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Wolfgang Schumacher: Swassjan, von Aquin, Steiner

Ein Zitat interessiert mich immer aufs Neue:

Zitat Swassjan: „Steiners «philosophisches» Werk als Fortsetzung und weitere Entwicklung etwa der thomistischen oder meinetwegen deutschidealistischen philosophischen Ansichten bewerten, heißt dieses Werk (die ganze Geisteswissenschaft mit einbegriffen) gründlich und irreparabel missverstehen."

Ich kann diesen Gedanken Swassjans, intellektuell- rational absolut nachvollziehen, obwohl ich die Konsequenzen des Denkbegriffs der Philosophie der Freiheit nicht ansatzweise selber persönlich erfülle, denn ich verfüge über keine Begriffs- Anschauungen, ganz zu schweigen von meiner eher begrenzten Fähigkeit wirklichkeitsgemäß - umfassend Objekte & Objektgeschehen überhaupt wahrzunehmen. Wir sprechen so selbstverständlich von unserer Wahrnehmungsfähigkeit, ohne die einmal zu verifizieren und auf den Prüfstand zu stellen.

Kann man sich wirklich klar werden über die Denk - Lehre des Rudolf Steiners, ohne sich, dann vielleicht in einem sinnvollen Widerspruch zu Swassjan, eines scheinbar absurden Paradoxes zu bedienen, dass wir nämlich zum Verständnis des Denkbegriffs des Antitheisten Rudolf Steiners notwendig des Lichtes bedürfen, das aus dem klassischen Theismus Thomas von Aquinos auf denselben fallen kann?

Kann Swassjan behaupten, oder behauptet er überhaupt, dass es einen anderen Weg des Verständnisses geben kann? Kann jemand diese Denk - Lehre Rudolf Steiners durch sie selbst verstehen? Ich bin mir ziemlich sicher, dass die an Swassjans orientierten Gedanken gekoppelte Auseinandersetzung eine Klarheit schaffen könnte, die viele derzeitige Konflikte in der anthroposophischen Szene korrigieren könnte.

Es gibt dazu einen anderen Philosophen zur Zeit Rudolf Steiners, Johannes Rehmke, dessen Werk - "Erkenntnistheoretischer Monismus" - Erkenntnis auch als sich zusammensetzend aus Wahrnehmung und Begriff darstellt. Das für mich Überraschende bei Rehmke ist jetzt, dass er den Begriff, der zusammen mit der Wahrnehmung das Wesen eines Dings ausmacht, nicht vom denkenden Ich in die Wahrnehmung hineingelegt denkt, sondern vom denkenden Ich am Seienden als Wahrnehmung entdeckt.
Wo liegt jetzt der Unterschied zwischen Rehmke und Rudolf Steiner?
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Wolfgang Schumacher
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