Adam Michaelis: Inedia as a spiritual principle – the materialized resurrection body of Judith von Halle | EgoBlog | Die Egoisten

Adam Michaelis: Inedia as a spiritual principle – the materialized resurrection body of Judith von Halle

In dieser okkulten Untersuchung geht es Adam Michaelis zunächst um die Nahrungslosigkeit - ein Thema, auf das niemand von uns selbst gekommen wäre, würden nicht eine ganze Reihe von Anthroposophen einer Judith von Halle das abnehmen. Michaelis bezieht sich vor allem auf das Buch Und wäre er nicht auferstanden, zusammen mit Peter Tradowsky geschrieben. In diesem Buch wird ja dargelegt, dass die komplette Nahrungslosigkeit - so behaupten die beiden Autoren- ermöglicht würde durch das wie auch immer bei von Halle implantierte esoterische Phänomen der Materialisierung des so genannten Phantomleibes - eines spirituellen Urbildes des physischen Leibes an sich, der durch die Auferstehung Christi wieder in den Urzustand vor dem Sündenfall zurück versetzt worden ist. Dieses Erlösungsgeschehen ist für die christliche Esoterik eines der Grundlegenden in Bezug auf die Gnade und berührt den Kern dessen, was mit der Auferstehung und der Erlösung des Menschen zusammen hängt. Der eine Auferstehungsleib hat die Erlösung der spiritualisierten „Phantomleiber“ für jedes einzelne Individuum, d.h. für jede Entelechie der Menschen erreicht.
Eine erste Profanisierung dieser Mysterien findet man bei von Halle in dem Begriff des „Anziehens“ dieses Erlösungsgeschehens in Hinsicht auf das Phantom. Auf diese Weise - ohne weiteres Zutun oder Bemühen- habe Frau von Halle (so die Darstellung im genannten Buch) dieses Mysterium wie ein Kleidungsstück erhalten. Das habe Effekte auf sie gehabt wie Stigmata, Nahrungslosigkeit, Hellsichtigkeit, und einen Übergang in einen Zustand jenseits von Zeit und Raum, im Sinne ihrer „Zeitreisen“. Natürlich hat sie sich nie wissenschaftlichen Untersuchungen gestellt.

Dies steht im Gegensatz zu vielen anderen Nahrungslosen aus allen möglichen Kulturen, die Michaelis in der Folge vorstellt. Manche atmen „Prana“, manche channeln den Grafen von St. Germain. Bei wissenschaftlichen Überprüfungen halten sie aber meist nicht stand. Eine Dame gibt die Verdopplung ihrer DNS an, möchte aber lieber auf eine Untersuchung verzichten. Die vorgeblichen Wunder, die im übrigen nur bei von Halle einen angeblich christlichen Hintergrund haben, erweisen sich meist als Betrugsversuch.

Aber selbst, wenn man von Halle dieses Wunder zugestehen würde, bleibt doch die Frage, was denn da bei ihr eigentlich geschehen ist. Die Phantome der Menschen insgesamt sind durch Materialisierung und andere Einflüsse der Widersacher korrumpiert und durch die Auferstehung wieder erlöst worden. Bei Frau von Halle bewirkt das bei ihr angeblich „angezogene“ erlöste Phantom des menschlichen Leibes z.B. Nahrungslosigkeit bzw die Unverträglichkeit jeder Nahrung. Selbstverständlich findet sich eine solche wundersame Wirkung nirgendwo im Werk Rudolf Steiners; es handelt sich um eine Spekulation Tradowskys und von Halles. Die jedem Menschen möglichen inneren „Erneuerungskräfte“ bis hin zur allmählichen Stoffverwandlung im Verlaufe der Menschheitsgeschichte werden einfach von von Halle für sich proklamiert, jetzt, sofort und absolut. Auch ihr gesamter vorhandener physischer Körper sei - einfach so- verwandelt worden. Nun muss man doch feststellen, dass Judith von Halles Körper offensichtlich vor uns steht wie eh und je. Ihre Materialität ist wie die jedes anderen Menschen, dies seit Jahren und offensichtlich ohne auch nur Gewicht zu verlieren. Es ist nicht ersichtlich, warum der Auferstehungsleib Christi eine ganz normale Physis (und in diesem Sinne korrumpiert wie jede andere auch) ergriffen haben sollte, um ihr diese Nahrungslosigkeit zuzumuten. Geist und geistiges Erlösungsgeschehen sind Dinge, die nicht der individuellen Inkarnationsebene Einzelner unterliegen. Die geistige Arbeit führt zur geistigen Wiedergeburt des individuellen Menschen, aber nicht auf physischer Ebene, sondern im individuellen Ringen jedes Einzelnen, durch Inkarnationen hindurch. Judith von Halle behauptet mit der Interpretation ihrer scheinbar erlösten Physis, sie unterliege nicht den Gesetzen von Inkarnation und Karma, dem irdischen Eingebundensein in einen Stoffwechsel. Die Absurdität dieser Behauptungen wird durch ein Zitat Steiners belegt, in dem er darlegt, wie sehr die Erde selbst vom physischen Dasein des Menschen abhängt, der ihr beim Ablegen des Körpers immer weiter - „wie ein feiner Regen“- durch ihn vergeistigte Substantialität im Sinne eines geistigen Fruchtbarmachens zuführt. Die esoterisch- christliche Bejahung der irdischen Existenz bedeutet auch eine Erlösung der Erde selbst. Selbst Jesus selbst habe - so Michaelis- Nahrung zu sich genommen. Warum sollte die Auferstehung Christi nun ausgerechnet einen solchen Effekt auf Frau von Halle haben? Schließlich hat die Auferstehung nicht den Zweck, eine magische Inszenierung in Bezug auf diesen ihren physischen Leib zu erreichen. Die Korruption des Leibes kann bei Frau von Halle nicht auf einmal aufgehoben sein - so wenig wie die durch Ahriman und Luzifer bewirkte Materialisierung des Leibes nun durch den auferstandenen Leib Christi einfach fortgeführt würde. Ansonsten würde der Leib Frau von Halles zu Staub zerfallen wie der von Jesus nach der Kreuzigung. Aber Frau von Halle erscheint weiter gesund und munter. Es stellt für Michaelis eine Blasphemie dar, das Auferstehungsgeschehen herunter zu brechen auf eine solche physische Ebene.

Dazu kommt, dass Frau von Halle das von ihr behauptete - und materiell gedachte- Gnadengeschehen nicht durch ein willentliches, beabsichtigtes Mühen des Ich erworben hat. Es gibt in ihrer Biografie keine Spuren eines spezifischen, individuellen spirituellen Weges, keine Entwicklung oder Einweihung. Eine seit Kindestagen vorhandene „Kontinuität des Bewusstseins“ ging nahtlos über in ein „Anziehen“ dieser überwältigenden Erscheinung, die auch sofort alle ihrer Geistleiber sowie den physischen Leib durchdrungen hätte. Die Transformationsarbeit eines normal inkarnierten Individuums blieb ihr zwar so erspart, aber diese ihre Beschreibung des Geschehens hat dafür Charakteristika einer plötzlichen „Besetzung“. Die Frage von Halles, wovon das Phantom als Geistleib lebe, ist so schief wie ihre Vorstellung des Eindringens des Auferstehungsleibes Christi in eine physische Existenz. Sie hat offensichtlich entgegen ihren eigenen Vorstellungen eine Manifestation erlebt, die ihr seelisch- leibliches Wesen auf unbalancierte und unbewusste Weise geöffnet hat. Unter Umgehung des hirngebundenen Denkens erlebt sie von Instinkten geleitete Wahrnehmung, wie dies in auch in bestimmten buddhistischen Schulen gelehrt wird. Es ist dies kein gesundes Hinaufarbeiten eines denkenden menschlichen Ich in den Logos, sondern ein Besetztsein des mentalen Systems von sowohl luziferischen als auch ahrimanischen Einflüssen von unten her, die den gelockerten ätherisch- geistigen Raum ausfüllen. Das erzeugt eine Illusion höheren Bewusstseins („strömendes Licht“) und ermöglicht die sensuell erlebten „Zeitreisen“, die von Halle in vielen ihrer Bücher ausgeführt hat. Vor allem „weiß“ sie durch dieses instinktiv- obsessiv wirkende Geistige stets genau, was in den sie umgebenden Menschen vor sich geht. Ihre schriftstellerischen Produktionen erhalten dadurch ihren vorwiegend mechanischen Charakter, in persönlichem Unbeteiligtsein. Sie schwankt zwischen devotionalem Mitgerissensein und einer Vergiftung durch die Bedeutsamkeit, die sie durch ihre Bewunderer erfährt. Sie selbst ist aber nicht viel mehr als ein Spielzeug, selbst wenn dies nur eine Ebene ihrer Erscheinung betrifft, und sie auf anderen wohlwollend, gütig und einfühlsam sein mag.

(So weit eine Zusammenfassung des ersten Teils des Aufsatzes von Adam Michaelis durch M.E.)

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