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Buddha

Das Buddha- Bewusstsein

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Die abgebildete Figur, die ich auf der Kunstinsel Hombroich in einem Pavillon fotografiert habe, hat eine außergewöhnliche Kraft. Das ist einer der Buddhas, die man verstehen möchte - d.h. ihr sich so annähern, dass man die dargestellte innere Gesamt- Gebärde wenigstens im Ansatz mit vollziehen kann. Ein ähnliches Bedürfnis, wie es, auf andere Art, in der Begegnung mit vielen Mariendarstellungen aufkommen kann- oder auch mit Darstellungen des Letzten Abendmahls.
Allerdings ist die Visualisierung der Kundalini- Kraft im Rücken des Buddha etwas, der man sich nicht unmittelbar aussetzen möchte; es ist ein korrumpierter Bereich. Magier und fragwürdige Meister wie Baghwan- Osho wirkten darüber, indem sie Einfluss auf den Schüler nahmen; daher die ursprüngliche Verbindung mit sexuellen Energien, die Osho später allerdings zurück gedrängt hat - spätestens nachdem er mit seinem Expansionsdrang in den Westen innerlich und äußerlich gescheitert war. Dass er nicht einmal davor zurück geschreckt ist, mit biologischen Kampfstoffen zu operieren, ist in einem Artikel in The Atlantic nach zu lesen.

Auf selbstbestimmte, transparente Art und Weise gehen wir, das Denken meditativ belebend, vom Stirn- Chakra aus. Im Laufe von Jahren der Übung werden Kehlkopf- und Herz- Bereich angeregt, so dass eine Kraftsammlung im Zusammenwirken dieser drei Bereiche erreicht wird. dadurch wird eine neue Qualität der Versenkung erreicht- offenbar indem die achtblättrige Lotosblume in der Nähe des Herzens ihre Aktivierung erlangt. Möglicherweise beginnt auch ein zartes Regen der Kräfte aus der Region der Zirbeldrüse. Es ist schwer zu sagen, da eine generelle Kraft mit einer Fülle von Erfahrungen erweckt wird. Schließlich sind sowohl imaginative als auch energetische und wesenhafte Erfahrungen berührt, ohne im geringsten irrational zu wirken. Es ist alles voll bewusst- eine willenhaft, wesenhaft durchzogenes Denken, das aber losgelöst von der nur physisch vermittelten, gespiegelten Hirntätigkeit erscheint. Schließlich erweitern sich die energetisch erlebten Felder des empfangenden hellen Willens, indem sie in die Hände und schließlich in die Füße fliessen. Man tritt in die Ungeborenheit, in das Buddha- Bewusstsein ein. Nun ist es möglich, eine innere Linie durch die Leiblichkeit zu erleben, an deren Spitze die tausendblättrige Lotosblüte spürbar wird. Man kann sie mitunter tatsächlich im Hirnstamm festmachen. Dadurch wird ein anfängliches Miterleben und Verstehen dessen möglich, was der abgebildete Buddha aussagt. Allerdings ist für den Menschen des 21. Jahrhunderts ein bewusster Weg unabdingbar, der seine Autonomie sichert, und der daher in der Linie der Chakras von oben nach unten - in stetiger Transparenz - vor geht. Die überwältigende Wucht der Kundalini- Energien wird dabei nicht berührt; diese bleiben im Hintergrund.
Der Denkpol kann sich gleichwohl, auf moderne Art, der Buddha- Sphäre öffnen.
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Die Mysterien von Stier, Löwe und Adler

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In alten Mysterien sind die genannten Tiere als Symbole für Lebenskräfte, schaffende Lebensmächte verehrt worden, von Ishtar über die Isis- Kulte bis hin zu Zeus, wie Maria Röschl-Lehrs* ausführte: „Wir sehen, wie da in den ältesten Kulturperioden der Stier, die Kuh, als Leben tragende Macht besonders verehrungswürdig war. An vielen Mythen und einzelnen Zügen uralter Menschheitsdokumente, auch der altpersischen Zeit, könnte man dies nachweisen. Noch in der 3. Periode wird die Isis mit Kuhhörnern abgebildet. Und in etwas späterer Zeit sehen wir am babylonischen Ischtar- Tor und auch in der übrigen assyrisch- babylonischen Kunst den Löwen vorherrschen. Der Löwen- bespannte Wagen der Göttermutter spielt bis nach Kleinasien herein im Kulte eine große Rolle. Und diese asiatische Priesterkultur wird abgelöst von den denkenden, listengewandten Königen der kriegerischen Griechen,die Zeus als König der Götter und Menschen verehrten. Des Zeus Vogel ist der Adler, das Symbolum des neuen Weltregenten, der selber Repräsentant ist der plastizierenden Weisheit der Haupteskräfte in ihrer kosmischen Wirkensgröße.“ (S. 110)

Es fand also eine gewisse Entwicklung statt von vegetativ- natürlich und kosmischen Kräften des Stiers über die Sonnen- verehrenden Löwenkulte bis hin zur Kultivierung von Kräften, die auch mit dem selbständigen Denken zusammen hingen. Die in den frühen Kulten verehrten kosmisch- göttlichen Kräfte haben aber, wie uns heute bewusst ist, auch ihre Entsprechung im Menschen. Die Stierkräfte im Menschen hängen vor allem mit dem Stoffwechsel, Verdauung, Fortpflanzung zusammen und sind in den Aspekten des Wirkens völlig unbewusst. Die Komplexität des Verdauungsvorgangs wird erst heute, durch die Forschung der letzten Jahre, mehr und mehr bewusst. Es ist ein „intelligenter“ Prozess, der Wahrnehmungsanteile unter der Schwelle des Bewusstseins hat, aber derartig umfänglich in Kommunikation mit den Stoffen der Außenwelt interagiert, dass man z.B. in Bezug auf den Darm auch von einem „zweiten Hirn“** spricht. Auf dieser Ebene agiert ein biologisch- vegetatives Selbst, das unabhängig von unseren bewussten Gedanken ist, etwa eine eigene bakterielle Welt umfangreichster Art unterhält, und das einen Großteil unseres existentiellen „Willens“ ausmacht. Die Löwe- Sonne- Kräfte schaute Rudolf Steiner im Menschen mit auch zum großen Teil unbewusst aufflammenden Empfindungen zusammen- vegetativ mit Herz- und Lungenbereich. Auch hier findet eine ständige Kommunikation mit der umgebenden Welt durch die Atmung und die Aufnahme des Sauerstoffs statt. Die „Löwenkräfte unserer Physis“ (R-L, S. 37) sind die mittleren und vermittelnden „Kräfte des Physisch- Ätherischen“. Im Bild des Adlers schließlich werden die Kräfte erfasst, die an der Bildung des gesamten nervösen Systems beteiligt sind, wodurch im Spiegelprozess am Gehirn das physische Bewusstsein erwachen kann - der erste Schritt der Selbstgewahrwerdung des Menschen.

In den alten Mysterien schwangen sich auserwählte Menschen in besonderen Situationen, geführt und behütet durch Priester, in diese Kraftwirkungen hinein, die sowohl im menschlichen Körper, als auch in der gesamten umgebenden Natur tätig sind. Askese, völliger sozialer Rückzug, Vorbereitung von Kindesbeinen an, Hilfestellung durch ekstatische Erlebnisse und spezifische Drogen, mögen mit zu diesem Ausnahmezustand geführt haben.

Heute ist der Pol des Adlers in uns potentiell so weit verselbständigt, dass die früher nur in der ekstatischen Vereinigung mit Naturkräften mögliche Bewusstwerdung auch im Alltag möglich wird. Das Denken kann sich so weit verselbständigen und kräftigen, dass es in reiner Improvisation, aber zugleich im hohen Grad fokussiert das geistige Pendant der Stier-, Löwen- und Adlerkräfte erfahren kann. Es wird dies auch nicht zu einem Rückzug, zu exotischen Haltungen oder esoterischer Sonderbehandlung führen- ganz im Gegenteil, die zunehmende existentielle Verletzung des Menschen in seiner tiefen inneren Widersprüchlichkeit in seinem Denken, Fühlen und Wollen kann nur durch ein solches Bewusstwerden harmonisert werden. Sich verhärtende Gefühle, Seltsamwerden im Denken und Willensimpulse, die der Mensch an sich beobachtet und selbst nicht versteht- das ist heute die Lage. Zunehmend ist kaum jemand nicht merkwürdig- und die Entgleisungen werden selbstzerstörerisch, suchtartig und antisozial. „In den Menschen, der sich geistig geschult und sein Wesen auf eine bestimmte höhere Stufe der Vollendung gebracht hat, wird - wie Rudolf Steiner es im Jugendkurs ausdrückt - reines Denken zu reinem Wollen. Die zerstörenden Gegensätze werden eben da aufgehoben.“ (S. 119)

Der Prozess der fortschreitenden Selbstgewahrwerdung ist in erster Linie heute ein Loslösen, ein Selbständigwerden von den physischen Prozessen: „Durch richtig fortgeschrittene Schulung kann die Fähigkeit erlangt werden, dass der Mensch sich - nicht im Schlafe, sondern aus dem wachen Tagesbewusstsein heraus- willentlich in eine innere Haltung versetzt, durch die der Ätherleib sich löst.“ (R-L, S. 51) Das „Bestehen“, ohne assoziativ, erinnernd oder grübelnd an etwas Vergangenes anzustossen, führt auch zu einem „leibfreien Miterleben mit dem Seelischen der ganzen Umgebung“ (R-L, S. 50)- sowohl, was das komplexe Innenerleben anderer Menschen, als auch, was natürliche Prozesse in Jahreszeiten, Pflanzenwachstum und Auswirkungen kosmischer Prozesse auf die Lebenskräfte betrifft. Nicht selten kommt es dabei zu einer biografischen Krise, zu einer Neuorientierung, ja, zu einer moralischen Wiedergeburt. An dieser „Schwelle“ kann es zu einer Wahrnehmung der Kräfte kommen, die die Leiblichkeit tragen - eben von Stier-, Löwen- und Adlerkräften. Aber der „zweite“, sich rein geistig erfahrende Mensch kann sich nach und nach auch in der Dynamik seiner selbständigen Existenz erleben. Dabei senkt sich sein bewusster Pol (Adler) in die existentiell- natürlichen Stierkräfte hinein, während seine Willenskräfte (Stier) das Denken entfachen und verlebendigen. Während die Chakren von der Lotosblüte an der Stirn nach unten hin in eine erste Bewegung geraten, dabei innere freie Räume gestalten, beginnt sich der geistige Mensch - die Entität - in derselben Richtung zu formen - aber in umgekehrter Gestalt im Vergleich zum physischen Menschen. Die transformierten, freien, nicht mehr körperlich gebundenen Lebenskräfte entfalten sich, als Stier den Adler belebend (reines Denken), als Adler die unbewussten Stierkräfte verständig gestaltend (reiner, empfangender Wille). Was aber geschieht, wenn mittlere Löwenkräfte auf den physisch gebundenen Löwen stoßen- wenn das „Herzdenken“ erwacht?

Röschl- Lehrs zieht zur Illustration eine Legende der mittelalterlichen Rosenkreuzer heran: „In alten Darstellungen namentlich der rosenkreuzerischen Alchemisten sehen wir daher den Leu - als den Repräsentanten des mittleren Menschen- auch in zweifacher Gestalt auftreten, oft in zwei Farben; es wird vom roten und vom grünen Leu gesprochen. Auch finden beide sich so dargestellt, dass der eine Löwe den anderen verschlingt. Das will sagen: so muss die irdische Kraft der Mitte sich verschlingen lassen von der anderen, der des zweiten Menschen. Dann wird menschliches Fühlen zu kosmischem Fühlen, es wird vom Weltenfühlen abgelöst: es weitet sich über die Grenzen der egoistisch engen Persönlichkeit. (…) Nicht Polarität, sondern Steigerung wirkt auf einem solchen Wege.“ (S. 120)

Das ist die Alchemie des Ich; das Aufflammen der alten Mysterienweisheit im zeitgenössischen Individuum.


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*Maria Röschl-Lehrs: Vom zweiten Menschen in uns, Dornach 1972
** „Wer bestimmt, ob ein Mensch gute oder schlechte Laune hat und wie er sich verhält? Sein Bewusstsein oder Milliarden von Bakterien in seinem Bauch? Was weiß die Forschung über den Magen-Darm-Trakt, der voller Neuronen ist und ein eigenständiges Nervensystem bildet? Vor einigen Jahren entdeckten die Forscher, dass Magen und Darm des Menschen rund 200 Millionen Nervenzellen enthalten. Nur allmählich gelingt es, den ständigen Dialog zwischen den beiden Steuerzentralen Bauch und Kopf zu entziffern.“ Link ARTE
Foto Michael Eggert; Museumsinsel Berlin
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Der vollkommene Lehrer in uns selbst

Es ist sicher kein zentrales und auch kein notwendig zu lesendes kleines Buch von A.H. Almaas, aber eben doch eines, in dem die richtigen Fragen gestellt werden. Ich spreche von "Das Elixier der Erleuchtung" (Freiamt o.J.) und die Frage ist die, warum, wenn zahllose Religionen, Gurus, Säulenheilige, Erleuchtete doch Wege gelehrt haben, in irgend einer Weise Erlösung von dem Begehren gelehrt haben, "die Reaktion auf diese Botschaft" so "minimal" ist: "Man bewundert und liebt vielleicht eine Lehre, aber normalerweise reagiert man nicht auf diese Einsicht in das Begehren." Manche versuchen der Lehre zu folgen, manche folgen ihr äußerlich, manche unternehmen "noch nicht einmal den Versuch, (..) wirklich zu folgen."

Das liegt nach Auffassung von Almaas daran, dass der "Glaube an die Lehre über das Begehren" von einer unbewussten Ablehnung unterminiert wird, von einem Mangel an essentieller Berührung, weil die persönliche Erfahrung, "die auf Begehren beruht", auf einer anderen Ebene sagt, dass diese Lehre nicht wahr ist, nicht für den Einzelnen selbst: "In den Tiefen seiner Persönlichkeit glaubt er, dass er bekommt, was immer er will oder braucht, wenn er es nur genug begehrt, und dass er nicht haben kann, was er möchte, wenn er es nicht begehrt. Mit anderen Worten: Wenn man die Wahl hat zwischen Haben und Sein, garniert man zwar sein Haben gern mit einer Lehre vom Sein, entscheidet sich aber letztlich immer für das Haben. Denn existentiell glaubt jeder Mensch, dass er "physisch nicht überleben wird, wenn er seinen Begierden nicht folgt". Erst wenn reale geistige Erfahrungen des Seins vorliegen, kann dieses Verhaftetsein, das letztlich auf der Angst vor dem Tod beruht, bearbeitet werden.

In der Folge untersucht Almaas eine Reihe von "Lehren"- vom Buddhismus über zeitgenössische Lehrer wie Sri Aurobindo, Osho, Krishnamurti- und zeigt auf, dass sie Antworten auf bestimmte Fragestellungen wie ein Produkt anbieten, aber höchst selten den Adepten (um eine gern benutzte Phrase zu benutzen) dort abholen, wo er tatsächlich steht. Es reicht eben nicht aus, "wenn ein Meister zu einem Schüler aus seiner eigenen Perspektive spricht." Die Probleme der Schüler variieren dabei ganz erheblich. Wie sollte man z.B. selbstlose Hingabe erwarten, wenn ein Mensch gerade erst mühsam lernt, sich zu behaupten und nicht ständig unterwürfig zu reagieren? Jemand mit einem Mangel an Selbstgefühl oder Selbstbewusstsein kann sein Selbst nicht aufgeben; jemand, der sich leer, einsam und unverbunden fühlt, kann mit dem Ideal einer Erfahrung der Leere nichts Positives verbinden. "Hingabe" bedeutet für den normalen Menschen erst einmal, das sein existentieller Schutzschild, seine sich selbst behauptende "Abwehr", aufgegeben werden soll. Ein Mensch ohne Schutz ist auf dieser Ebene aber lediglich ein verletzlicher Mensch. Inwieweit sollte - hier spricht Almaas vor allem die Christen an- Selbstlosigkeit zur Freiheit führen? Selbst ein "Christus- Bewusstsein" im Sinne einer selbstlosen Liebe, kann man aus diesem Grund im Munde führen, aber nicht, bevor Vieles in der "Seele entwickelt" worden ist, tatsächlich "verkörpern". Auf dieser existentiellen Ebene möchte niemand wirklich in einen "Abgrund" springen, von dem man nur annehmen kann, dass dieser Abgrund nicht mehr als "Geheimnis und geheimnisvolles Andeuten" bedeutet.

Die Essenz ist kein mystischer fremder Ort jenseits unserer Persönlichkeit: "Unser Wesen, unsere Essenz, das Göttliche in uns, ist mit unserer Persönlichkeit auf eine sehr komplexe und intime Weise verbunden." Gleichzeitig ist aber diese Persönlichkeit "als ganze" auch unsere innere Barriere gegen Essenz. Es gibt z.B. bestimmte Aspekte der Persönlichkeit, die sich permanent ängstlich gegen jede Erfahrung der Leere anstemmen, indem wir konsumieren, uns in bestimmte Glaubensinhalte stürzen, in Beschäftigung, Arbeit und "feste Standpunkte". Insofern hat jeder Mensch - je nachdem, wie er sich entwickelt hat- spezifische Abwehrmechanismen, aber auch spezifische Chancen des Zugangs zur Essenz. Diese ändern sich je nach Lebenssituation. Eine Überwindung dieser inneren Zerrissenheit des Adepten wird nur gelingen im Rahmen einer Entwicklung, in der er nicht nur fühlt, dass er "Willen besitzt", sondern indem er fühlt, dass er Willen ist. Diesen Willen muss man, bevor dieser verwandelt werden kann, erst mal haben. Die speziellen individuellen Persönlichkeitsthemen müssen bearbeitet sein. Bis dahin besteht das grundsätzliche Dilemma fort, dass "Leiden, wie fast immer, einfach fortdauert". Die Erfahrung von essentiellen Aspekten unseres inneren Dramas ist immer eine sehr schmerzhafte Konfrontation "mit Teilen von uns selbst, mit denen wir uns normalerweise nie auseinander setzen würden", mit "Teilen der Persönlichkeit, die wir nie zuvor in Frage gestellt haben". Unsere unbewussten etablierten Muster und Konditionierungen sind so stark, dass wir durch eine schwierige Phase des Konflikts zwischen "Essenz und Persönlichkeit" hindurch müssen. Eine kleine Berührung allerdings kann so wirken, dass die Essenz selbst "als ein perfekter Lehrer" zu wirken beginnt. Die Aspekte in uns, die uns aus dem Gleichgewicht bringen, werden "sanft und auf angemessene Weise" aufgedeckt: "Kein menschlicher Lehrer kann so präzise, so effektiv und so angemessen sein". Die einmal gespürte Nähe der inneren Essenz "lässt uns nicht ruhen", bis sie sich uns mit "intuitivem Verstehen", mit ihrem "Wissen, mit ihrer Lehre und mit ihrem Verstehen" erfüllt. Langsam wird der essentielle Aspekt "unser Sein und unsere Präsenz": "Keine Bewegung von Begehren. Keine Bewegung von Festhalten. Kein Klammern an irgendetwas."

So kommt vielleicht ein Stadium, in dem wir erfahren: "Wir haben den vollkommenen Lehrer in unserem eigenen Sein."
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Drei Chakren

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Diese etwas unscharfe Darstellung eines Pharaos aus dem Neuen Museum auf der Berliner Museumsinsel ist auch das Bild einer bestimmten Art der Einweihung. Man sieht die drei Chakren, die dabei betont werden- das schlangenhafte Stirnchakram, das zarte, erdwärts gerichtete Kehlkopf- Chakram, das zugleich mit dem Kopfhintergrund korrespondiert, und das ungemein betonte Scheitelchakram, das sich gänzlich dem kosmischen Strom hingibt, ja das Himmelsrund geradezu abbildet. Die Individualität tritt gänzlich zurück, hat sich hingegeben- wenngleich horchend und in den Lippen fokussiert. Die Betonung des Gleichklangs weist unbedingt nach oben, ins Lauschen in die Sternensphären hinein. Die kosmische Sphäre dringt von oben geradezu überwältigend hinein, der Mensch ist ganz empfangend und lauschend geworden.

Übrigens hat Steiner in frühen Jahren auch Übungen in Bezug auf die Chakren gegeben (wer interessiert ist, konnte meinen Artikel „Spiegel putzen“ im Juli- August- Heft von Die Drei nachlesen- inzwischen nicht mehr online erhältlich ). Dazu ergänzend möchte ich eine Übung schildern, in der Rudolf Steiner anregt, den vor der Stirn meditativ gebildeten geistig- ätherischen "Raum" in den Stirnpunkt hinein zu ziehen, ihn sich ins den hinteren Schädel ergiessen zu lassen, um ihn das Rückgrat hinunter bis auf den Grund laufen zu lassen. Die dort - am Kundalini- Punkt- gesammelte Kraft sollte wieder bis auf Herzhöhe hinauf geleitet werden, um dann kraftvoll nach vorne zu strahlen.

Diese komplexe Übung, die ich jetzt auch nur wiedergebe, weist auf die heute angemessene Struktur der aktiven Chakren hin: Heute bilden Stirn, Kehlkopf und Herzhöhe den Dreiklang des Einweihungsgeschehens. Es ist ein sich ergänzendes Trio, das wesentlich mehr dem individuellen Charakter, den wir besitzen, entspricht als das alte, das im Pharao- Bild erscheint. Wir sind weniger nach oben gewandt als nach vorne. Der Kehlkopf ist ein gestaltendes Moment, das das Raumbildende der Stirn moduliert und kraftvoll entfaltet. Die Herzkräfte ergießen sich bis in die Mitte der Hände und sind erdhaft- willenhaft. Insgesamt ist das ganze Geschehen plastisch, aber auch ganz persönlich, und zugleich durchzogen von Kräften, die darüber hinaus gehen. Wir sind individuelle soziale Wesen, die sich in einen waagerechten Strom stellen. In diesem Strom, in dem die Kraft der drei Chakren einen geistigen Raum bildet, fliessen zugleich Lebenskräfte hinein, die das Individuelle in sich aufnehmen und mit der Kraft des Logos erfüllen.

Es hat so eine Verschiebung nicht nur der wesentlichen Kraftbereiche, sondern auch der Richtung statt gefunden, wie es nach der Neubegründung aller Mysterien durch die Auferstehung Christi nicht anders sein kann.

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Inzwischen sind durch einen aufmerksamen Leser Zweifel laut geworden, ob das beschriebene Geschehen in Bezug auf die Chakras als sich „ergänzendes Trio“ zu verstehen ist. Vielmehr spielt eine weitere Ebene eine nicht zu unterschätzende Rolle, die mit einem Chakra verbunden ist, das mit der Zirbeldrüse in Zusammenhang steht: „Die Wiedergabe der Übung (aus GA 264 oder 267) in deinem Aufsatz ‘Drei Chakren‘ scheint mir nicht richtig zu sein. Das heißt nicht am Stirnpunkt, sondern „an die Stelle im Innern des Kopfes …, wo etwa die Z (Zirbeldrüse) sitzt.“, „was man die Mitte des Gehirns nennen könnte, …, in der Zirbeldrüse.“ (GA 227) oder der “vorläufige Mittelpunkt” im Kopfe (GA 10 und 13).“ (Ton Majoor) Ich bitte meine simplifizierende Darstellung zu entschuldigen.
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Das Tibetanische Totenbuch in Romanform

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Eines meiner ersten Bücher auf dem elektronischen Kindle- Lesegerät, dessen Nutzen und Nachteile ich bereits angesprochen habe, war „This Flawless Place Between“ von Bruno Portier. Ich wäre wohl nicht darauf gekommen, wenn es nicht im Kindle- Blog besprochen worden und an einem Tag zu einem Preis von etwa einem Euro angeboten worden wäre. Es gibt das Buch aber auch, in digitaler wie in konventioneller Form, in deutscher Übersetzung. Die Beschreibung für den Kunden lautet ziemlich euphorisch (ebenso wie auch der Titel in deutscher Übersetzung merkwürdig daher kommt): „Evan und Anne sind mit ihrem Motorrad in Tibet unterwegs. Beim Versuch, einem plötzlich auftauchenden Bauern auszuweichen, kommt es zum Unfall, Anne kommt ums Leben. Der tibetische Bauer kümmert sich um das Paar und praktiziert Übergangsrituale für die sterbende Anne. Getragen von ihrem Karma durchlebt sie einzelne Stationen ihres Lebens noch einmal. Beim „Bardo“, dem in der tibetischen Tradition so bezeichneten Zustand zwischen Leben und Tod, entscheidet sich Anne dafür, wiedergeboren zu werden. Dem Autor gelingt es meisterhaft, die Thematik des tibetischen Totenbuchs in Romanform zum Leben zu erwecken.“

„Meisterhaft“ ist wirklich stark übertrieben. Man sollte keine große Literatur erwarten. Aber das Thema ist mutig gegriffen, und die Art der Darstellung berührt wirklich sehr. Das junge Paar auf seiner Tour durch abgelegene Wege im Himalaya verunglückt schwer, stürzt in einen Abgrund. Es hat ein Kind bei den Eltern der Frau zurück gelassen. Der Mann ist schwer verletzt und nicht in der Lage, Hilfe zu holen. Ein obskurer tibetischer Heiler vollzieht die Rituale des Tibetanischen Totenbuchs an der toten Frau, die als Verstorbene am Ort des Unfalls herum irrt und nicht realisiert, dass sie tot ist. Sie beginnt erst zu verstehen, was geschehen ist, als sie ihren eigenen Leichnam entdeckt. Sie ist in einem Zwischenreich gefangen. Alle Bemühungen des Heilers gehen darum, ihr den Übergang zu erleichtern. Dazu muss sie die verworrenen, ungeklärten Tatsachen ihrer Liebesbeziehungen aufarbeiten. Mit der Zeit, den Stunden der Durchführung des Rituals, wird sie losgelöst vom direkten Umkreis und gelangt innerlich zu ihrem Kind daheim. Auch die Beziehung zu ihrem jetzigen, verletzten Partner steht ihr vor Augen. Sie entscheidet sich nach meinem Verständnis nicht dafür, wieder geboren zu werden, sondern diesen Zwischenzustand zwischen Leben und Tod mit den direkten intensiven quasi-leiblichen Verbindungen zu den Liebsten aufzugeben. Es handelt sich darum, die Tatsache des Verstorbenseins anzunehmen, zu akzeptieren und in eine Verwandlung hinein zu gehen. Der Heiler sieht dabei Eile geboten. Er befürchtet eindringlich, es sei nur eine begrenzte Zeit für den Schritt vorhanden, da sonst Gefahren des dauerhaften Klammerns und Haftens bestünden. Das Ganze ist von ihrer Sicht aus geschildert und daher sehr bewegend und nachvollziehbar. Es gibt dabei keine seltsame „spirituelle“ Sprache, sondern ein nüchternes, sachliches, kühles Umgehen mit einer sehr verständlichen Problematik.

Der Autor schildert seine Intentionen auch ganz unprätentiös: „This Flawless Place Between was born of a desire to make The Tibetan Book of the Dead accessible to a wider readership, and, to inspire readers to turn to translations and studies of the original text. The novel follows, as scrupulously as possible, the different stages of the book and transcribes the key moments into a narrative rooted in a world more familiar to Western readers.“ Den ominösen Heiler gibt es übrigens nicht, wie sich am Ende des Buches heraus stellt- man kann ihn sich vielleicht als Projektion oder als übersinnlichen Helfer beim Übergang vorstellen. Aber das bleibt offen. Evan, der verletzte Mann, kehrt nach Hause zurück, kümmert sich um das Kind und um die Probleme, die Anne zurück gelassen hat. Es ist, wie gesagt, nichts Mystisches dabei. Es ist ein pragmatisches Buch aus der Sicht einer Sterbenden, ja, einer Toten- eine zweifellos merkwürdige Perspektive. Aber es ist doch ein Buch, das man nicht schnell vergisst.




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Beingness


Wenn man bei Rudolf Steiner nachliest, was Ich, Selbst, Ich-Leib, "Höheres Ich" und dergleichen in diesem Kontext bedeuten sollen, muss man zugestehen, dass diese Begriffe nicht den Charakter einer Definition haben. Sie sind bei Steiner meist sogar nur aus dem Zusammenhang der jeweiligen Situation verständlich, da er sie durchaus widersprüchlich verwendet. Diese scheinbare Ungenauigkeit bzw. Uneindeutigkeit erklärt er gelegentlich sogar zum Prinzip, um die innere Aktivität und Aufmerksamkeit seiner Leser und Zuhörer wach zu halten. Nicht selten erscheint es so, als konstruiere er zwischen Ich und Höherem Ich eine Dualität. So zumindest könnte man auch die folgende Textstelle interpretieren:

"Nun kann aber die Seele gar nicht anders, als dieses «Ich» für ihre eigentliche Wesenheit halten, bevor sie die übersinnliche Welt betritt. Sie muss in ihr die wahre menschliche Wesenheit sehen. Sie muss sich sagen: durch dieses mein Ich muss ich mir Vorstellungen über die Welt machen; dieses mein Ich darf ich nicht verlieren, wenn ich mich nicht als Wesenheit selbst verloren geben will. Der stärkste Trieb ist in ihr, das Ich sich überall zu wahren, um nicht allen Boden unter den Füßen zu verlieren. Was so die Seele im gewöhnlichen Leben berechtigt empfinden muss, das darf sie nicht mehr empfinden, sobald sie in die übersinnliche Außenwelt eintritt. Sie muss da eine Schwelle überschreiten, an der sie nicht den einen oder anderen wertvollen Besitz nur, an welcher sie das zurücklassen muss, was sie sich bisher selbst war. Sie muss sich sagen können, was dir bisher als deine stärkste Wahrheit zu gelten hatte, das muss nun jenseits der Schwelle zur übersinnlichen Welt dir als der stärkste Irrtum erscheinen können."*

Steiner spricht das Verhaftetsein in das an, was wir als unser biografisches Ich erleben, das vom Selbstgefühl determiniert ist, vor allem aber von den permanenten nervösen Rückmeldungen, dem Anstoßen an unsere Leiblichkeit. Dieses Ich erlebt sich im Widerspruch zur umgebenden Welt, im Ich-Es-Konstrukt, das ebenfalls als Anstoß zur Konstitution des Selbst zu erleben ist. Dieses Konstrukt des Ich konstituiert die gegenständliche Welt als Gegenpol zur erlebten Subjektivität. Der "wertvolle Besitz", der als stärkster Trieb mit allen Mitteln verteidigt wird, wird in seinem illusionären Charakter an der "Schwelle zur geistigen Welt", d.h., in der realen meditativen Erfahrung erkannt. Aber was erlebt dann da? Gibt es ein anders verortetes, aber ebenso funktionales "höheres Ich", das dann die Beobachtersituation analog zum leiblich gebundenen Ich einnimmt? Sind wir, mit anderen Worten, geistig ein Anderer als im physischen Erleben? Dann würde in der Tat ein Dualismus herrschen, eine beängstigende Diskontinuität unseres Seins.

Meditativ ist eine solche Diskontinuität nicht erfahrbar, auch wenn es ungewohnt ist und zunächst ungewohnte Anstrengung zu kosten scheint, von der Welt der Geformtheit in ein fließendes Bewusstsein zu wechseln. Der Übergang bedarf vieler Anläufe, wird aber, wenn er gelingt, ganz natürlich wahrgenommen, als ein helles, freies und spontanes Einschlafen mit erhaltenem, aber nicht fokussiertem Bewusstsein. Wenn man damit eine Weile lebt, ist das Potential immer im Hintergrund, in jeder Situation des Tages. Die Anstrengung fällt weg, man wechselt die Ebene jederzeit, ohne gesonderte und exponierte meditative Situation. Wenn diese Stille als Potential zur Verfügung steht, wächst sich etwas von selbst aus- bestimmte Ruhezonen aus dem Untergrund klingen durch die Leiblichkeit herauf, wodurch ein Wachstum vor sich geht, das das Ungestüme des Seelenleibes allmählich besänftigt- zumindest zu wesentlichen Teilen. Dann klingt das Nonduale doch so stark, dass die Erfahrung aufscheint, dass die Trennung zwischen geistigem und gespiegeltem Ich eben nicht besteht:

"..das ist ja gerade das Bedeutungsvolle, dass wir eine gemeinsame Welt haben, wenn wir im außerirdischen Dasein sind, dass dieselbe Welt, die der eine Mensch hat, die ist, die auch der andere Mensch hat, und dass die Menschen, die sich hier im Erdendasein räumlich auseinander halten dadurch, dass jeder in seiner Haut eingeschlossen ist, sich dann auseinander halten durch die innere Kraft der Seele. Auch im außerirdischen Dasein ist jeder eine Individualität; aber er ist nicht von den anderen Individualitäten getrennt durch den Raum, sondern durch die innere Kraft der Seele, durch die zusammen haltenden Kräfte in seinem Inneren."**

Es gibt also kein Hier und Da des Individuellen, keine Trennung, sondern nur Spezifikationen der Wahrnehmung durch das gespiegelte Leib- Bewusstsein. Wenn wir die leiblich- nervös bedingten Rückmeldungen meditativ abstellen können, gehen wir in das nonduale Flow- Bewusstsein ein, in dem wir uns als geistige Wesen erleben lernen.

Der kluge zeitgenössische Mystiker A.H. Almaas drückt diese Erfahrung so aus***: "As the restricted self — what we call the ego — lets go, its very substance unfolds like a flower. The ego doesn’t die, it transforms. The ego is nothing but the perspective of the surface of the soul, which is the true being. Many spiritual traditions go on about slaying the ego. But you can’t kill the ego. There is no separate thing that is ego. The ego is action, simply an activity that fastens your being, your soul, your psyche, and your self in a particular way."

Die eigentliche Anstrengung ist es, dieses abgegrenzte, abgrenzende Spiegel-Ich aufrecht zu halten. Es macht uns müde, verbraucht uns, läßt uns altern. In der Erfahrung des Seinsgrunds, in dem unsere "Substanz sich wie eine Blüte entfaltet" (Almaas) leben wir in den reinen Lebenskräften- ohne die Anstrengungen der Selbstbehauptung und des Selbsterhalts. Wir erleben uns dann auf der atmenden, pulsierenden Lebensebene dieser Welt***: "To engage the work is to participate in this world, in this magical universe. We don’t work to solve emotional problems. We don’t work to have religious experiences. We work to participate in the real world. The world as it really exists, not the world that we have been conditioned to see. It is mind-blowing to realize the nature and extent of our conditioned beliefs about the world. If you look at the universe objectively, it lives, pulses, and breathes. Everything is alive. The world is one living, huge, infinite, eternal kind of beingness."


________________
*Steiner, Ein Weg zur Selbsterkenntnis des Menschen in acht Meditationen
**Steiner, GA 218, 14.10.1922
***A.H. Almaas, Diamond Heart: Book Five: Inexhaustible Mystery
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Die Nutzlosigkeit der Gegenwärtigkeit

Unter "Nutzlosigkeit" zitiert Kühlewind in unserem Meditationsbuch "Licht und Leere" (Verlag Freies Geistesleben) Zoketsu Norman Fisher:

"Zazen ist grundsätzlich eine nutzlose und witzlose Betätigung. Man widmet sich dem Zazen nicht, weil es irgendwie hilft oder friedvoll ist oder interessant, oder weil Buddha einem sagt, man solle es tun - wiewohl wir uns vorstellen mögen, es sei hilfreich, friedvoll oder interessant-, sondern einfach weil man sich ihm widmet. Du tust es eben, weil du es tust… Auch ist es keine Frage des Wollens oder Nicht- Wollens. Zazen geschieht um des Zazen willen. Vögel singen, Fische schwimmen, und wer sich dem Zazen widmet, übt Zazen jederzeit mit Hingabe, obwohl es keinerlei Notwendigkeit dafür gibt."

Das ist eine Haltung, die ich schon beim bloßen Lesen erholsam finde. Ich kann mir z.B. keine andere Haltung vorstellen, mit der man unbefangen, unangestrengt, durch die Natur gehen könnte, um auf sanfte Art und Weise den Dualismus im Wahrnehmen zu überwinden. Man kann sich ihr gar nicht anders annähern. "Konzentration" und "Fokussierung" müssen quasi in Fleisch und Blut übergegangen sein- durchsichtig geworden. Man konzentriert sich und fokussiert sich nicht mehr im Sinne eines Willensakts, sondern der Wille ist einfach da, ist bereit, ist ein Teil des schwingenden, unsichtbaren Leibes, der einen durchdringt. Irgendwann ist eine Spur des lichten Leibes stetig im Rücken da, schwingt mit, geht auf und zieht sich wieder zusammen. Man kann präzise sein, ohne sich dabei zu verkrampfen.
Natürlich ist das auch eine Denk- Kraft, jedoch in einem transzendierten Sinn: Der Lichtkörper ist auch der Willensleib, und man lebt darin. Nur so ist es möglich, das Gesamte der Erscheinung eines Augenblicks in der Natur mit zu leben, mit zu erleben. Nur so - aus meiner Perspektive- gelingt es gelegentlich, dass der Augenblick sprechend wird. Dann quellen aus den Erscheinungen heraus Empfindungen und Einsichten. Die Blüten, die Wolkenformen, der Wind tragen immanente Empfindungen an das innere Ohr. Das ist in der Tat sinnlos und witzlos, weil es einfach ein Mitgehen mit dem ist, was ist. Es ist voller Freude, das gewiss. Und es ist voller Hingabe, das auch.

Aber es ist meilenweit entfernt von dem, was z.B. die Erleuchtungssucher erwarten. Ich habe wirklich keine Ahnung, ob was und wann was "erleuchtet" sein mag, und es ist mir auch völlig egal. Das Wichtigste ist, real zu sein, präsent und wach. Es mag da Fortschritte oder ein Weiterkommen geben, aber der Gedanke daran würde den Willen korrumpieren und schon die Präsenz zerstören. Diese Erleuchtungs- Kategorien haben mehr etwas mit amerikanischen und asiatischen Werbestrategien zu tun als mit dem, was jetzt ist. Es ist für mich mehr das RTL- Programm als Realität.

Anders bei den wenigen Anthroposophen - etwa Mieke Mosmuller-, die offensichtlich tatsächlich Erfahrungen solcher Art macht, aber ihnen immer schwindelerregende Zuordnungsbegrifflichkeiten (Erzengel, Sophienerscheinung..) hinterher schiebt, die das Ganze anthroposophieren, glorifizieren, kontextualisieren, kategorisieren. Es schnappt dann bei ihr zu, wird reich an Begrifflichkeit und Großartigkeit, aber zugleich arm an Erfahrung, Konsequenz, Genauigkeit.

Ob Erleuchtungssucher oder Sich-Selbst-Heiligende, es schnappt fast immer die Falle zu, dass es gewaltig, wichtig, einzigartig sein muss. Verloren wird der Augenblick, die Präzision, die Tatsächlichkeit, die Unangestrengtheit. Deshalb noch einmal ein Loblied auf Fisher: "Vögel singen, Fische schwimmen, und wer sich dem Zazen widmet, übt Zazen jederzeit mit Hingabe, obwohl es keinerlei Notwendigkeit dafür gibt."
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Michael Eggert: Heimgekommen

hallhaus

Dieser Ort hat keinen
Längen-, keinen
Breitengrad

Hierhin bist du heimgekommen
Obwohl du dich nicht mal
Bewegst

Hierher kamst du angeschwommen
Eine Hand im Wind und
Eine in den Sternen

Ein Auge unterm laubbedeckten
Boden, Blinzelblicke unterm
Roten Ahornblatt

Vor der Phalanz ungeblühter
Azaleen - dort wo
Der Buddha steht

Der Ort hat dich erreicht und
Füllt dich aus. Hier
Bist du zuhaus.
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Michael Eggert: Die Zeit anhalten

Voraussetzungen im engeren Sinne gibt es keine, um ins nonduale Erleben zu wechseln, oder, um in unserem Sprachstil zu bleiben, die Zeit anzuhalten. Ich persönlich mag dabei keine überkreuzten Gliedmaßen und andere Verrenkungen; ansonsten gilt nur: Bequem sitzen. Natürlich ist es nicht ganz leicht, das willentlich abzustellen, was uns immer im Zeitstrom hält: Das was ich gleich machen wollte und will, dass ich noch diesen Arzttermin habe und im Keller staubsaugen wollte. Das, was gerade passiert ist und noch nicht geklärt: Der Brief mit dem amtlichen Siegel, der gerade im Briefkasten lag, meine berufliche Stellung, die gerade durch eine neue personelle Konstellation fraglich geworden ist. Aus all dem, in das ich eingespannt bin, möchte ich nun heraus treten und frische Luft dabei schöpfen.

Womöglich hilft ein mantrischer Spruch, ein Koan, ein in sich Widersprüchliches, das nur auf einer höheren Ebene vernünftig wird, indem ich auf einer höheren Ebene in diese Vernunft eintrete. Natürlich ist ein Steinersches Koan wie „Denkend empfinde ich mich eins mit dem Weltgeschehen“* auf der dualen Ebenen unsinnig, denn denkend empfindet man gar nichts, schon gar nicht sich selbst, und erst recht nicht sich „eines“ mit irgend etwas, und überhaupt nicht mit einem „Weltgeschehen“. Diese Art von Selbsterfahrung befindet sich schon *dort*, im Nondualen, auf der Ebene des Seins.

Die Worte des Koans werden, sobald ich an eine konzentrierte, aber leichte, nicht verkrampfte Vertiefung des Spruchs komme, an der die einzelnen Worte und Bezüge sich auflösen, flüssig werden und zum sinnvollen Erleben kommen, zum Anstoss für eine Art „Flow“- Erfahrung. Das Lastende der Nacht, die konkreten Sorgen, die kommenden Probleme und gleich notwendigen Telefonate und Gespräche lösen sich zwar nicht auf, treten aber in den Hintergrund einer erlebten reinen Gegenwärtigkeit. Es gibt ein tieferes und weniger intensives Eintreten. Mir persönlich fällt es morgens schwerer. Es ist dann eher ein kurzes Ins-Wasser-Steigen - etwas, um es anzuregen, um eine Melodie für den Tag anstimmen zu lassen. Im Tagesverlauf erweist es sich als günstig, Wartesituationen oder Pausen zu benutzen, sich kurz an das fliessende Wasser zu erinnern, sich seiner Existenz zu vergegenwärtigen. Im Islam würde man so etwas vielleicht mit einer kurzen „Waschung“ bezeichnen. Es nimmt den untergründigen Faden auf und spinnt ihn weiter, taucht das Gegenwartsbewusstsein kurz ein ins Strömende. Am Abend wird es Gelegenheiten geben, diese innere Melodie zu vertiefen und mit größerer Gänze zuzulassen, was inzwischen kraftvoll geworden ist. Vorhersagbar ist da nichts, planbar auch nicht- und manche Tage geben aus inneren oder äußeren Umständen keine Möglichkeit her, die innere Verbindung zu vertiefen.

Das ist aber nicht tragisch, da die Möglichkeit zur Gegenwärtigkeit inzwischen einfach besteht. Sie ist mit Händen zu greifen und manifestiert sich auch in einem veränderten Körper- und Selbstgefühl. Man könnte auch sagen, man habe die Chakren bewegt und spüre nun ihre Eigendynamik. Es bedarf nun keines Anlaufs mehr, keiner Übung, um die innere Präsenz zu erfahren- man wechselt - um es ungeschickt auszudrücken- zwischen den Ebenen oder wird, präziser, der Ebene des „Flow“, der Ebene des „reinen Denkens“ dauerhaft gewahr, auch wenn man sich immer wieder aus ihr heraus zieht, um vielleicht die Steuererklärung fertig zu machen oder Auto zu fahren.

Die Möglichkeit, in die Zeitlosigkeit einzutreten, hängt von einigen Faktoren ab; ich denke, dass es heute eine kulturunabhängige Fähigkeit ist, die mit der modernen Art der Inkarnation zusammen hängt. Es ist keine individuelle Fähigkeit, denn sie rückt von Generation zu Generation näher; sie ist aber auch ein Luxus, da sie davon abhängt, inwieweit man ausschließlich für den Broterwerb tätig sein muss - oder inwieweit man aus dem Hamsterrad zumindest zwischendurch auch aussteigen kann. Es ist keine individuelle Fähigkeit, auch nichts, womit man aufs Neue ein Selbstgefühl verbinden kann. Man kann zweifellos einen Kult daraus machen. Es gibt aber so wenig einen Grund, darauf stolz zu sein wie auf die Tatsache, frische Luft zu atmen: Man hat die Luft nicht geschaffen. Die Präsenz in der einen oder anderen Form zu erfahren, ist eine natürliche Gabe wie das rationale Denken; es ist ein Rationales, das näher am „Leben“ ist, mehr nicht. Es gibt also auch etwas wie spirituelle Hysterie oder aber (was wir hier propagieren möchten) Rationalität. Die diversen hysterischen Ausbrüche bevölkern die entsprechende Szene und deren Literatur und Retreats. Das Erleben des Flow aber bedarf, wenn es einmal gefestigt ist, keiner äußeren, ja nicht einmal mehr innerer Anstösse- eigentlich widerstrebt es einem ja sogar, Begriffe wie „Meditation“ darauf anzuwenden, da es sich nicht um einen Ausnahmezustand handelt, sondern um eine ganz natürliche Gestimmtheit. Rudolf Steiner nannte das sogar zuweilen den „gesunden Menschenverstand“.

Zu dieser Natürlichkeit gehört auch, dass man sich eigentlich immer als Beginner versteht- es sind bis auf nicht absehbare Zukunft lauter Anfänge von etwas. Ich denke schon, dass die anstehende Transformation eine natürliche kulturelle Strömung ist, an der man teilhat: „Von den Geistern der Form zu den Geistern der Bewegung.“ Das Gewordene, Geformte ist ja so wenig weg wie der Alltag und das so und so sich darlebende Individuum. Es ist absolut notwendig, bis zu diesem ausgeformten Individualismus vorgedrungen zu sein. Nun aber darf auch frischer Wind hinein, der Atem darf weiter werden, und die Dinge können auch mit dem Herzen gesehen werden.

Was man vielleicht noch anmerken darf, ist, dass mit dem „Anhalten der Zeit“, dem Erleben des Flow noch keine moralische Reife mitgeliefert wird. Das hier ist kein All- Inclusive, kein Baumarktregal, aus dem man eine Fertiglösung entnehmen kann. Es gibt womöglich noch nicht einmal Beurteilungsmaßstäbe, auf die man sich verlassen könnte. Daher erscheinen an allen Ecken - auch in den anthroposophischen - Autoren, die ein Alleinvertretungsrecht beanspruchen- womöglich aus Verkennung der Lage. Der behauptete exklusive Zugang produziert meist Anhänger, die an dieses Alleinvertretungsrecht glauben. Das schafft völlig verquere Positionierungen beider Seiten, nämlich archaische Schüler- Lehrer- Verhältnisse. Wenn die Machtspiele beginnen, kommen Mechanismen in Gang, die eine eigene Dynamik haben, vor allem aber restlos von dem, worauf es ankommt, ablenken.

Man muss vielmehr heute davon ausgehen, dass die Fähigkeiten, von denen die Rede ist, universell sind und nur eines Anstosses bedürfen, um geweckt und entfaltet zu werden. Moderne spirituelle Rationalität versteigt sich auch nicht in Visionärem und ertrinkt nicht in Bilderfluten. Es wird kein „Ego“ überwunden, sondern es tritt - zart- ein konzentriertes Loslassen auf, das sich in die Verhältnisse - auch die persönlichen Schicksale - einfügt, sie akzeptiert und sie ganz allmählich von innen und von außen durchleuchtet, durchglänzt und befruchtet. So entstehen z.B. neue soziale Kompetenzen, neue Teamfähigkeiten, in denen es vor allem darauf ankommt, so stark zu sein, Anderen Raum und Entfaltungsmöglichkeiten bieten zu können. Das innere und äußere Zurück- Treten-Können, um in reiner Gegenwärtigkeit situationsangemessene Lösungsmöglichkeiten zu finden, ohne Anderen etwas aufzuoktroyieren, sind Teilaspekte der neuen Fähigkeiten.

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*Eine umfassende Darstellung anthroposophischer Meditationstechnik von Hans-Peter Dieckmann: http://www.anthroposophie-dieckmann.com/Meditation.html
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Michael Eggert: Nach der Erleuchtung Wäsche waschen

Jack Kornfields Buch „Nach der Erleuchtung Wäsche waschen und Kartoffeln schälen“ (hier das englischsprachige Original) ist schon deshalb so sympathisch, weil es ehrlich ist. Es bringt den ganzen elenden Erleuchtungs- Hype auf den Boden zurück und fragt quer durch alle möglichen Bewegungen - von Sufis über Himalaya-Gurus bis hin zu christlichen Nonnen- diese danach ab, wie es den Menschen nach und mit etwas wie „Erleuchtung“ (die meisten würden sich schämen, es so zu nennen) denn erging. Zahllose Anekdoten aus all diesen Milieus erheitern manchmal, kommen manchmal besinnlich daher und beleuchten das Buch jedenfalls so sehr, dass es auch mit 350 Seiten sehr gut zu lesen ist. Wenn Kornfeld selbst einer „Richtung“ zuzuordnen ist, dann jeweils einer, die es konkret und alltäglich meint- so etwa wie in folgender Anekdote:
„Als ein Zen- Schüler zu seinem Meister sagte: „Nun fehlen mir nur noch ein paar Details“, rief der Meister aus: „Aber es gibt nur Details.“ (S. 231)

Kornfeld geht es um Achtsamkeit, um „Gegenwärtigkeit“, aber eben auch um die Wahrnehmung und Akzeptanz der eigenen Schattenseiten: „Ja, ein reifes Herz weiß um die Dimension des Egoismus und der Sünde. Aber es ist sich auch der umfassenderen Wirklichkeit des Menschseins bewusst, der ursprünglichen Einheit und grundlegenden Güte, die unsere göttliche Natur, unsere Buddha- Natur ist.“ (S. 206). Illusionärer Perfektionismus oder vorgetäuschte Vollkommenheit werden hier nicht gesucht, denn „das Bewusstsein, das man auf einem Gebiet entwickelt hat, überträgt sich nicht auf andere Lebensbereiche.“ (S. 199) Das führt zu den Widersprüchen, die man überall - auch an spirituellen Orten- erleben muss: „Meditationsmeister, die sich mit außergewöhnlichen Bewußtseinszuständen auskennen, können auf emotionalem, zwischenmenschlichem Gebiet Schwierigkeiten haben. Fromme, sich für Gott aufopfernde Nonnen oder Mönche können eine problematische, ja selbst Kaputte Beziehung zu ihrer Familie- oder zu ihrem eigenen Körper haben. Und Yogis und Gurus, die über eine unglaubliche Körperbeherrschung verfügen und ihre Atmung und Gedanken unter Kontrolle haben, können blind übernommene Überzeugungen und Meinungen vertreten, die sich negativ auf ihre Anhänger auswirken. Die meisten Mönche, Nonnen, Meditationsmeister und spirituellen Schüler entdecken nach einiger Zeit Lebensbereiche, denen sie bisher keine Aufmerksamkeit geschenkt haben. Für viele Lehrer hat die spirituelle Ausbildung selbst zur Vernachlässigung oder Verdrängung ihrer grundlegenden menschlichen Bedürfnisse geführt.“ (S. 199)

Kornfeld hat keinerlei Hemmungen, über die Alltagsprobleme hoch angesehener Yogis zu berichten, wenn auch häufig anonym, die plötzlich trotz aller Erfahrungen in eine existentielle Krise geraten und sich selbst völlig in Frage stellen. Vielen geht es offenbar gerade nach lang anhaltenden und weit gehenden Retreats so. Kaum zurück gekehrt, brechen alte Wunden mit Wucht wieder auf oder es besteht völlige Verwirrung darüber, „wie man seine Spiritualität mit dem beruflichen Alltag verbinden soll.“ (S. 158) Er verbindet das mit netten Geschichten wie das von dem Kloster auf einem Berggipfel, das den „schönsten Buddha in ganz Korea“ anpreist, aber nur einen leeren Altar mit weitem Blick in die Umgebung bietet: „Als er näher herantrat, entdeckte er eine Inschrift auf dem Altar: „Wenn du hier keinen Buddha siehst, geh hinunter und übe noch ein wenig.“

Aber neben diesen eher amüsanten Exkursen bearbeitet Kornfeld auch unangenehme Züge wie den spirituellen Ehrgeiz. Dazu die Geschichte von dem Mönch, der den Meister fragte, wie lange er bis zur Erleuchtung denn bräuchte: Zehn Jahre, ist die antwortet. Und wenn er sich besonders bemühen würde? Dann würde es zwanzig Jahre dauern. Der Adept murrt und beklagt die mangelnde Fairenss. „Wieso doppelt so lang?“. In seinem Fall, antwortet der Meister, würde es dann wohl eher dreissig Jahre dauern.

Wenig glanzvoll erscheinen auch die zahlreichen Geschichten, in denen gerade in Schüler- Lehrer- Verhältnissen Zustände eintreten können und eingetreten sind, in denen es um sexuelle und finanzielle Ausbeutung ging. Das eine oder andere Mal plaudert Kornfield aus dem Nähkästchen und verrät Namen. Bei vielen tibetischen Lamas hat der Missbrauch auch von Kindern sogar Tradition. Kornfield geht aber nicht so weit, das System von Klosterleben, Guruismus, jahrelangem Rückzug in Frage zu stellen. Die Abhängigkeitsverhältnisse in vielen klassischen spirituellen Bewegungen führen offensichtlich häufig zu schwer wiegendem Missbrauch. Kornfield sieht diese Probleme und meldet durchaus Reformbedarf an. Die Systemfrage stellt er aber nicht.
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Verstandensein



Einstweilen verborgen hinter den Plagen der Existenz, die buddhistische Denker wie Thich Nhat Hanh so häufig ausmalen und die Christen manchmal als Sünden apostrophierten, spannt sich die Größte aller Begehrlichkeiten - verschwistert mit der Angst vor dem Tod -, die Sehnsucht, verstanden zu werden. Natur, Glauben, Erfolg können nichts daran ändern, dass das Verlangen danach, wirklich angeschaut zu sein, meist unerfüllt bleibt. Vielleicht dehnt sich die Liebe manchmal bis zu diesem Horizont aus, wenn wir Glück haben. Was wir meistens erreichen, sind, selbst im grössten Triumph, unzureichende und wenig nachhaltige Surrogate.

Unzureichend schon deshalb, weil es gar nicht gelingen kann. Denn sichtbar, erkennbar werden wir nur in geronnenen Abbildern unserer selbst. Die Aufmerksamkeit, in der wir ganz bei uns sind, verliert sich in den Inhalten des Gedachten und Erlebten, in dem stets schon Vergangenen, auch in dem zu Erwartenden. Wie kann jemand verstanden werden, der sich nur in Medien - indirekt- ausdrückt? Der im Moment nicht wahrnehmbar ist?

Zugleich bleibt unbemerkt, dass alle unsere Wünsche bereits erfüllt sind. Wir verstehen nämlich die Intentionen des Anderen sehr wohl- im Augenblick des Verstehens ist es kein Anderer mehr, denn wir erfühlen Person nur mit Person. Das Verstehen von Intentionen Anderer ist ein situatives Verschmelzen, eine geistige Symbiose. Bemerkt wird aber nicht das, sondern nachrangig aufwallende Emotionen zwischen Sympathie und Antipathie und der Abgleich mit unserem persönlichen Erfahrungskontext.

Wer diese Symbiose nicht beherrscht, gleitet orientierungslos durchs Leben. Unsere Mitmenschen zu verstehen und ihre Intentionen einzuschätzen und darauf zu reagieren, ist eine Grundkompetenz. Wer in dieser Hinsicht begabt ist, kann heiter und gelassen durchs Leben gehen. Vor allem wird der, der sich auf das Verstehen versteht, keinen Mangel an Verstandensein empfinden.
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