Michael Eggert: Den eigenen Spiegel putzen. Über Chakren oder Lotosblumen | EgoBlog | Die Egoisten

Michael Eggert: Den eigenen Spiegel putzen. Über Chakren oder Lotosblumen

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„Wenn das Bedürfnis lebendig geworden ist, die verdünnte Aufmerksamkeit – das Alltagsbewusstsein - und die zwanghafte „fortwährende Kommentierung von Denkergebnissen durch die fühlende Seele“ durch konzentriertes Üben zu überwinden, entwickelt sich mit der Zeit das Denken „zu einem Wahrnehmungsorgan für das Lebendige, für Ätherkräfte“ . Es gibt zahlreiche spirituelle Bewegungen und Organisationen, die die Dekonstruktion des Alltags- Ichs propagieren, aber an dieser Stelle statt weiterer Forschungsarbeit eine ansonsten positivistische Erleuchtungsmetaphorik anhängen. Offenbar gibt es eine Reihe von technisch funktionellen Selbstbeglückungsmechanismen, die an diesem Punkt ansetzen können, aber sich in diesem Selbstgenuss auch erschöpfen.

Das Erleben ist aber auch bei denen, die an diesem Punkt erst den Beginn einer ernsthaften geistigen Arbeit sehen, sehr unterschiedlich ausgeprägt. Meist ist ein visuelles Empfinden prägnant, etwa in Form von Wahrnehmung des Ätherischen „als leuchtende, strahlende, innerlich sich bewegende Bilder oder Folgen von Bildern.“ Eine weniger visuell ausgeprägte Wahrnehmung fasst Gedanken als komprimierte, sich entfaltende Denkbezüge auf, in Kontexten, die in sich bereits stimmig sind- ein flüssigeres, lebendigeres Denken. Aber es gibt auch eine Neigung zu einer Wahrnehmungsart, die mehr die unteren Sinne aktiviert, vor allem Lebens-, Eigenbewegungs- und Tastsinn. Dann werden innere Kraftstrukturen, innere Räume, dynamische Energien erfahren, die etwas wie ein quasi- leibliches Empfinden bedingen, das aber nicht mehr mit den eigentlichen Körpergrenzen kongruent ist…

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So weit einige Zeilen aus meinem Artikel, der in einer gestrafften Version im Meditations- Schwerpunkt- Heft der Kulturzeitschrift Die Drei (Juli/ August 2012) erschienen ist. Hier zum Download für Interessierte eine zwar schon von mir gekürzte Variante, die aber noch nicht im Lektorat von Anna- Katharina Dehmelt bearbeitet worden ist. Es gibt daher die für mich typischen Einschübe und Querbezüge- auch einige Verweise auf Originalquellen-, die letztlich für eine Printversion zu üppig waren, aber in der Linie der Darstellung auch nicht immer relevant. Hier im Netz darf auch die XXL- Variante (keine Sorge, es ufert nicht völlig aus) einmal zum Zuge kommen. Vielleicht wird Die Drei die dort erschienene letzte Ausgabe des Aufsatzes demnächst auch noch zum Download anbieten.
Insgesamt handelt es sich um einen meditativen Zugang, der auf frühe Anregungen von Rudolf Steiner zurück geht, durchaus praktikabel, aber in der anthroposophischen Szene weitgehend undiskutiert ist, aber einen Zugang im handelnden Umgang auch für nicht- anthroposophische Leser bietet. Während in der hier vorliegenden Fassung Bezüge zum Zen- Buddhismus vorhanden sind, fehlt der Bezug zum - von den persönlichen Wurzeln her- islamischen Mystiker A.S. Almaas, der in knapper Form in der Printversion zu finden ist.

Der Download- Link ist inzwischen nicht mehr erreichbar.
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