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Drei Chakren

pharao
Diese etwas unscharfe Darstellung eines Pharaos aus dem Neuen Museum auf der Berliner Museumsinsel ist auch das Bild einer bestimmten Art der Einweihung. Man sieht die drei Chakren, die dabei betont werden- das schlangenhafte Stirnchakram, das zarte, erdwärts gerichtete Kehlkopf- Chakram, das zugleich mit dem Kopfhintergrund korrespondiert, und das ungemein betonte Scheitelchakram, das sich gänzlich dem kosmischen Strom hingibt, ja das Himmelsrund geradezu abbildet. Die Individualität tritt gänzlich zurück, hat sich hingegeben- wenngleich horchend und in den Lippen fokussiert. Die Betonung des Gleichklangs weist unbedingt nach oben, ins Lauschen in die Sternensphären hinein. Die kosmische Sphäre dringt von oben geradezu überwältigend hinein, der Mensch ist ganz empfangend und lauschend geworden.

Übrigens hat Steiner in frühen Jahren auch Übungen in Bezug auf die Chakren gegeben (wer interessiert ist, konnte meinen Artikel „Spiegel putzen“ im Juli- August- Heft von Die Drei nachlesen- inzwischen nicht mehr online erhältlich ). Dazu ergänzend möchte ich eine Übung schildern, in der Rudolf Steiner anregt, den vor der Stirn meditativ gebildeten geistig- ätherischen "Raum" in den Stirnpunkt hinein zu ziehen, ihn sich ins den hinteren Schädel ergiessen zu lassen, um ihn das Rückgrat hinunter bis auf den Grund laufen zu lassen. Die dort - am Kundalini- Punkt- gesammelte Kraft sollte wieder bis auf Herzhöhe hinauf geleitet werden, um dann kraftvoll nach vorne zu strahlen.

Diese komplexe Übung, die ich jetzt auch nur wiedergebe, weist auf die heute angemessene Struktur der aktiven Chakren hin: Heute bilden Stirn, Kehlkopf und Herzhöhe den Dreiklang des Einweihungsgeschehens. Es ist ein sich ergänzendes Trio, das wesentlich mehr dem individuellen Charakter, den wir besitzen, entspricht als das alte, das im Pharao- Bild erscheint. Wir sind weniger nach oben gewandt als nach vorne. Der Kehlkopf ist ein gestaltendes Moment, das das Raumbildende der Stirn moduliert und kraftvoll entfaltet. Die Herzkräfte ergießen sich bis in die Mitte der Hände und sind erdhaft- willenhaft. Insgesamt ist das ganze Geschehen plastisch, aber auch ganz persönlich, und zugleich durchzogen von Kräften, die darüber hinaus gehen. Wir sind individuelle soziale Wesen, die sich in einen waagerechten Strom stellen. In diesem Strom, in dem die Kraft der drei Chakren einen geistigen Raum bildet, fliessen zugleich Lebenskräfte hinein, die das Individuelle in sich aufnehmen und mit der Kraft des Logos erfüllen.

Es hat so eine Verschiebung nicht nur der wesentlichen Kraftbereiche, sondern auch der Richtung statt gefunden, wie es nach der Neubegründung aller Mysterien durch die Auferstehung Christi nicht anders sein kann.

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Inzwischen sind durch einen aufmerksamen Leser Zweifel laut geworden, ob das beschriebene Geschehen in Bezug auf die Chakras als sich „ergänzendes Trio“ zu verstehen ist. Vielmehr spielt eine weitere Ebene eine nicht zu unterschätzende Rolle, die mit einem Chakra verbunden ist, das mit der Zirbeldrüse in Zusammenhang steht: „Die Wiedergabe der Übung (aus GA 264 oder 267) in deinem Aufsatz ‘Drei Chakren‘ scheint mir nicht richtig zu sein. Das heißt nicht am Stirnpunkt, sondern „an die Stelle im Innern des Kopfes …, wo etwa die Z (Zirbeldrüse) sitzt.“, „was man die Mitte des Gehirns nennen könnte, …, in der Zirbeldrüse.“ (GA 227) oder der “vorläufige Mittelpunkt” im Kopfe (GA 10 und 13).“ (Ton Majoor) Ich bitte meine simplifizierende Darstellung zu entschuldigen.
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