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Burghard Schildt: Die Heimatlosen

Gerade im Bezug auf die Generationen begreife ich R. Steiner so, dass in der „Anthroposophischen Bewegung“ diejenigen Menschen sich bewegen, die nicht durch Generationsfolgen bewegt werden wollen. Steiner nennt sie die Heimatlosen. Das zu Steiner.

Von mir das: Als Heimatloser bin ich auf Wanderschaft. Eine bereits vorgegebene Ausrichtung zu wandernder Wege ist mir zuwider. Ich will nicht auf ausgetretenen Wegen in die Fußstapfen anderer treten. Ich will ins Unbetretene. Ich will in die Zukunft. In die Zukunft wollen heißt, ich will in den Willen. Der Wille selbst ist mir diejenige geistige Welt, die, als das Gedankenlebewesen Weltgeschehen, zugleich die Natur des Menschen ist. R. Steiner hat, mit seiner Geisteswissenschaft, in seiner Art und Weise, dazu beigetragen, dass solche Heimatlosen, wie auch ich es einer bin, im Leben „jenseits“der Generationen, sich darin betätigen können, dass „wie“ die Generationskraft tätig ist.

Generation bedeutet: Erzeugen. Indem ich, als ein Heimatloser, Rudolf Steiners Schriften studiere, kann ich anhand von deren Gedankengängen solche Fragen erzeugen, auf die dieselben Gedanken- gänge zugleich auch die Antwort beinhalten. Ob so eine Zeugung gelingt, das kann allein die Geburt eines „Kindes“ bezeugen. Nicht von ungefähr wird so mancher Heimatlose gefragt, wessen Geistes Kind er sei.

Wer Geisteskindschaft „erlangt“, der ist, geistig gesehen, zugleich ein Fragen erzeugender Vatergeist wie ein in der Antwort lebendes Geisteskind. Die jedem geistigen Kinde zugehörige Mutter des Geistes, das ist der gute Wille. Dessen Wollen ist, sich von den Gedankengängen desjenigen geistigen Geschehens, das sich, organisch wie schöpferisch, im Erkennen des Gedankenlebewesen Weltgeschehen, Erkenntnis bildend betätigt, befruchten zu lassen. Durch solche gutwilligen, wie Erkenntnis bildenden Taten, erkennt sich das Erkennen selbst. Daher stammt das Wort Selbsterkenntnis.

Jegliche Selbsterkenntnis ereignet sich mithin dadurch, dass das Erkennen, erkennend durch Gegenüberstellung, sich selbst erkennt. Dasjenige Geschehen des Erkennens, das sich selbst, erkennend wie Erkenntnis bildend, bewegt, das bezeichnet, meiner bisherigen Kenntnis nach, R. Steiner als die Anthroposophische Bewegung. Menschen, die sich anfänglich dieser Bewegung zuwenden, die tun das aus einem keimhaften Ahnen heraus. Sie erahnen, dass in dem Maße, wie es ihnen gelingt, sich in die Mutterbewegung versetzen zu können, sie sich in ihrer wahren Heimat wie Herkunft bewegen.
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