Okkulte Nebelbilder. Rudolf Steiner über gesunde Urteilskraft & das „Blaue vom Himmel" | EgoBlog | Die Egoisten

Okkulte Nebelbilder. Rudolf Steiner über gesunde Urteilskraft & das „Blaue vom Himmel"

Der Okkultist weiß, dass es nicht nur eine Versuchung des Luzifer durch Begierden, sondern auch eine durch Ahriman gibt – wenn man nämlich seine eigenen Leidenschaften in den Makrokosmos hinausträgt, indem man allerlei Gestalten sieht.“

GA 124.243

Ja, Doktor Steiner, dergleichen ist ist schon öfter- nahezu täglich untergekommen- ich hoffe, nicht all zu oft bei mir selbst. Dass man sich was vormacht, eine Welle vor sich her schiebt, ist das Eine- aber die okkulte Wendung ist inzwischen das Andere, nämlich ein gängiges Geschäftsprinzip, millionenfach in Büchern, Ratgebern und Benimm-Sachbüchern des heutigen Formats breit gewalzt- und es funktioniert immer noch, nahezu 100 Jahre nach Ihnen. Man kann sich vorstellen, was Ihnen an Spinnern untergekommen ist, aber Sie charakterisieren diese Leute ja treffend mit den Erzählern, die das „Blaue vom Himmel herunter“ schwätzten:

„In dem Augenblick, wo Ahriman mit dem zusammentrifft, was wir uns im Erdendasein als gesunde Urteilskraft errungen haben, bekommt er einen furchtbaren Schreck, denn das ist etwas ganz Unbekanntes für ihn, davor hat er eine große Furcht. Je mehr wir uns daher bemühen, das auszubilden, was im Leben zwischen Geburt und Tod an gesunder Urteilskraft gegeben werden kann, desto mehr arbeiten wir Ahriman entgegen.

Das zeigt sich besonders bei allerlei Persönlichkeiten, welche einem gebracht werden und die dann «das Blaue vom Himmel herunter» von all den geistigen Welten erzählen, die sie da gesehen haben. Und wenn man da den allergeringsten Versuch macht, diesen Persönlichkeiten etwas klarzumachen, ihnen Verständnis und Unterscheidungsvermögen beizubringen, dann hat sie Ahriman gewöhnlich so sehr in der Gewalt, dass sie kaum darauf eingehen können; und das wird um so stärker, je mehr sich die Verlockung Ahrimans nach der akustischen Seite hin ausdrücken. Gegen das, was sich in visionären Bildern zeigt, gibt es noch mehr Mittel als gegen das, was sich akustisch zeigt, wie gehörte Stimmen und so weiter.

Solche Leute haben eine große Abneigung, etwas zu lernen, was für das Ich-Bewusstsein zwischen Geburt und Tod errungen werden muss. Sie mögen es nicht. Wenn man einen solchen Menschen dann aber so weit bringt, gesunde Urteilskraft zu entwickeln, und er darauf eingeht, Belehrungen anzunehmen, dann hören die Stimmen und die Halluzinationen bald auf, weil sie vorher nur ahrimanische Nebelbilder waren und weil Ahriman eine furchtbare Angst bekommt, sobald er verspürt: Da, vom Menschen her, kommt eine gesunde Urteilskraft.“

GA 120.140
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