Kindestagen vorhandene „Kontinuität des Bewusstseins“ ging nahtlos über in ein „Anziehen“ dieser überwältigenden Erscheinung, die auch sofort alle ihrer Geistleiber sowie den physischen Leib durchdrungen hätte. Die Transformationsarbeit eines normal inkarnierten Individuums blieb ihr zwar so erspart, aber diese ihre Beschreibung des Geschehens hat dafür Charakteristika einer plötzlichen „Besetzung“. Die Frage von Halles, wovon das Phantom als Geistleib lebe, ist so schief wie ihre Vorstellung des Eindringens des Auferstehungsleibes Christi in eine physische Existenz. Sie hat offensichtlich entgegen ihren eigenen Vorstellungen eine Manifestation erlebt, die ihr seelisch- leibliches Wesen auf unbalancierte und unbewusste Weise geöffnet hat. Unter Umgehung des hirngebundenen Denkens erlebt sie von Instinkten geleitete Wahrnehmung, wie dies in auch in bestimmten buddhistischen Schulen gelehrt wird. Es ist dies kein gesundes Hinaufarbeiten eines denkenden menschlichen Ich in den Logos, sondern ein Besetztsein des mentalen Systems von sowohl luziferischen als auch ahrimanischen Einflüssen von unten her, die den gelockerten ätherisch- geistigen Raum ausfüllen. Das erzeugt eine Illusion höheren Bewusstseins („strömendes Licht“) und ermöglicht die sensuell erlebten „Zeitreisen“, die von Halle in vielen ihrer Bücher ausgeführt hat. Vor allem „weiß“ sie durch dieses instinktiv- obsessiv wirkende Geistige stets genau, was in den sie umgebenden Menschen vor sich geht. Ihre schriftstellerischen Produktionen erhalten dadurch ihren vorwiegend mechanischen Charakter, in persönlichem Unbeteiligtsein. Sie schwankt zwischen devotionalem Mitgerissensein und einer Vergiftung durch die Bedeutsamkeit, die sie durch ihre Bewunderer erfährt. Sie selbst ist aber nicht viel mehr als ein Spielzeug, selbst wenn dies nur eine Ebene ihrer Erscheinung betrifft, und sie auf anderen wohlwollend, gütig und einfühlsam sein mag.

(So weit eine Zusammenfassung des ersten Teils des Aufsatzes von Adam Michaelis durch M.E.)

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Adam Michaelis: Zwischenstand. Ein Kommentar (zur Diskussion um Judith von Halle)

Vielleicht ist es Zeit, eine Bilanz zum Stand der Diskussion um Judith von Halle zu ziehen; zu ihr, Edith Maryon und der Verbindung zu unterschiedlichen magischen Zirkeln und Personen des letzten Jahrhunderts.

Jeder an Anthroposophie interessierte Leser, der die Debatte verfolgt hat, müsste verblüfft sein über den Mangel an Ehrlichkeit bei den Fürsprechern von Judith von Halle, da diese die offensichtliche Tatsache leugnen, dass es Judith von Halle selbst ist, die in ihren Büchern wieder und wieder Edith Maryon ins Gespräch gebracht hat – und zwar in einer sprachlichen Form, die eine besondere Nähe mit und Innensicht von Edith Maryon nahe legt. (So “war” sie beispielsweise ein Zeitgenosse des Lebens Christi). Auf diese Weise hat von Halle gezielt Gerüchte angestossen, mit denen ein weit verbreiteter Glaube unter vielen Anthroposophen entstand, sie selbst sei tatsächlich die Reinkarnation Edith Maryons. Judith von Halle hat sich damit eine Legitimation in der anthroposophischen Welt erschlichen (sie stünde Rudolf Steiner besonders nahe, sie hätte an zentraler Stelle beim Ersten Goetheanum mitgewirkt, sie sei ein Zeitgenosse des historischen Jesus Christus gewesen, usw.). Viele haben die Tatsache dieses Täuschungsversuchs und der aufgebrachten Gerüchte bemerkt. Judith von Halle selbst hat zwar darauf hingewiesen, nicht irgend ein Mitglied des “Vorstandes” gewesen zu sein, aber gleichzeitig Andeutungen gemacht, sie sei in Rudolf Steiners “innerem Kreis” gewesen (oder sie habe zumindest Wissen über die Reinkarnationen dieser Menschen).

In Judith von Halles letztem Buch über A.K. Emmerick (S. 298- 310) hat sie die Andeutungen noch einen Schritt weiter getrieben. Hier hat sie ohne jeden Beleg (außer ihrem “speziellen” Wissen) die Vorstellung in die Welt gesetzt, Edith Maryon und Rudolf Steiner hätten Stigmatisation dauernd als eine bedeutsame Tatsache besprochen; diese sei sogar, im Zusammenhang mit der Arbeit am “Menschheitsrepräsentanten” ein zentrales Thema zwischen beiden gewesen. Von Halle sieht diese “Tatsache” bestätigt in Edith Maryons Traum, was schon deshalb Unsinn ist, da es darin nicht im geringsten um Stigmatisierung geht. Offensichtlich musste sie die Figur des “stigmatisierten” Neville Meakin einführen, um die Aktualität dieses Themas zu belegen, auch wenn dies nicht mehr als von ihr aus der Luft gegriffen. Sie beendet dieses Thema mit dem dubiosen Hintergrund, der sich um Stella Matutina, Robert Felkin und den Golden Dawn dreht.

Dies alles ist ausschließlich ihre eigene Erfindung. Anthroposophische Leser haben jedes Recht, diese Art von In- Beziehung- Setzen Rudolf Steiners mit magischen Kreisen und Figuren zu hinterfragen, da Rudolf Steiner damit in einen gemeinsamen kulturellen und sozialen Zusammenhang mit okkulten Bruderschaften gestellt wird, deren Interesse in einem Komplott gegen die Wiederkunft Christi liegt.

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Adam Michaelis: Dedication

We dedicate our three papers, (a) Prokofieff versus von Halle – the fight over a (non) protected title, (b) And if Judith von Halle were not stigmatized for all the world to see, and (c) Appendix C, to the philosopher Søren Kierkegaard on his 200th anniversary. In his spirit and way of thinking, following his majeutic method, we tried in these papers to communicate the principles and practise of an existential faith in Christ in a way, that could shed light on the dire conflicts and spiritual stagnation in institutionalized Anthroposophy. We have set up an “existential caleidoscope” or mosaic, mirroring the fixed positions and liberating perspectives in this stalemate, showing how you can individualize and spiritualize out of it.
The first paper (a) represents an aesthetic line of approach, since it is uncommitted, style-conscious, a little blasé and distanced. Is contains an individualistic and sarcastic attitude, which certainly has its advantages and points. When trapped in blind fascination and enthusiasm – like when you are enmeshed in a luciferic magic lure (Bannkreis) – you need a mild (self)-irony and light sarcasm to distance yourself, get an overview, see the trivial roleplay and individualize out of it. Just to look at yourself and the entrapment from the outside without participation. See the folly of the situation.
The second paper (b) represents an ethical line of approach, since it is involved and principled. It deals with problems on a concrete level, but due to a humorous attitude it escapes a fixed position and a deadlock and remains open, which is always vital in a conflict. When trapped in cold, categorical and heartless judging – like when you are enmeshed in an ahrimanic organization (Einrichtung) – you need an empathic humour to reach a deeper level, get an existential insight, see the underlying, common reality and indvidualize yourself from it. Just to look at yourself and others with a broader, living and more human perspective. Do not separate from the wholeness of life.
The last paper (c) represents a religious line of approach in which you individualize yourself in existential faith and deliverance. When you see your own shadow there is more spaciousness and acceptance and no need for projection. You discover the middle – the only possible place for the I. You stand apart in an existential faith that no one can look into without the same kind of faith and surrender, and yet you stand together with the part of every human being, who is before the cross of Christ in truth.

Adam Michaelis,
During Whitsuntide (Pfingsten) 2013
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Adam Michaelis: Appendix C

Als dritter Teil nach „Prokofieff versus von Halle- the fight over a (non-protected) title“ und „And if Judith von Halle were not stigmatized for all the world to see“ folgt nun „Appendix C“:

„Let this be said again, once and for all. Of course, we do not now the truth or reality about that event or Judith von Halle. Only Christ knows that. But that is not the important issue here. The problem is, how existential truth can be aligned with it, and how we should orientate ourselves in such a situation existentially. You see, we are all in a way stigmatized and crucified right now in Christ. Why look to Judith von Halle as somebody special in that regard? This is really an existential illusion. A game you play with yourself in order not to see yourself and reality.“

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Adam Michaelis: And if Judith von Halle were not stigmatized for all the world to see - an exercise in contrapuntal thinking

Adam Michaelis knüpft in der vorliegenden Anschluss- Betrachtung an seine bisherigen Betrachtungen zum internen Konflikt innerhalb der anthroposophischen Gesellschaft - dargestellt an der Auseinandersetzung zwischen Sergej Prokofieff und Judith von Halle - an und führt sie dieser Stelle in einem ausgesprochen „existentielles Arbeitspapier“ weiter. Es ist so geschrieben, und es ist auch so zu lesen, auch wenn zweifellos ein Wechsel der Ebenen der Betrachtung vorliegt. Ein Arbeitspapier, das hypothetisch okkulte Hintergründe der Problematik in einer Art Spiegelung der sichtbaren Phänomene betrachtet und damit zur eigenen Arbeit des Lesers anregen will. Damit soll der schwierige, in mancher Hinsicht für die anthroposophische Gemeinschaft existentielle Dissens nicht weiter vertieft werden. Es ist sicherlich ein Papier, das sich Menschen nur dann erschließt, wenn selbständige Menschen, die mit dem Konflikt vertraut sind, die Bücher sowohl Judith von Halles und Sergej Prokofieffs gelesen und studiert haben. Das Arbeitspapier schliesst in vielen Punkten an die Betrachtungen Sergej Prokofieffs an. Wegen der besonderen Tragweite des Konflikts möchten die Egoisten das Papier an dieser Stelle publizieren, auch wenn insbesondere der mittlere Teil („This is the actual construct“) zwangsläufig Widerspruch, ja vielleicht Empörung bei vielen Lesern hervor rufen wird.
Die Arbeit liegt bislang nur im englischen Original vor.

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Zum Download des Arbeitspapiers.
Gesammelte Arbeiten von und über Adam Michaelis bei den Egoisten
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Adam Michaelis: Prokofieff versus von Halle- deutsche Version

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Hier die von Ingrid Haselberger und Jostein Saether erstellte Übersetzung (als PDF- Download) des Grundsatz- Artikels von Adam Michaelis zum Konflikt zwischen Sergej Prokofieff und Judith von Halle. Der zur Zeit auf bei Facebook vor allem auf englischsprachigen Seiten diskutierte Aufsatz wurde vor zehn Tagen bereits bei den Egoisten vorgestellt.
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Adam Michaelis: Prokofieff versus von Halle - the fight over a (non-protected) title - a critical philosophical-spiritual review

Adam Michaelis unternimmt in seinem Essay den Versuch, die schweren Konflikte, die sich in der Debatte um Sergej Prokofieff und Judith von Halle entzünden, von einem esoterischen Außen- Standpunkt aus zu erfassen. Er nutzt dabei Stufen der inneren Reife und Entwicklung, die Søren Kierkegaard, der dänische Philosoph, vor nahezu 200 Jahren entwickelt hat. Gleichzeitig kommt Michaelis zu einer Art Diagnostik der inneren Kultur heutiger anthroposophischer Debatten, obwohl er zugleich anthroposophische Kategorien und Begriffe verwendet. Michaelis schreibt aber auch als Kenner der Schriften der Kontrahenten. Die Schlussfolgerungen, die er zieht, führen dazu, die momentane anthroposophische Bewegung als nahezu bewegungsunfähig zu erkennen: „Or put differently: Within the structure of institutionalized Anthroposophy, A and B are necessarily in conflict and no way out of it can be seen. The conflict goes with the territory so to speak. It is a built in feature in the social and intellectual organization of this movement.“ Trotz der scheinbaren „spirituellen“ Inhalte sowohl bei Prokofieff wie bei von Halle vermisst Michaelis neben dem Humor auch reale spirituelle Qualitäten. Daher ziehen die Kontrahenten in einem gegenseitigen Patt scheinbar unaufhaltsam Jünger und Anhänger an sich, die die jeweils diametral gegensätzlichen Positionen besetzen.

Normally we do not name actual persons when discussing the signs of the times, but we can not simply ignore the current quarrel in the heartland of Anthroposophy over esoteric Christianity, the legacy of Rudolf Steiner and the (non-protected) title of being a real “spiritual researcher” (Geistesforscher) between the two prominent anthroposophical authors, Sergej Prokofieff and Judith von Halle. Schismatic eruptions and heretic dismissals are old news in the movement of Anthroposophy – but there are plenty of reasons for taking a closer look at this incident. With the oddly synchronous publication of two recent books, one by Sergej Prokofieff, Zeitreisen – Ein Gegenbild anthroposophischer Geistesforschung, the other by Judith von Halle, Anna Katharina Emmerich – Eine Rehabilitation, the public dispute between the authors has reached a new level since the publication of Prokofieffs polemic supplement or “Anhang” to his book, Das Mysterium der Auferstehung im Lichte der Anthroposophie. The level of polarization and the expected distribution of possible standpoints pro et contra have been enhanced foreseeably, and a deep crack is spreading in Anthroposophy as an institution. This is no trivial dispute! It is an open discord which reveals a fundamental dissonance.“

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