Rudolf Steiners Ergebenheitsgebet | EgoBlog | Die Egoisten

Rudolf Steiners Ergebenheitsgebet

Tom Mellett schickte Steiners Ergebenheitsgebet, wegen einer Anfrage in Bezug auf die Übersetzung ins Englische, aber auch, weil offenbar japanische Anthroposophen angesichts der Katastrophen in ihrem Land auch davon berichten und konkret dazu aufrufen, es zu nutzen: „Die Erdbeben, die uns immer noch in kleineren und grösseren sowohl physisch als auch seelisch schütteln, zeigen, dass wir keine physisch feste Grundlage mehr haben. Tsunami ist nichts anders als "Wasserprobe", die jetzt unsere ganze Infrastruktur inklusive Kernkraftwerke in Frage gestellt hat. Selbstverständlich müssen vor allem konkrete Massnahmen getroffen werden, um die Nöte der unzähligen Opfer in den Betroffenen Regionen to lindern. Zugleich habe ich das Gefühl, dass es eine grosse Bedeutung haben würde, wenn die japanischen Anthroposophen den Grundstein, den sie ja in sich zu irgendeinem Zeitpunkt aufgenommen haben, jetzt bewusst in Verbindung mit all den lebenden und verstorbenen Seelen in der Anthroposophischen Gesellschaft in ihren Herzen versuchen zu verstärken.

„E r g e b e n h e i t s - G e b e t

Was auch kommt, was mir auch die nächste Stunde, der nächste
Tag bringen mag: Ich kann es zunächst, wenn es mir ganz
unbekannt ist, durch keine Furcht ändern.

Ich erwarte es mit vollkommenster innerer Seelenruhe, mit
vollkommener Meeresstille des Gemütes.
Durch Angst und Furcht wird unsere Entwicklung gehemmt;
wir weisen durch die Wellen der Furcht und Angst zurück, was
in unsere Seele aus der Zukunft herein will.

Die Hingabe an das, was man göttliche Weisheit in den
Ereignissen nennt, die Gewissheit, dass das, was da kommen
wird, sein muss, und dass es auch nach irgendeiner Richtung
seine guten Wirkungen haben müsste, das Hervorrufen dieser
Stimmung in Worten, in Empfindungen, in Ideen, das ist die
Stimmung des Ergebenheitsgebetes.

Es gehört zu dem, was wir in dieser Zeit lernen müssen: Aus
reinem Vertrauen zu leben, ohne Daseinssicherung, aus dem
Vertrauen auf die immer gegenwärtige Hilfe der geistigen
Welt. Wahrhaftig anders geht es heute nicht, wenn der Mut
nicht sinken soll.

Nehmen wir unseren Willen gehörig in Zucht und suchen wir
die Erweckung von innen jeden Morgen und jeden Abend.“

---Rudolf Steiner

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Wichtige Korrektur: „Lieber Herr Eggert, das sogenannte "Ergebenheitsgebet" auf der "Egoisten"-Webseite stammt in dieser Form NICHT von Rudolf Steiner.
Es ist ein Zusammenschnitt von Textstellen aus dem öffentlichen Vortrag "Das Wesen des Gebetes", Berlin 17.2.1910, im Band GA 59: Metamorphosen des Seelenlebens.
Bitte um einen Kommentar auf der Website der "Egoisten".
(Ich hätte es selbst gemacht, konnte aber den Zugang nicht finden.)
Mit freundlichen Grüssen
Carlo Frigeri“
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