Archives for Oct 2013 | EgoBlog | Die Egoisten
Oct 2013

Dynamik der Entwicklungen

In einem Beitrag im Egoistenblog habe ich die Betrachtung von Adam Michaelis referiert, „Current trends in Anthroposophy – a conclusion“, in der er vor dem Hintergrund von Jesajah Ben-Aharons Spiritual Science in the 21st Century Entwicklungen innerhalb der Anthroposophischen Bewegung in ihrer spezifischen Dynamik analysiert. Man denke dabei, nebenbei bemerkt, an Rudolf Steiners grundlegende Punkt- Kreis- Meditation, die er im Heilpädagogischer Kurs (S. 154f) darlegte: „Morgens müssen Sie denken: das ist ein Kreis, das ist ein Punkt. Sie müssen verstehen, dass ein Kreis ein Punkt, ein Punkt ein Kreis ist, und müssen das ganz innerlich verstehen. Sehen Sie, damit kommen Sie überhaupt erst an den Menschen heran.“ Aber so wie Steiner dies am Prinzip des Verhältnisses von Stoffwechsel und Bewusstsein darstellte, kann man es z.B. auch in sozialer Dynamik entwickeln, wenn es denn gelingt, dies nicht als starres Konzept zu begreifen.

Das dargestellte Problem mag zunächst darin gesehen werden, dass eine schwache spirituelle - sich vielleicht eher organisatorisch- strukturell verstehende - Mitte der Bewegung in den Randbereichen Phänomene entstehen lassen könnte, die wiederum danach streben, eine „mittige“ Position einzunehmen. Die angestrebte Schwerpunktverlagerung, die im Extrem wie beim Beispiel von Teresa Gahart proklamiert, persönlich die Nachfolge Rudolf Steiners darzustellen und diese Nachfolge auch anzutreten versucht, hat immer etwas mit Deutungshoheit, Macht und behaupteter spiritueller Kompetenz zu tun. Wenn es den Repräsentanten der Mitte nicht gelingen sollte, solche Phänomene auszugleichen, könnten Machtkämpfe und andauernde interne Auseinandersetzungen die Folge sein, die die Bewegung als Ganzes lähmen.

Aber diese zentripetalen und zentrifugalen Dynamiken haben schon sich schon lange überlebt. Die Idee eines „spirituellen Zentrums“ ist spätestens seit der Weihnachtstagung und den zähen Machtkämpfen nach Rudolf Steiners Tod völlig überholt. Heute geht es nicht um Deutungshoheit und spirituelle Kompetenzen, sondern um entstehende, wachsende Netzwerke, die manchmal neben-, manchmal miteinander wachsen- sich womöglich gegenseitig befruchtend. Das gelingt sicherlich nur im Ansatz. Es hat sich auch noch nicht überall herum gesprochen, dass die Vielfalt einer zentralistischen, einheitlichen Struktur bei weitem vorzuziehen ist, dass sie auch der Zeit und den Bedürfnissen einer zugleich globalen wie auch individualistischen Bewegung entspricht. Der Anspruch auf eine Art absolutistischer Deutungshoheit, die Michaelis auch in der Bewegung um Judith von Halle sieht, ist heute anachronistisch und nostalgisch. So schreibt er, auch die Gedanken von Ben-Aharon einbeziehend:

Ben-Aharon’s and our point is that the Michaelic impulse today, plan B, only works in the periphery – in single people and small groups – very close to existence and in personal relations. If anything authentic and forward-looking happens, it happens here, in the fringes. That is why Judith von Halle’s anachronistic and nostalgic attempt to revive and reanimate the dead center is so destructive, because it directs the polarized reaction from the periphery toward the center into Luciferic-Asuric illusions, as exemplified by a Teresa Gahart. This reaction should instead be directed into proper inner work and genuine social and karmic meetings in the periphery, where people start to experience real spiritual events, which must include an existential confrontation with evil. There is today an urgent need to deal with our shadow and double – not least the Asuric anti-I – because of the deep penetration of the evil forces in our outer and inner reality.“

Das „Tote“ des Zentrums muss in meinen Augen nichts Negatives sein- es ist eine notwendige Verwaltungsstruktur, das Knochengerüst eines Organismus. Das Illusionäre liegt allenfalls in fehlgeleiteten Machtansprüchen und im Denken an alte Mysterien mit ihren starren Verortungen und Personalisierungen. Das Macht- und Guru- Schema, dem die Gaharts und von Halles folgen, hat einen - je nach Standpunkt- illusionär- faszinierenden oder eher erheiternd- gestrigen Charakter. Die tatsächliche reale geistige Arbeit hat damit nichts zu tun.

______
Download des Aufsatzes „Current trends in Anthroposophy – a conclusion“ von Adam Michaelis, dem diese Gedanken zugrunde liegen
Comments

Wie ein im Frühling aufwachender Planet

In „Die Mysterien des Morgenlandes und des Christentums" (Berlin vom 3. bis 6. Februar 1913, GA 144) geht Rudolf Steiner auf besonders plastische Weise auf Merkmale einer realen geistigen Entwicklung ein - unabhängig, wie er sagt, von der Art und der Kultur: „Zunächst muss jede Seele, die eine gewisse Stufe der Initiation, eine gewisse Stufe des Mysterienwesens erreichen will, das erfahren, was man nennen kann «in Berührung kommen mit dem Erlebnis des Todes». Das zweite, wovon jede Seele etwas erfahren muss, ist der «Durchgang durch die elementarische Welt». Das dritte ist das, was man in den ägyptischen oder sonstigen Mysterien genannt hat das «Schauen der Sonne um Mitternacht», und ein weiteres ist das, was man die «Begegnung mit den oberen und unteren Göttern» nennt."

Grundvoraussetzung, damit im Laufe jeder Initiation das „Denken in der gewöhnlichen Bedeutung des Wortes für den Menschen" aufhören kann, ist das Beenden der eigenen inneren Fixierungen: „Im allgemeinen gehört es zu den aller schwierigsten Dingen des inneren Erlebens, über den Standpunkt des «Meinens», über den Standpunkt der «Standpunkte», des Urteilens hinauszukommen." Aber auch die Konfrontation mit den eigenen Schattenbereichen, ja mit der schier unlösbaren Frage nach dem Gewicht der eigenen Identität, gehört zu den wichtigen Aufgaben: „Der Meditant, der sich hinaufarbeitet zu gewissen Stufen der Initiation, kommt auf einer bestimmten Stufe zu einer sehr merkwürdigen Erkenntnis, zu der Erkenntnis, dass es in gewisser Beziehung recht schlimm steht um das eigene menschliche Innere, um die eigene menschliche Seele. Da ist unter der Schwelle des Bewusstseins etwas, was man wirklich anders haben möchte, wenn man die Urteile des gewöhnlichen Lebens ansieht. In gewisser Beziehung ist etwas Schreckliches, etwas ganz Furchtbares da unter der Schwelle des Bewusstseins." Durch diese Arbeit kommt es zu einer schmerzhaften Umorientierung, in deren Verlauf gerade das, was einem lieb und teuer ist (auch in Bezug auf sich selbst), auf den Kopf gestellt wird: „Was bleibt dann übrig von dem, als was sich der Mensch im gewöhnlichen Leben fühlt ? Nichts bleibt übrig."

Schließlich werden in der meditativen Arbeit aktiv die sensorischen Rückmeldungen als Ganzes unterbrochen - das, was man bislang als So- Sein in einer ununterbrochenen Inanspruchnahme im Wachzustand als Existenzform als essentielle Grundlage der Existenz verstanden hatte: „Also zum Beispiel das Gefühl, mit seinen Füßen auf einem festen Boden zu stehen, was ja nichts anderes ist als ein Ausdruck des Tastsinnes, hört auf, und der Mensch fühlt so ähnlich, als wenn der Boden unter ihm fortgezogen würde, und er auf nichts stünde. Aber er kann auch nicht hinab, und er kann auch nicht hinauf zunächst. Und so ist es mit allen Eindrücken. Kurz, alles, was uns der physische Leib vermittelt - und alles, was der Mensch im normalen Leben durchmacht zwischen dem Aufwachen und Einschlafen, wird durch den physischen Leib vermittelt -, alles das hört auf. Es tritt eben durchaus jener Zustand ein, vor dem der Mensch im gewöhnlichen Leben bewahrt ist, jener Zustand, der eintreten würde, wenn plötzlich einmal jemand, während er schläft, ohne dass er wieder in den physischen Leib hinein aufwacht, bewusst würde." Erst nun wird der „erste Moment im Mysterienwesen" zugänglich, an dem „man bis zu dem Punkt kommt, wo man die Sinnesanschauung und auch das Denken überwindet". Dies ist der erste reale Zustand, der in den Mysterien stets das «Heranschreiten bis an die Pforte des Todes» genannt wurde.

Nur unter Aufbietung von Energie und Willen, von überschüssigen Kräften, ist das Voranschreiten an dieser Schwelle möglich: „Man fühlt: Bis zu einer Grenze ist man gekommen, wo man gegenüber dem Nichts gestanden hat, aber sich selbst hat man eine gewisse Kraft mitgebracht. Die ist vielleicht anfangs recht klein, aber sie wird immer größer und größer, breitet sich nach allen Seiten aus. Man fängt an, in die ganze Welt hineinzukommen, sich mit der ganzen Welt zu durchdringen, und je weiter man die Welt durchdringt mit der eigenen Wesenheit, desto mehr erscheint sie einem als eine immer andere. Man streckt die Kraft, die man mitgebracht hat, nach der einen oder anderen Seite aus: Je nachdem man sie ausstreckt, wird man immer etwas anderes erleben." Hier beginnt das «Erleben der elementarischen Welt»: „Nachdem man also genug Kräfte darauf verwendet hat, um mit der Welt eins zu werden, muss man jetzt noch Kräfte übrig haben, um Kräfte aus sich heraus zu spinnen, wie die Spinne ihr Netz aus sich heraus spinnt." Nun entfalten sich völlig neue Felder der Erfahrung, in denen das Denken als Lebensquell erscheint: „Es handelt sich dabei nicht um ein Konstruieren oder Schaffen einer subjektiven Welt, sondern darum, dass wir gleichsam Seelensubstanz aus uns heraus spinnen. Und die höheren Welten, in die wir uns hineinleben, müssen diesen Umweg wählen, damit wir ihnen gegenübertreten und sie erkennen können. Sie müssen erst durch unsere eigene Seelensubstanz, die wir ihnen zur Verfügung gestellt haben, durchkriechen."

Fassen wir zusammen: Im Fortschreiten der meditativen Arbeit kommt man an Erfahrungsschichten heran, in denen das geschulte Denken in die Lage kommt, in Imaginationen mit zu gehen mit sonst unbewussten, aufbauenden Lebensprozessen. Es ist ganz buchstäblich die Erfahrung lebendigen Denkens- in dieser Sphäre sind Denken und Lebensprozesse nicht mehr geschieden. Selbst in anfänglichen, temporären Erfahrungen dieser Art wird die Parallelität zu Johannes 14,6 deutlich: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich. An dieser Lebenssphäre partizipiert man als Mensch schlechthin; ohne sie wäre Regeneration im Schlaf nicht möglich. Aber in meditativen Ausnahmezuständen ist das Bewusstsein bei entsprechender Schulung auch in der Lage, sich erst im Ansatz, dann in sich vertiefender Hingabe willentlich auf diese Ebene zu begeben. Möglich wird dies durch eine erhöhte Konzentration, durch einen bewussten Verzicht auf Denk- Inhalte im Sinne von kontextualisiertem, isoliertem Wissen, und schließlich durch ein willentliches Abschalten aller sensorischen Rückmeldungen. Man begibt sich in ein energetisches Feld, in dem zunehmend geistige Organe von der Stirn bis herab zur Herzsphäre (und weiter) aktiv werden. Das energetische Feld ist selbst geschaffen- ein empfangender Wille, empfänglich und offen wie ein Resonanzboden. Es ist ein Zustand höchster innerer Aktivität und eines inneren Friedens zugleich, aber auch des Eintauchens in eine natürliche Frömmigkeit und Andacht, die hier entspringen. Auf dieser Ebene beginnen die Lebensprozesse dynamisch aufzutreten- im Sinne scheinbar von Außen imaginativ heran strömender Kräfte. Es ist ein belebendes Element, das willenhaft, transparent aufscheint, aber zugleich ein Gefühl vermittelt, das Rudolf Steiner bezeichnet als ein Gefühl von Frühling:

„Indem wir im Einschlafen den zu einer Welt erweiterten physischen Leib und Ätherleib ansehen, so sehen wir sie gleichsam so, dass wir sie empfinden können, wie einen im Frühling aufwachenden Planeten. Und das geht durch den ganzen Schlafzustand so weiter.
Während wir mit dem physischen Anschauen gewissermaßen unsere Erdoberfläche empfinden und auf ihr das von unten nach oben Sprießende, dasjenige, was wächst und gedeiht, im Bewusstsein haben, ist es so, wenn wir nun von außerhalb dasjenige beobachten, was mit unserem Leibe vorgeht und mit der Pflanzenwelt vergleichen, als wenn seine Wurzeln von oben her dringen und es mit seinen Blüten in unseren Leib hineinwächst. Also eine vollständig umgekehrte Welt empfinden wir, und die Früchte werden hinein versenkt.
Wir lernen dann, dass mit diesem Hinein- Versenken der Früchte wirklich dasjenige zum Ausdruck kommt, was uns dann als die Stärkung des Schlafes zum Bewusstsein kommt. Wir sehen, wie der Kosmos eine ganze Vegetation in unsere Leiblichkeit hineintreibt."
(Rudolf Steiner, GA 159, Seite 156f)
Comments

Vierundzwanzig Maria Magdalenas

Nachdem ich mich im Egoistenblog bei Blogspot in vorerst zwei Beiträgen mit dem Kult um Maria Magdalena beschäftigt habe, und hier wie dort mit ziemlich bizarren zeitgenössischen Quasi- Heiligen und Prophetinnen wie Judith von Halle, wird es vielleicht Zeit, auch einmal Rudolf Steiner zu Wort kommen zu lassen, der natürlich schwer geschlagen war mit schrägen Gestalten und deren obskuren Selbsteinschätzungen. Selbstverständlich sind Gurus alleine nie das Problem, sondern die Dynamik, die entstehen kann, wenn sich Gurus und Anhänger gegenseitig aufschaukeln. Zwischen den Erwartungen der Gläubigen und dem jeweiligen Meister, der sich den Erwartungen entsprechend positioniert (hier einige Gurus zusammen mit Andrew Cohen, die solche Probleme sehr wohl wahrnehmen) entsteht ein Spannungsfeld, das eine Eigendynamik erhält, die sich in „Erfahrungen“ „okkulter“ Art entladen kann. Illusionäre quasi- religiöse Erfahrungen der Schüler, Visualisierungen oder gar Erleuchtungszustände mit einem hohen Grad von Evidenz, können diesen Spannungen und Erwartungen entspringen, die dem, was Schüler und/ oder Guru vorstellen, entsprechen. So mancher Meister, so mancher Schüler folgt dieser Spur, manchmal in regelrechten Gruppenerfahrungen. Das einmal gesponnene Garn kann sich weiter und weiter entfalten. Hat der Guru nicht die geeignete Distanz und Selbstdisziplin, wird er selbst durch die luziferische Dynamik mitgerissen. Andersdenkende werden ausgegrenzt, es entsteht missionarischer Eifer und womöglich eine regelrecht paranoide Abschottung. Eine „Sektenkarriere“ wie bei den Sonnentemplern 1994 (hier eine umfassende Dokumentation mitsamt den Kriterien für eine solche „Karriere“) kann in einem furchtbaren Finale enden, wenn sich die Dynamik, ohne von Außen recht wahrnehmbar zu sein, bis zur Selbstzersetzung fortspinnt. Die Sucht nach innerer Reinheit, die zu solchen Prozessen führen kann, wenn die entsprechende Spannung und Sozialisation entsteht, kennt die Menschheit aber schon ewig, schon seit den Zeiten der südfranzösischen Katharer, die im übrigen Maria Magdalena als durch und durch verdammungswürdiges Geschöpf einschätzten.

Rudolf Steiner war sich solcher Prozesse bewusst, und setzte dem eine sehr eigene Ironie entgegen, wie aus dem folgenden Zitat deutlich wird:

Nehmen wir als Beispiel einen eklatanten Fall, nehmen wir an, jemand hätte den allersehnlichsten Wunsch, die Wiederverkörperung der Maria Magdalena zu sein – in meinem Leben habe ich 24 Magdalenas gezählt – nehmen wir aber auch an, dass er sich zunächst diesen Wunsch nicht gesteht. In seinem Oberbewusstsein ist nichts anderes vorhanden als das Gefallen an dieser Gestalt. Im Unterbewusstsein, das heißt so, dass der Mensch nichts davon weiß, lebt aber sogleich die Begierde sich ein, diese Maria Magdalena zu sein.

Nehmen wir an, solch ein Mensch komme dazu, durch irgendwelche Handhabung von den oder jenen okkulten Strebemitteln etwas in seinem Unterbewusstsein zu erreichen. Dann steigt er hinunter in sein Unterbewusstsein. Er braucht nicht diese Tatsache, «in mir ist die Begierde, Maria Magdalena zu sein», so wahrzunehmen, wie man den Kopfschmerz wahrnimmt. Würde er wahrnehmen die Begierde, Maria Magdalena zu sein, dann würde er vernünftig sein können. Er würde sich gegenüber dieser Begierde so verhalten, wie man sich gegenüber dem Schmerz verhält und würde sie loszuwerden suchen.

Aber so stellt sich das, wenn eben eine irreguläre Eindringung stattfindet, nicht dar, sondern es stellt sich diese Begierde außerhalb der Persönlichkeit des Menschen als Tatsache hin, es stellt sich die Vision hin: Du bist Maria Magdalena. – Es steht da vor dem Menschen, es projiziert sich diese Tatsache. Und dann ist ja ein Mensch, so wie heute nun einmal die menschliche Entwickelung ist, nicht mehr imstande, mit seinem Ich eine solche Tatsache zu kontrollieren. Der Betrachter glaubt sich zurückzuerinnern an das, was die Ereignisse in und um Maria Magdalena waren, und fühlt sich identisch mit dieser Maria Magdalena. Eigentlich kann nur die Sorgfalt der Schulung, nur die Sorgfalt, wie man sich hineinfindet in den Okkultismus, einen davor retten, Irrtümern zu verfallen.

Wenn man weiß: Du musst zuerst eine ganze Welt vor dir sehen, musst Tatsachen um dich herum wahrnehmen, nicht aber etwas, was du auf dich beziehst, was in dir ist, aber wie ein Welttableau erscheint, wenn man weiß, dass man gut tut, das, was man zuerst sieht, bloß als die Hinausprojektion seines eigenen Innenlebens zu betrachten, dann hat man ein gutes Mittel gegenüber den Irrtümern auf diesem Wege. Das ist das allerbeste: zunächst alles wie Tatsachen zu betrachten, welche aus uns selber aufsteigen. Meistens steigen die Tatsachen aus unseren Wünschen, Eitelkeiten, aus unserem Ehrgeiz, kurz aus den Eigenschaften auf, die mit dem Egoismus des Menschen verknüpft sind
.“

R.St., GA 143, Seite 81f


Comments