Templer- und andere Traumata. Aus Andreas Meyers angekündigtem Doppelband über den Templerorden | EgoBlog | Die Egoisten

Templer- und andere Traumata. Aus Andreas Meyers angekündigtem Doppelband über den Templerorden

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Leseprobe aus dem Kapitel: Die Auswirkungen der Folter, in: Die letzten Templer, Band II, IL-Verlag Basel (Februar 2014):

Die alten, unverarbeiteten Erlebnisse vergangener Erdenleben, sofern diese stark und lebensbestimmend genug gewesen sind, haben weiterhin ihren Sitz im Ätherleib des Menschen und wirken von da aus auf den physischen Organismus. Die Erfahrung von Folter gehört zu den mächtigsten Erlebnissen dieser Art. Mit Entbehrungen, Trennungen, Schicksalsschlägen, Leid und Krankheit kann der Mensch, wenn er an sich arbeitet, souverän umgehen lernen und sich von allen »Haftungen« frei machen. Auch und insbesondere die Bereitschaft zum Tod gehört dazu und kann freudig bejaht werden. Die Wirklichkeit der Folter, sofern diese subtil genug vollzogen wird, gehört jedoch zum Schlimmsten und Unerträglichsten, was der Mensch erleben kann. Selbst stärkste Naturen werden durch die Folter gebrochen. So war es auch bei den meisten Templern. Kampferprobte und lebensgeprüfte Ritter, die ihr Leben nicht schonten, geistig geschult und teilweise eingeweiht waren, konnten die Qualen der Folter nicht ertragen und gestanden, was man von ihnen hören wollte. Erschwerend kam dazu die geschilderte, besonders teuflische Tatsache, dass dabei nicht nur der physische Körper zerstört wurde, sondern Teile ihres Ätherleibes herausgerissen wurden. Entsprechend »beschädigt« war demgemäß auch die »Kopie« ihres Ätherleibes.
Viele Templer, die an den Qualen der Folter oder durch Verbrennung den Tod fanden, hatten in ihrem irdischen Leben keine Gelegenheit mehr, diese Dinge zu verarbeiten. Doch auch innerhalb des Lebens ist es fast unmöglich, derartig schwerwiegende Erlebnisse zu verarbeiten. (1) Die Erfahrungen traumatisierter Missbrauchsopfer zeigen beispielhaft, wie stark die Tendenz zur Verdrängung, zum vollständigen innerlichen Vergessen-machen bei derartigen Ereignissen ist. Doch auch wenn die Erinnerung daran ausgelöscht wurde, wirken die unverarbeiteten Erlebnisse im Leib weiter.
Es kommt deshalb vor, dass Menschen heute mit erheblichen körperlichen Beschwerden konfrontiert sind, deren Ursachen sich scheinbar nicht ergründen lassen und die vollständig resistent gegen die üblichen Arten der Behandlung sind. Die Beschwerden zeigen sich auf körperlicher Ebene oft in unerklärlichen, massiven Schmerzen, einem Grundgefühl von Nicht-im-Körper-sein-können, sich tatsächlich wie gefoltert fühlen und Vielem mehr. Die Gliedmaßen werden wie abgestorben empfunden. Manche fühlen sich wie missbraucht, obwohl dies biografisch ausgeschlossen werden kann. Auf seelischer Ebene werden oft starke Schuldgefühle erlebt, die keinen erkennbaren Grund haben. Dazu gehören auch Angstzustände, eine innere Zerrissenheit und das Gefühl, irgendwie nicht leben, nicht wollen und sich nicht verbinden zu können. In Bezug auf geistige Fragen paaren sich manchmal ein tiefes Wissen und das Gefühl, eigentlich alles schon zu kennen, mit Angst, Spott, Ablehnung und nicht-mehr-Glauben-können. Hinsichtlich des Schuldempfindens fühlen manche Menschen, dass sie irgendeinen Verrat begangen haben an etwas sehr Heiligem, aber finden in ihrer Biografie darauf keine Antwort.
Indessen geht die Praxis der Folterung weltweit weiter (2) und wir dürfen davon ausgehen, dass damit auch der schwarzmagische Strom, der sich von den mexikanischen Mysterien ausgehend über Philipp den Schönen und seine Kreaturen fortsetzte, weiter lebt. Zum neusten und weltweit erfolgreichsten Computerspiel »GTA V« schrieb die Süddeutsche Zeitung am 21. September 2013: »Wer GTA V spielen will, muss sich darauf einstellen, einen Menschen zu foltern. In einer Passage, die knapp zehn Minuten dauert, wählt der Spieler aus: Waterboarding oder Zange. Menschenrechtsorganisationen sind entsetzt«. Natürlich erklärten »Game-Experten« am 25. September 2013 in den »Tagesthemen« des ARD, dass es doch schließlich »nur ein Spiel und keine Realität sei« und verharmlosen so die Folter. Indessen lässt sich damit gewaltig Profit machen und bereits in den ersten drei Tagen des Verkaufs wurde damit mehr als eine Milliarde US-Dollar Umsatz gemacht
.“

1 Vgl. dazu: McCoy, Alfred W., Foltern und Foltern lassen. 50 Jahre Folterforschung und-Praxis von CIA und US-Militär (aus dem Amerikanischen von Ulrike Bischoff), 2. Aufl. (Frankfurt (Main): Zweitausendeins, 2006).
2 Ebd.
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Andreas Meyers Bücher werden im kommenden Frühjahr erscheinen, können aber bereits jetzt teilweise eingesehen, vorbestellt und diskutiert werden. Dazu stellt der Autor ebenso ein eigenes Blog wie Facebook- und Twitter- Accounts bereit.
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