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Templer

Das Ende der Welt. Inquisitorische Stereotypen und Verschwörungstheorien

Anzumerken ist hier noch, dass die Vorwürfe einer angeblichen Verschwörung mit den Sarazenen bereits im Prozess gegen die Templer erhoben worden waren. Nach einer Periode gewisser Ruhe, in der viel jüdische Kaufleute und Familien zurückgekehrt waren – in der trügerischen Hoffnung, der Wahnsinn sei vorbei -, wurden die Judenverfolgungen ab 1347 wieder virulent, da in diesem Jahr – nach sechshundert Jahren "Ruhe", aus den genuesischen Häfen und aus Sizilien kommend, eine große Pestepidemie Europa durchzog. In Südfrankreich starb daran etwa ein Viertel der gesamten Bevölkerung.

Für die Epidemie wurden die Juden verantwortlich gemacht, wiederum anhand der "Brunnentheorie". Aber auch die anderen Theorien, etwa die des rituellen Mordes durch Juden, wurden neu angefacht. Im Laufe des Jahrhunderts kamen allerdings wieder Gegenstimmen auf, die inmitten der Massaker feststellten, dass ja auch die Juden an der Pest starben. Die Verschwörungsobsession ebbte allmählich, im Laufe von dreissig Jahren, ab; zumindest vorerst. Sie sollte im letzten Jahrtausend wieder und wieder aufflammen.

Unter der Oberfläche waren aber bereits neue Verdächtigungen aufgeglommen. Man witterte, speziell auf Seiten der Inquisitoren, „neue Sekten und verbotene Riten". Es sah so aus, als sollte sich die Grundlage der Verfolgungen verbreitern; schließlich waren die Personengruppen der Ketzer, Juden und Aussätzigen doch begrenzt. Erst mit dem Vorwurf der Hexerei geriet nahezu jeder ins denunziatorische Sperrfeuer, wenn das Schicksal, der Nachbar oder die kirchliche Obrigkeit es so wollten. So publizierte Papst Alexander V. 1409 eine Bulle, die aussagte, dass viele „Christen und Juden, die Hexerei, Wahrsagerei, Dämonenbeschwörungen, magische Verwünschungen, Aberglauben, böse und verbotene Künste praktizierten", noch aufzufinden seien, um „unschuldige Christen" vor dem Unglück und Verderben zu bewahren.( Ginzburg, S. 83). Damit konnte nun die Christenheit selber in ihrer ganzen Breite, nicht nur überschaubare Randgruppen, "gereinigt" werden.

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Zu Andreas Meyers "Die letzten Templer" II

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Andreas MeyersDie letzten Templer. Band II“ gehört zu den ganz raren Büchern, in denen ein neuer Standard definiert wird- in einem Zusammenfliessen von methodischer Reinheit, umfassender Quellenkenntnis und -verarbeitung, Verarbeitung von Angaben Rudolf Steiners, Blickrichtung auf kulturelle, politische, geistesgeschichtliche Entwicklungsströme und auch ganz eigenständige geistige - d.h. vor allem karmische - Forschung. Dieses Zusammenfliessen der Impulse hebt das Buch schon weit heraus.

Das Thema der Templer, ihrer Vernichtung und der von ihnen ausstrahlenden Impulse, steht in der Mitte einer solchen umfassenden Kaskade von Betrachtungen. Die methodische Sauberkeit wird u.a. dadurch gewährleistet, dass alle Quellen - auch die eigenständige Forschung - jeweils als solche gekennzeichnet werden. Zu diesen Forschungen gehören auch karmische Betrachtungen zu einzelnen Handelnden, die überraschende, aber sehr erhellende Schlaglichter auf das Verhalten der Personen im historischen Kontext werfen. Es werden aber auch Mysterien eines geschlossenen Kreises innerhalb des Templerordens, dessen innere Struktur, die Funktion und Bedeutung einzelner Personen geschildert, und dies mit einer klaren und einsichtigen intimen Kenntnis, dargelegt. Zu der herrschenden Transparenz gehört auch, dass einzelne schwer wiegende Fehlurteile innerhalb der Literatur - beispielsweise aus der Feder der notorisch spekulierenden Judith von Halle - korrigiert und zurück gewiesen werden. Andreas Meyer setzt einfach die historischen Fakten dagegen.

Schließlich gehört zur Methodik auch, dass der vorliegende zweite Band schon im Untertitel - „Geisteswissenschaftliche Forschungen zur Entstehung, Vernichtung und Fortentwicklung des Templerimpulses“ - deutlich macht, dass es hier eben um die hinter den historischen Vorgängen (die im ersten Band erschöpfend behandelt werden) liegenden Bedeutungs- und Deutungsebenen geht. Der Leser weiß, worauf er sich einlässt. Die Vorsicht Andreas Meyers ist gerade bei diesem Thema, das von so vielen Seiten und häufig auf entstellende Art und Weise missbraucht worden ist, bitter nötig; das Templermotiv ist stets ein historischer Schock gewesen - der erste staatsterroristische Akt, und der Verrat des papistischen Katholizismus an den eigenen spirituellen Impulsen. So spricht Meyer auch vom „schneidende(n) Lufthauch der neueren Geschichte." Ein Trauma für die Kirche wie für ihre Opfer.

Mit einigen sentimentalen Verzerrungen räumt Meyer allerdings auch auf - vor allem in Bezug auf die Person und Rolle des Großmeisters Jakob von Molays, der häufig idealisiert worden, zum „Eingeweihten“, zur „weitschauenden Führerpersönlichkeit“ und zum Held gemacht worden ist. Meyer zeigt, dass er tatsächlich der einfache und tapfere Mann gewesen ist, als der er sich vor den Tribunalen selbst beschrieben hat. Er hatte zweifellos einige diplomatische Erfolge, war aber strategisch, intellektuell und spirituell keinesfalls - so wiederum eine verzerrende Behauptung auch Judith von Halles - der schwierigen Situation des Ordens gewachsen. Diese Art von Idealisierung und Mystifizierung Molays ist eigentlich ein Produkt des 19. Jahrhunderts. Tatsächlich diente Molay, da innerer spiritueller Kreis und äußere Führung bei den Templern stets getrennt waren, mehr als eine politische Repräsentationsfigur. Auch in dieser Hinsicht hat er, der eine Renaissance des Ordens in einem neuen Kreuzzug sah, die Zeichen der Zeit völlig missdeutet. Es gab durchaus „andere Zukunftskonzepte für die weitere Entwicklung des Ordens“, aber Molay setzte sich gegen Widerstände durch, die Tatsache ignorierend, dass „die Zeit der geistlichen Ritterorden im Orient vorbei war“ (S. 98). Womöglich erkannte Molay auch die Brisanz der Anfeindungen, Gerüchte und Intrigen gegen den Orden nicht, weil er von 1296 bis 1306 durchgängig auf Zypern residierte - bis zur fatalen Berufung durch Papst Clemens V nach Frankreich.

Im Gegensatz zum Insider Hugo von Pairaud, der in die Initiationsrituale des Ordens schon lange eingeweiht war, u.a. als Visitator und Schatzmeister von und in Frankreich diente und die vermutlich bessere Alternative zu Jaques des Molay gewesen wäre, wurde letzterer erst im letzten Augenblick vor der Verhaftung - und auch nur ansatzweise - in gewisse geheime Rituale des Ordens eingeweiht. Pairaud hat dagegen lange und tiefe Einblicke in die inneren Zirkel und Initiationsriten gehabt (die Meyer im vorliegenden Buch auch umfassend schildert) - er war „den Geheimriten am leidenschaftlichsten ergeben“ (S. 102). Pairaud wusste um den kommenden Vernichtungsschlag gegen den Orden, trat mutig und öffentlich gegen Philipp den Schönen auf, hatte diesem kraft seines Amtes als Verwalter des Vermögens des Königs aber auch erst einen Einblick in die „Schätze des Ordens“ gegeben und damit dessen Begehrlichkeit geweckt. Darin sieht Meyer die besondere „karmische Schuld Pairauds“ (S. 103). Es war auch Pairaud undenkbar, von seinem Papst Clemens V. derartig betrogen und verraten zu werden. Meyer deutet auf die ganz besondere karmische Konstellation, die auf Pairaud lastete, die auf den Herodes- Johannes - Konflikt zurück verweist. Letztlich waren es auch die inneren Probleme des Templerordens selbst, sowie dessen gescheiterte Mission im Osten nach dem Fall von Akkon 1291, die eine Angriffsfläche für den völligen Vernichtungsimpuls Philipps des Schönen bildeten.

Einen besonderen spirituellen Aspekt schildert Meyer im Weg des Peter von Bologna, eines Ordenspriesters und „tiefen Kenner(s) der Menschennatur“. Ein Dominikaner, der Schüler Thomas von Aquins gewesen war, verhalf dem inhaftierten Templer Peter von Bologna, der durch die erfolgte Folter schwer verletzt war, am 12. Mai 1310 zur Flucht. Er wurde in einem Klarissenkloster bei Besançon versteckt und nahm von dort aus kurz vor seinem Tod Kontakt auf mit einer sehr kleinen Bruderschaft im Jura bei Neuchatel. Der nun erfolgende Austausch stellte die Verbindung her vom spirituellen Wissen des Templerordens zu der sich erst konstituierenden Rosenkreuzer- Gruppe, die in ihrer Mitte ein Kind aufzog.

Dies sind nur einige Motive aus dem reichen, klugen Buch, das Andreas Meyer hier vorlegt. Es ist eben nicht nur methodisch heraus ragend, sondern auch substantiell. Eine Bereicherung.

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Die vielen Reinkarnationen des Jakob von Molay

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Das Thema Templer, deren Impuls, die Gegenkräfte und Vernichtung faszinieren viele Menschen bis heute. So ist es nicht erstaunlich, dass eine anthroposophische (australische) Autorin, Adriana Koulias, Bestsellererfolge mit typisch anthroposophischen Themen im englischsprachigen Raum feiert, auch und gerade mit einem an Aussagen Rudolf Steiners angelehnten, aber gut und sorgfältig recherchierten Templerroman The Seal:

„It is the year 1307, and the ancient Order of the Knights of Christ and the Temple of Solomon is in danger. The King of France and Pope Clement V are scheming to appropriate the most sacred and dangerous of all secrets held by the Order – a secret encrypted on the ring seal of Jacques de Molay, the Templar Grand Master.
To save the Order, Jacques must entrust the ring to one man, a man unknown to history, a man whose task will be to take the seal through a world in ruins and out to the farthest edges of Europe. The man in question becomes embroiled in a Machiavellian world of spies, traps, the Inquisition and outward enemies, only finally to come face to face with the most cunning and terrible foe of all: the enemy that hides within.

So who is this man? And what is the secret he carries? Nearly 700 years later, the answer comes by way of a writer who arrives at Lockenhaus Castle to research a book on the Templars. Together the writer and an old local woman unlock the secret of the seal and come to understand the entangled destiny that binds them.“

In der Tat, die Frage, wer dieser Jaques von Molay war, beschäftigt auch Historiker bis heute. Der unvermeidliche Alain Demurger - insbesondere in seiner etwas chaotischen Monografie „Der letzte Templer“, in der er sich ohne Linie und Entscheidung für alle Darstellungen de Molays entscheidet- d.h. auch für die Interpretationen, die widersprüchlicher nicht sein könnten. So wird der Kämpfer aus Akkord, über dessen Vorgeschichte so gut wie nichts bekannt ist, zum wankelmütigen und charakterschwachen Opfer von Kirche und französischem König, dem die dominikanischen Folterspezialisten sieben Jahre lang buchstäblich die Haut vom Körper ziehen. Ob es ein Triumph dieses Buches ist, dass es „einen "glänzenden" Beweis dafür (liefert), dass die Geschichte des Templer-Ordens auch ohne esoterisch-mystische Ausschmückungen "packend genug" sein kann“. sei dahin gestellt. Mir erscheint der Historiker Demurger eher im Salat zu stochern. Dennoch konstatiert das Buch die vorliegenden (spurlosen und gegensätzlichen) Fakten, „durchleuchtet zugleich das feingewobene Interessengeflecht, das die Handlungen seiner Gegenspieler - des französischen Königs Philipp des Schönen und des Papstes Clemens V. - bestimmte. Als der letzte Großmeister erkannt hatte, dass der habgierige König den Orden wegen seiner Macht und seines Reichtums zerschlagen und dessen Vermögen unter seine Kontrolle bringen wollte, war es zu spät. Er war nicht mehr in der Lage, den Strategien und Winkelzügen seiner Gegner wirksam zu begegnen. So erscheint der tapfere Jacques de Molay in dieser Biografie am Ende seiner Tage als tragische Gestalt und idealistischer Kämpfer für eine verlorenen Sache. Als er am 18. März 1314 auf Befehl Philipps in Paris verbrannt wird und noch auf dem Scheiterhaufen König und Papst verfluchte, war der Untergang der Templer längst vorherbestimmt. Doch während seine Gegner nach seinem Fluch innerhalb nur eines Jahres starben und weitgehend der Vergessenheit anheimfielen, blieb die Geschichte Jacques de Molays und des Ordens der Tempelritter bis in unsere Zeit lebendig.“ (Klappentext) Die Person Molays aber wird am keiner Stelle deutlicher, so sehr es sich bemüht, die Fakten zu sortieren.

Wenden wir uns also probeweise den Esoterikern zu. Insbesondere anthroposophische Autoren wissen durch angebliche Aussagen Rudolf Steiners, als wer sich de Molay reinkarniert habe. So schreibt der Europäer: „Vor etwas über 700 Jahren wurden am 12. Mai 1310 vor den Toren von Paris 54 Templer verbrannt, welche die unwahren Geständnisse gegen den Orden, die ihnen unter der Qual der Folter abgepresst worden waren, widerrufen hatten. Zu ihnen gehörte ein Mann, der in seiner nächsten Inkarnation schon als Knabe Erinnerungen an sein früheres Templerdasein in sich trug und später die einstige Verbrennung als Templer erlebt hat. Der Wahrheitsgehalt dieses Erlebnisses ist ihm von Rudolf Steiner bestätigt worden. Es handelt sich um Albrecht Wilhelm Sellin (1841–1933).
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Aber auch Andere waren von ihrer persönlichen Reinkarnation als de Molay überzeugt- so der distinguierte Schüler Rudolf Steiners, Felix Peipers: „Es gibt aber noch eine andere Ansicht: Felix Peipers (1873 - 1944), der Arzt, der mit Rudolf Steiner die Farbentherapie entwickelte, sei in seiner vorherigen Inkarnation der Großmeister gewesen, beteuern seine Freunde.“ (Weitere Quelle) Peipers war Darsteller in den Mysteriendramen Rudolf Steiners und hatte auf die Zeitgenossen einigen Eindruck gemacht: „Andrej Belyj gibt in seinem Buch Verwandeln des Lebens die Impression wieder, die er von Peipers hatte – nämlich eine solche als «Tempelritter» – und fügte hinzu: «Ich glaube, dass damit der Grundwesenszug Peipers ausgesprochen ist: er war ‹Ritter›, in einer völlig neuen Bedeutung; und seine Zurückhaltung auf dem äußeren Kampffeld (Vorträge, Aufsätze, leitende Funktionen) war offenbar durch das innere Wachehalten bedingt.“
Peipers soll von de Molay gesagt haben, er habe die Folter nicht bestanden: „Das wird wohl heißen, in einer noch perfideren Art und Weise, war es doch besonders wichtig, aus dem Munde des Großmeisters ein Zeugnis gegen den Orden zu erpressen. Molay scheint dadurch in extremer Weise geschwächt worden zu sein, so dass er nicht drei, sondern sieben, zum Teil in Kerkerhaft verbrachte Jahre brauchte, bis er die Kraft errang, alles Gestandene mit einem Schlag zu widerrufen. Dies geschah am 18. März des Jahres 1314. Molay wurde noch am selben Tag, zusammen mit dem Präzeptor Guy de Normandie, auf der Seine-Insel von Paris verbrannt.“


Nun gibt es in Sachen Reinkarnation de Molays aber noch weitere interne Konkurrenz. Eine Rolle soll auch die bodenständige Elisabeth Vreede, von der es im genannten Aufsatz, Peter Selg zitierend, heißt: „Nun brachte Peter Selg in seiner vor einem Jahr erschienenen Vreede-Monographie gleich auf den ersten Seiten auch eine mündliche, namentlich durch Willi Sucher getragene Überlieferung zur Sprache, der zufolge Rudolf Steiner Vreede auf ihre «(sehr wahrscheinlich) letzte Inkarnation als leitende Persönlichkeit der Templergemeinschaft, mit schwerem, ja furchtbarem Schicksal» (S/12) aufmerksam gemacht habe. In einer Anmerkung wird dann diese «leitende Persönlichkeit» (S / 286, Anm. 16) als Jacques de Molay identifiziert.“

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Zum ganzen Text mit weiteren Kandidaten für die Reinkarnation
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Bis auf die Knochen oder: Der letzte Templer

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Es gibt Bücher, die einen einfach ärgern. So, was mich betrifft, wieder einmal ein Sachbuch des bekannten „international renommierten Fachmanns“ (Klappentext) Alain Demurger, „Der letzte Templer. Leben und Sterben des Großmeisters Jacques de Molay“.
Gewiss, Demurger ist, wie in vielen seiner anderen Sachbücher zu diesem Thema, sachkundig, so weit die vorhandenen Dokumente eben reichen. Daher ertrinkt man in auch im vorliegenden Buch bei einzelnen Details - etwa in den gerade auch von den Widersachern gut dokumentierten Schlachten, Scharmützeln und Intrigen im Heiligen Land. An diesen Stellen wird das Buch von Fakten, Daten und Personen überschwemmt. Doch von der Person, um die es im Buch geht- dem letzten Großmeister - erfährt man selbst dann wenig bis nichts. Das gibt auch Demurger schon im Vorwort zu: „Man weiß also wenig über Jacques de Molay.“

In der Tat. Man weiß, dass er zwischen 1245 und 1250 geboren wurde, Großmeister vor allem im Orient, d.h. auf Zypern gewesen ist (wie er zu dem Amt kam, ob es Konkurrenz gab: Alles im Nebel), dass er trotz aller Warnungen, dem unsäglichen, exilierten Papst folgend, nach Frankreich reiste, um dort in die Verhaftungs- und Vernichtungswelle Philipps des Schönenzu reisen und diesem zum Opfer zu werden- mitsamt seiner Mitbrüder, dem gesamten Orden und dessen Vermögen. Den Dokumenten der Propagandamaschine Philipps zu vertrauen, der wohl als Erster massenhaft und gezielt manipulative Diffamierungen in die Welt setzen ließ, um seine Opfer (Juden, Kaufleute, Templer) zu schädigen und seine Mord-, Vertreibungs- und Ausplünderungsmaschine propagandistisch zu rechtfertigen, ist noch heikler, als aus gar keinen Dokumenten „in kleinen Pinselstrichen“ Molays „Biographie zu zeichnen“ (S. 14). Den Taktiken Philipps und seinen juristischen, taktischen und inquisitorischen Ratgeber zu folgen, auf Protokolle aus den Folterungen, den Prozessen und öffentlichen Äußerungen zu setzen, ist mehr als heikel. Aus dem Nichts ungesicherter Dokumente und einiger „Pinselstriche“ eine Biografie zu zaubern, an vielen Stellen spekulativ, um nicht zu sagen geschwätzig.

Immerhin fällt Demurger nicht auf bestimmte, gern tradierte Mythen hinein wie den legendären „Templerschatz“. Ihm ist natürlich bewusst, dass dieser Schatz das „Archiv“ der Templer war, das „später allerdings verloren ging“. (176) Die politischen Umstände in der Schlacht um Akkon und danach, in der ungeliebten Herrschaft auf Zypern, stellt Demurger aus einem Puzzle aus Urkunden zusammen. Es gab zweifellos Widerstände gegenüber einzelnen Entscheidungen und personellen Ernennungen de Molays. Demurger unterlässt es klug, daraus eine generelle Spaltung des Ordens, wie sie oft behauptet wird, zu konstruieren.

Natürlich war die Lage des Ordens nach dem Fall Akkons schwierig. Die Kreuzzüge waren verloren; der Templerorden hatte seine primäre Mission damit nicht erfüllt. Von päpstlicher Seite kam 1291 der Gedanke auf, die verschiedenen Orden wie Templer und Hospitaliter zu vereinigen. Insbesondere Raimundus Lullus - bei den Templern auf Zypern ein gern gesehener Gast- schlug solch eine Koordination und Verschmelzung vehement vor, wobei er noch den Deutschen Orden und die spanischen Ritterorden hinzurechnete. Ziel von Lullus war ein neuer Kreuzzug. Aber der nachfolgende Papst Bonifatius VIII. ließ die Entscheidung in der Schwebe. Angeblich (nach Demurger) unterstützte ihn de Molay darin. Dafür gab es schwer wiegende Gründe: An der Spitze eines solchen „totalen“ Ritterordens sollte ein weltlicher König stehen, der dann als „König des wiedereroberten Jerusalem“ werden sollte. Ein Kapetinger sollte das sein. Es ist rätselhaft, dass Raimundus Lullus, der diese Frage noch 1305 voran trieb, nicht erkannte, dass er damit die weit reichenden Ambitionen eines Philipp des Schönen, des Franzosen, artikulierte.

Sobald die Ambitionen Philipps berührt werden, beginnt auch bei Demurger die Widersprüchlichkeit. So unterstellt er de Molay in einem Nebensatz (206), dieser habe diese Ambitionen Philipps nur deshalb nicht unterstützt, („der Gedanke liegt nahe..“!, S. 206), weil es de Molay um „die Verteidigung seiner (eigenen, M.E.) Stellung ging!“. Er findet de Molays Argumente „ein wenig ungehörig“. Das wirkt bei den auch von Demurger konstatierten Ambitionen Philipps, die totale Kontrolle über Papsttum und Ritterorden, aber auch das Vermögen letzterer, zu erlangen, mehr als merkwürdig. Die Versuche des Widerstands de Molays - „ungehörig“? Papst Clemens V., die von Philipp eingesetzte Marionette auf dem Papststuhl als Nachfolger des von Philipp 1303 ermordeten Bonifatius VIII., opferte doch lieber den Templerorden als Ganzen, als Philipp eine Position einzuräumen, die diesen als geistlich- weltlichen Universalherrscher hätte positionieren können. 1307 wurde de Molay im Templerhaus in Paris von den königlichen Garden verhaftet- in einer konzertierten Aktion über ganz Frankreich hinweg. Die Folterungen setzten sofort ein. Am 24. Oktober 1307 gab de Molay an, „wenn auch widerwillig“, „Christus verleugnet“ zu haben, durch ein rituelles Spucken am Kreuz. Homosexuell sei er nicht.

Um dieses magere Geständnis unter Folter ranken sich - auch im schwankenden Buch von Demurger - viele Gerüchte. 1308 hat de Molay einen öffentlichen Auftritt gehabt, den er zugestanden bekam, da er dabei „noch größere Irrtümer gestehen“ (250) wolle. Stattdessen öffnete er, der in Notre-Dame auf einem Podest saß, „seinen Umhang und legte seine Kleidung ab: „Seht, meine Herren, wie man aus uns herausholte, was man hören wollte“, und er zeigte seine bis auf die Knochen zerfleischten Arme und die Spuren der Folter, die er erlitten hatte. Dann widerrief er seine Aussagen“. (250) Einige Seiten später bezeichnet Demurger diesen Auftritt de Molays aus heiterem Himmel als theatralisch und großsprecherisch und bezweifelt plötzlich gar, dass er überhaupt stattgefunden habe. Plötzlich treten bei Demurger Dokumente aus der Umgebung des Königs in den Vordergrund, die behaupten, de Molay sei gar nicht gefoltert worden, er habe freiwillig gestanden, oder habe sogar um seines Rufes willen geradezu darum gefleht, gestehen zu dürfen. Ab S. 268 wird praktisch als gesicherte Tasche genommen, dass der Großmeister „alle seine Vergehen ohne Folter zugegeben“ habe. Zu Wort kommen noch Inquisitoren wie Bernhard Gui. Mit einer gewissen Befriedigung vonseiten Demurgers wird die gesetzeswidrige Entscheidung Philipps aufgenommen, de Molay nach dem Widerruf seines Geständnisses unmittelbar ermorden zu lassen.

So dümpelt der Biograf weiter vor sich hin. Er schreibt (295) von „zweifelhaften Praktiken“ im Orden, die irgendwie, irgendwann wohl eingesickert seien, in den Orden „im Allgemeinen oder, genauer gesagt, was ich als System bezeichnen würde.“ Das würde ich als denunziatorisches Geschwätz bezeichnen, Herr Demurger. So wie die ganze Darstellung Jacques de Molays in gar keiner Weise auch nur den Hauch von Objektivität erfährt. Offensichtlich schlägt ein fataler Nationalstolz bei Demurger durch, der sich (285) darüber mokiert, dass de Molay durch seine „Unnachgiebigkeit“ dem Papst - diesem Hanswurst - „in den Rücken fiel“, und, schlimmer noch, „damit den französischen König brüskierte“. Demurger benutzt die Propaganda Philipps bis zum heutigen Tag, um den letzten Großmeister des Templerordens zu demütigen, obwohl er (282) nochmals zugibt, dass es „wenige Quellen“ gäbe, die ein „klares Bild seiner Persönlichkeit vermitteln“, kaum „gesichertes Wissen“, und wenn, dann seien diese Dokumente „widersprüchlich“. Der Fachmann für den Templerorden baut also nur auf Wasser, aber er streut eine Menge altes Gift hinein.

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Bildquelle Pinterest- Templer- Seite
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Templer- und andere Traumata. Aus Andreas Meyers angekündigtem Doppelband über den Templerorden

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Leseprobe aus dem Kapitel: Die Auswirkungen der Folter, in: Die letzten Templer, Band II, IL-Verlag Basel (Februar 2014):

Die alten, unverarbeiteten Erlebnisse vergangener Erdenleben, sofern diese stark und lebensbestimmend genug gewesen sind, haben weiterhin ihren Sitz im Ätherleib des Menschen und wirken von da aus auf den physischen Organismus. Die Erfahrung von Folter gehört zu den mächtigsten Erlebnissen dieser Art. Mit Entbehrungen, Trennungen, Schicksalsschlägen, Leid und Krankheit kann der Mensch, wenn er an sich arbeitet, souverän umgehen lernen und sich von allen »Haftungen« frei machen. Auch und insbesondere die Bereitschaft zum Tod gehört dazu und kann freudig bejaht werden. Die Wirklichkeit der Folter, sofern diese subtil genug vollzogen wird, gehört jedoch zum Schlimmsten und Unerträglichsten, was der Mensch erleben kann. Selbst stärkste Naturen werden durch die Folter gebrochen. So war es auch bei den meisten Templern. Kampferprobte und lebensgeprüfte Ritter, die ihr Leben nicht schonten, geistig geschult und teilweise eingeweiht waren, konnten die Qualen der Folter nicht ertragen und gestanden, was man von ihnen hören wollte. Erschwerend kam dazu die geschilderte, besonders teuflische Tatsache, dass dabei nicht nur der physische Körper zerstört wurde, sondern Teile ihres Ätherleibes herausgerissen wurden. Entsprechend »beschädigt« war demgemäß auch die »Kopie« ihres Ätherleibes.
Viele Templer, die an den Qualen der Folter oder durch Verbrennung den Tod fanden, hatten in ihrem irdischen Leben keine Gelegenheit mehr, diese Dinge zu verarbeiten. Doch auch innerhalb des Lebens ist es fast unmöglich, derartig schwerwiegende Erlebnisse zu verarbeiten. (1) Die Erfahrungen traumatisierter Missbrauchsopfer zeigen beispielhaft, wie stark die Tendenz zur Verdrängung, zum vollständigen innerlichen Vergessen-machen bei derartigen Ereignissen ist. Doch auch wenn die Erinnerung daran ausgelöscht wurde, wirken die unverarbeiteten Erlebnisse im Leib weiter.
Es kommt deshalb vor, dass Menschen heute mit erheblichen körperlichen Beschwerden konfrontiert sind, deren Ursachen sich scheinbar nicht ergründen lassen und die vollständig resistent gegen die üblichen Arten der Behandlung sind. Die Beschwerden zeigen sich auf körperlicher Ebene oft in unerklärlichen, massiven Schmerzen, einem Grundgefühl von Nicht-im-Körper-sein-können, sich tatsächlich wie gefoltert fühlen und Vielem mehr. Die Gliedmaßen werden wie abgestorben empfunden. Manche fühlen sich wie missbraucht, obwohl dies biografisch ausgeschlossen werden kann. Auf seelischer Ebene werden oft starke Schuldgefühle erlebt, die keinen erkennbaren Grund haben. Dazu gehören auch Angstzustände, eine innere Zerrissenheit und das Gefühl, irgendwie nicht leben, nicht wollen und sich nicht verbinden zu können. In Bezug auf geistige Fragen paaren sich manchmal ein tiefes Wissen und das Gefühl, eigentlich alles schon zu kennen, mit Angst, Spott, Ablehnung und nicht-mehr-Glauben-können. Hinsichtlich des Schuldempfindens fühlen manche Menschen, dass sie irgendeinen Verrat begangen haben an etwas sehr Heiligem, aber finden in ihrer Biografie darauf keine Antwort.
Indessen geht die Praxis der Folterung weltweit weiter (2) und wir dürfen davon ausgehen, dass damit auch der schwarzmagische Strom, der sich von den mexikanischen Mysterien ausgehend über Philipp den Schönen und seine Kreaturen fortsetzte, weiter lebt. Zum neusten und weltweit erfolgreichsten Computerspiel »GTA V« schrieb die Süddeutsche Zeitung am 21. September 2013: »Wer GTA V spielen will, muss sich darauf einstellen, einen Menschen zu foltern. In einer Passage, die knapp zehn Minuten dauert, wählt der Spieler aus: Waterboarding oder Zange. Menschenrechtsorganisationen sind entsetzt«. Natürlich erklärten »Game-Experten« am 25. September 2013 in den »Tagesthemen« des ARD, dass es doch schließlich »nur ein Spiel und keine Realität sei« und verharmlosen so die Folter. Indessen lässt sich damit gewaltig Profit machen und bereits in den ersten drei Tagen des Verkaufs wurde damit mehr als eine Milliarde US-Dollar Umsatz gemacht
.“

1 Vgl. dazu: McCoy, Alfred W., Foltern und Foltern lassen. 50 Jahre Folterforschung und-Praxis von CIA und US-Militär (aus dem Amerikanischen von Ulrike Bischoff), 2. Aufl. (Frankfurt (Main): Zweitausendeins, 2006).
2 Ebd.
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Andreas Meyers Bücher werden im kommenden Frühjahr erscheinen, können aber bereits jetzt teilweise eingesehen, vorbestellt und diskutiert werden. Dazu stellt der Autor ebenso ein eigenes Blog wie Facebook- und Twitter- Accounts bereit.
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Nogaret und die Vernichtung der Templer

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Krück von Poturzyn hatte schon in einem 1963 im Verlag Freies Geistesleben erschienen Buches („Der Prozess gegen die Templer“), auf die Persönlichkeit Nogarets aufmerksam gemacht, der hoch gebildete, als Vorgriff auf spätere Jahrhunderte gefürchtete Jurist Philipps IV. („des Schönen“), der selbst ermordeten Katharereltern entstammte, und in seinem durchdringenden Hass auch gern persönlich folterte, mordete und intrigierte. Man darf vermuten, dass diese hoch gebildeten Mitarbeiter Philipps, mit denen er dem französischen Staat, seinen Finanzen, juristischen und bildungspolitischen Institutionen Formen gab, die als Modell für „Staatsapparate“ schlechthin bis in die neueste Zeitgeschichte erhielten blieben, eine ähnliche Verfrühung in die kulturelle Entwicklung brachten wie 700 Jahre zuvor die Akademie von Gondishapur. Nogaret war bereits vor der damals einmaligen konzertierten Aktion zur Vernichtung des Templerordens von Anfang an für Philipps Machenschaften prädestiniert:

Zu Papst Bonifaz wurde schließlich der ehemalige Professor der Rechtskunde, Wilhelm Nogaret, geschickt, weil der Papst in demselben Dom zu Anagni, wo einst Friedrich Barbarossa und der Zweite Friedrich gebannt worden waren, den französischen König absetzen und den Franzosen einen Deutschen zum König geben wollte. Nogaret war ein seltsamer Mensch, der Sohn von Katharer- Eltern, ein hagerer Mann mit kühnem, furchterregendem Gesicht; dem fanatischen Eifer um seinen König schien ein abgrundtiefer Kirchenhass zugrunde zu liegen. Nogaret drang in des Papstes Schlafzimmer ein, misshandelte den alten Mann, setzte ihn gefangen, soll ihn außerdem beraubt haben und nannte die Tat höhnisch „die Erledigung eines Geschäftes Christi“. Es blieb kein Geheimnis, dass der 84jährige Bonifaz an den Folgen dieses Attentats starb, auch hieß es, dass seinem wesentlich milderen Nachfolger, der nach siebenmonatiger Amtszeit erlag, auf Nogarets Anstiften vergiftete Feigen serviert worden seien. Trotz allem prozessierte Philipp noch acht weitere Jahre gegen den toten Bonifaz.“ (Poturzyn, S. 16)

Philipp war neben seinen staatsmännischen Fähigkeiten, seinen mörderischen Intentionen, seiner Goldgier und seinem visionären Weitblick im privaten Umfeld aus seinem „Gottesgnadentum“ (sein Selbstbild) heraus auch magisch tätig; so heilte er „kranke Drüsen durch Auflegen der Hand.“ (dito) Philipp und sein Staatsapparat waren auch als erste in der Lage, Kampagnen (etwa um Gerüchte gegen die Templer in die Welt zu setzen) im Sinne eines Pressebüros zu unterhalten und damit gezielt Interessen durch Manipulation der Meinungsbildung durchzusetzen: „Philipp begünstigte lediglich die Pamphletisten, die das schreiben mussten, was unters Volk kommen sollte.“ (Poturzyn, S. 17). Philipp unterhielt einen Public- Relations- Manager, Dubois, der zum richtigen Zeitpunkte zu seinen Einsätzen kam: „Pierre Dubois und wer immer von den Schreibern zu Gebote stand- die meisten allerdings hielten zu den Templern-, mussten durch Flugblätter Gerüchte verbreiten, im Laufe der Zeit würden sich Gläubige finden. Im königstreuen Kloster Saint-Denis hieß es bereits, die Templer, kraft ihrer Gelübde zur Keuschheit verpflichtet, würden Kinder verbrennen, die zu ihrer Schande geboren waren und danach die Asche in ihre Getränke mischen. Mochten sie schwätzen, was immer ihnen einfiel, man würde alles sammeln, aufschreiben und verbreiten lassen, denn Philipp war der König, der etwas wie ein Pressebüro erfand, bevor es eine Presse gab, und dessen rüstigste Feder führte Pierre Dubois, der Advokat.“ (Poturzyn, S. 35f)
Da die Päpste Philipps weit gesteckten Zielen, einen Nationalstaat, ja einen „übernationalen Staatenbund katholischer Fürsten unter dem Vorsitz des Königs von Frankreich“ (Poturzyn, S. 18) zu begründen, widerstanden, setzte er einfach selbst einen, der ihm genehm war, ein: Den schwachen, aber ehrgeizigen Bertrand de Got. Unter den Bedingungen, die Philipp diesem vor Amtseinsetzung abverlangte, war eine sechste, die zunächst nicht formuliert war: Dies war die von Anfang an bestehende Absicht Philipps, den Templerorden zu zerstören.

Hier kam nun wieder Nogaret zum Einsatz, von dem es „hieß, er hege persönlichen Groll gegen den Orden, weil sein Vater einst von ihm abgewiesen worden sei.“ (Poturzyn, S. 36) Nogaret fand einen von den Templern verjagten Mörder (an einem Ordensoberen) und Denunzianten, der von Philipp begnadigt werden würde, wenn er angebliche Gräuel der Templer gestand. Es war ein Insider nötig, um bestimmte Aspekte der Einweihungsrituale der Templer so zu deformieren, dass nicht nur Anklagepunkte daraus gemacht werden konnten, sondern auch die Absicht Philipps, die Initiation selbst zu missbrauchen, möglich wurde. Philipp instruierte den Inquisitor von Paris, Wilhelm von Paris, verschwiegen weitere solcher Denunziationen zu sammeln. Die eigentliche siebenwöchige Verhaftungswelle rollte am 24. August 1307 an. Am 13. September wehrte sich der Erzbischof von Narbonne, Gilles Aicelin, den Befehl umzusetzen, und wurde prompt abgesetzt und durch Nogaret ersetzt. „Nogaret selbst, der bei Fackelschein im Namen des Königs mit einem starken Kontingent Fußsoldaten im Pimple begehrte, verhaftete Molay.“ (Poturzyn, S. 54) Die ganze konzertierte Aktion mit ihren propagandistischen Begleitumständen, den Schauprozessen, der elenden Folter, usw. zeigt auch, dass Philipp nicht nur als weitsichtiger, geradezu inspirierter Staatsmann handelte, sondern den Staatsterror stalinistischer und nationalsozialistischer Machart 700 Jahre vorher in großem Maßstab vorwegnahm. Der gelernte Jurist Nogaret war eine dieser dunklen Gestalten, die den Diktatoren stets bereit stehen.

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Die Spur von Nogaret kann durch eine online verfügbare Biografie vertieft werden, auch wenn diese aus dem Jahr 1897 stammt und eindeutig Stellung gegen die Templer bezieht. Ansonsten habe ich begonnen, historische Dokumente und Bilder von den Templern, aber auch Schriftstücke Philipps auf einer Pinterest- Seite zu sammeln, die bei Bedarf und Gelegenheit erweitert werden wird.

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