Die vielen Reinkarnationen des Jakob von Molay | EgoBlog | Die Egoisten

Die vielen Reinkarnationen des Jakob von Molay

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Das Thema Templer, deren Impuls, die Gegenkräfte und Vernichtung faszinieren viele Menschen bis heute. So ist es nicht erstaunlich, dass eine anthroposophische (australische) Autorin, Adriana Koulias, Bestsellererfolge mit typisch anthroposophischen Themen im englischsprachigen Raum feiert, auch und gerade mit einem an Aussagen Rudolf Steiners angelehnten, aber gut und sorgfältig recherchierten Templerroman The Seal:

„It is the year 1307, and the ancient Order of the Knights of Christ and the Temple of Solomon is in danger. The King of France and Pope Clement V are scheming to appropriate the most sacred and dangerous of all secrets held by the Order – a secret encrypted on the ring seal of Jacques de Molay, the Templar Grand Master.
To save the Order, Jacques must entrust the ring to one man, a man unknown to history, a man whose task will be to take the seal through a world in ruins and out to the farthest edges of Europe. The man in question becomes embroiled in a Machiavellian world of spies, traps, the Inquisition and outward enemies, only finally to come face to face with the most cunning and terrible foe of all: the enemy that hides within.

So who is this man? And what is the secret he carries? Nearly 700 years later, the answer comes by way of a writer who arrives at Lockenhaus Castle to research a book on the Templars. Together the writer and an old local woman unlock the secret of the seal and come to understand the entangled destiny that binds them.“

In der Tat, die Frage, wer dieser Jaques von Molay war, beschäftigt auch Historiker bis heute. Der unvermeidliche Alain Demurger - insbesondere in seiner etwas chaotischen Monografie „Der letzte Templer“, in der er sich ohne Linie und Entscheidung für alle Darstellungen de Molays entscheidet- d.h. auch für die Interpretationen, die widersprüchlicher nicht sein könnten. So wird der Kämpfer aus Akkord, über dessen Vorgeschichte so gut wie nichts bekannt ist, zum wankelmütigen und charakterschwachen Opfer von Kirche und französischem König, dem die dominikanischen Folterspezialisten sieben Jahre lang buchstäblich die Haut vom Körper ziehen. Ob es ein Triumph dieses Buches ist, dass es „einen "glänzenden" Beweis dafür (liefert), dass die Geschichte des Templer-Ordens auch ohne esoterisch-mystische Ausschmückungen "packend genug" sein kann“. sei dahin gestellt. Mir erscheint der Historiker Demurger eher im Salat zu stochern. Dennoch konstatiert das Buch die vorliegenden (spurlosen und gegensätzlichen) Fakten, „durchleuchtet zugleich das feingewobene Interessengeflecht, das die Handlungen seiner Gegenspieler - des französischen Königs Philipp des Schönen und des Papstes Clemens V. - bestimmte. Als der letzte Großmeister erkannt hatte, dass der habgierige König den Orden wegen seiner Macht und seines Reichtums zerschlagen und dessen Vermögen unter seine Kontrolle bringen wollte, war es zu spät. Er war nicht mehr in der Lage, den Strategien und Winkelzügen seiner Gegner wirksam zu begegnen. So erscheint der tapfere Jacques de Molay in dieser Biografie am Ende seiner Tage als tragische Gestalt und idealistischer Kämpfer für eine verlorenen Sache. Als er am 18. März 1314 auf Befehl Philipps in Paris verbrannt wird und noch auf dem Scheiterhaufen König und Papst verfluchte, war der Untergang der Templer längst vorherbestimmt. Doch während seine Gegner nach seinem Fluch innerhalb nur eines Jahres starben und weitgehend der Vergessenheit anheimfielen, blieb die Geschichte Jacques de Molays und des Ordens der Tempelritter bis in unsere Zeit lebendig.“ (Klappentext) Die Person Molays aber wird am keiner Stelle deutlicher, so sehr es sich bemüht, die Fakten zu sortieren.

Wenden wir uns also probeweise den Esoterikern zu. Insbesondere anthroposophische Autoren wissen durch angebliche Aussagen Rudolf Steiners, als wer sich de Molay reinkarniert habe. So schreibt der Europäer: „Vor etwas über 700 Jahren wurden am 12. Mai 1310 vor den Toren von Paris 54 Templer verbrannt, welche die unwahren Geständnisse gegen den Orden, die ihnen unter der Qual der Folter abgepresst worden waren, widerrufen hatten. Zu ihnen gehörte ein Mann, der in seiner nächsten Inkarnation schon als Knabe Erinnerungen an sein früheres Templerdasein in sich trug und später die einstige Verbrennung als Templer erlebt hat. Der Wahrheitsgehalt dieses Erlebnisses ist ihm von Rudolf Steiner bestätigt worden. Es handelt sich um Albrecht Wilhelm Sellin (1841–1933).
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Aber auch Andere waren von ihrer persönlichen Reinkarnation als de Molay überzeugt- so der distinguierte Schüler Rudolf Steiners, Felix Peipers: „Es gibt aber noch eine andere Ansicht: Felix Peipers (1873 - 1944), der Arzt, der mit Rudolf Steiner die Farbentherapie entwickelte, sei in seiner vorherigen Inkarnation der Großmeister gewesen, beteuern seine Freunde.“ (Weitere Quelle) Peipers war Darsteller in den Mysteriendramen Rudolf Steiners und hatte auf die Zeitgenossen einigen Eindruck gemacht: „Andrej Belyj gibt in seinem Buch Verwandeln des Lebens die Impression wieder, die er von Peipers hatte – nämlich eine solche als «Tempelritter» – und fügte hinzu: «Ich glaube, dass damit der Grundwesenszug Peipers ausgesprochen ist: er war ‹Ritter›, in einer völlig neuen Bedeutung; und seine Zurückhaltung auf dem äußeren Kampffeld (Vorträge, Aufsätze, leitende Funktionen) war offenbar durch das innere Wachehalten bedingt.“
Peipers soll von de Molay gesagt haben, er habe die Folter nicht bestanden: „Das wird wohl heißen, in einer noch perfideren Art und Weise, war es doch besonders wichtig, aus dem Munde des Großmeisters ein Zeugnis gegen den Orden zu erpressen. Molay scheint dadurch in extremer Weise geschwächt worden zu sein, so dass er nicht drei, sondern sieben, zum Teil in Kerkerhaft verbrachte Jahre brauchte, bis er die Kraft errang, alles Gestandene mit einem Schlag zu widerrufen. Dies geschah am 18. März des Jahres 1314. Molay wurde noch am selben Tag, zusammen mit dem Präzeptor Guy de Normandie, auf der Seine-Insel von Paris verbrannt.“


Nun gibt es in Sachen Reinkarnation de Molays aber noch weitere interne Konkurrenz. Eine Rolle soll auch die bodenständige Elisabeth Vreede, von der es im genannten Aufsatz, Peter Selg zitierend, heißt: „Nun brachte Peter Selg in seiner vor einem Jahr erschienenen Vreede-Monographie gleich auf den ersten Seiten auch eine mündliche, namentlich durch Willi Sucher getragene Überlieferung zur Sprache, der zufolge Rudolf Steiner Vreede auf ihre «(sehr wahrscheinlich) letzte Inkarnation als leitende Persönlichkeit der Templergemeinschaft, mit schwerem, ja furchtbarem Schicksal» (S/12) aufmerksam gemacht habe. In einer Anmerkung wird dann diese «leitende Persönlichkeit» (S / 286, Anm. 16) als Jacques de Molay identifiziert.“

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Zum ganzen Text mit weiteren Kandidaten für die Reinkarnation
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