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Aug 2012

Die persönliche Melodie

Die DNS - die biologisch- systemische Codierung- als die Sprache der menschlichen Entität.

Hier, im biologischen "Wort" spricht sie sich aus, modulierend auf den Wellen der genetischen Vergangenheit, des Pools an Möglichkeiten, Spezialisierungen und möglicher, bereits angelegter Krankheiten.

Aber auch die persönliche Linie, die Entwicklung der Entität, ihre physische Reife modulieren die angeschlagene genetische Melodie, vor allem in der Hinsicht, dass sich manches einfach unbemerkt einschleicht, dass es gewisse Störungen der Aufmerksamkeit in der Formulierung des Codes geben kann. Es bleiben da immer Schwachstellen.

Die Schwachstellen können auch darin bestehen, dass die rhythmischen Ausreifungszeiten in der Entwicklung bis zum erwachsenen Organismus nicht wirklich erfolgreich zur Individualisierung genutzt werden können.

Wir sprechen uns auf biologischer Ebene aus und werden das, was wir sind, reifen aber gleichzeitig bis zu einer Emanzipation heran, in der wir unser selbst gewahr werden. Wir haben nicht nur Selbstbewusstsein, sondern auch eine Wahrnehmung unserer Präsenz, unserer aktuellen Dynamik.

Wenn das geschieht, beginnt die Entität zu sich selbst zu erwachen.
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Fundament

Dem Denken, Fühlen und Wollen, so weit es impulshaft erfahrbar wird,
eine Dimension hinzufügen; ein Element, das als solches -
von seiner Struktur her-
bewusst, logisch und in sich stimmig ist;
das Fundament des Logos.

Es ragt bis in die Lebenssphäre hinein.
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Drei Chakren

pharao
Diese etwas unscharfe Darstellung eines Pharaos aus dem Neuen Museum auf der Berliner Museumsinsel ist auch das Bild einer bestimmten Art der Einweihung. Man sieht die drei Chakren, die dabei betont werden- das schlangenhafte Stirnchakram, das zarte, erdwärts gerichtete Kehlkopf- Chakram, das zugleich mit dem Kopfhintergrund korrespondiert, und das ungemein betonte Scheitelchakram, das sich gänzlich dem kosmischen Strom hingibt, ja das Himmelsrund geradezu abbildet. Die Individualität tritt gänzlich zurück, hat sich hingegeben- wenngleich horchend und in den Lippen fokussiert. Die Betonung des Gleichklangs weist unbedingt nach oben, ins Lauschen in die Sternensphären hinein. Die kosmische Sphäre dringt von oben geradezu überwältigend hinein, der Mensch ist ganz empfangend und lauschend geworden.

Übrigens hat Steiner in frühen Jahren auch Übungen in Bezug auf die Chakren gegeben (wer interessiert ist, konnte meinen Artikel „Spiegel putzen“ im Juli- August- Heft von Die Drei nachlesen- inzwischen nicht mehr online erhältlich ). Dazu ergänzend möchte ich eine Übung schildern, in der Rudolf Steiner anregt, den vor der Stirn meditativ gebildeten geistig- ätherischen "Raum" in den Stirnpunkt hinein zu ziehen, ihn sich ins den hinteren Schädel ergiessen zu lassen, um ihn das Rückgrat hinunter bis auf den Grund laufen zu lassen. Die dort - am Kundalini- Punkt- gesammelte Kraft sollte wieder bis auf Herzhöhe hinauf geleitet werden, um dann kraftvoll nach vorne zu strahlen.

Diese komplexe Übung, die ich jetzt auch nur wiedergebe, weist auf die heute angemessene Struktur der aktiven Chakren hin: Heute bilden Stirn, Kehlkopf und Herzhöhe den Dreiklang des Einweihungsgeschehens. Es ist ein sich ergänzendes Trio, das wesentlich mehr dem individuellen Charakter, den wir besitzen, entspricht als das alte, das im Pharao- Bild erscheint. Wir sind weniger nach oben gewandt als nach vorne. Der Kehlkopf ist ein gestaltendes Moment, das das Raumbildende der Stirn moduliert und kraftvoll entfaltet. Die Herzkräfte ergießen sich bis in die Mitte der Hände und sind erdhaft- willenhaft. Insgesamt ist das ganze Geschehen plastisch, aber auch ganz persönlich, und zugleich durchzogen von Kräften, die darüber hinaus gehen. Wir sind individuelle soziale Wesen, die sich in einen waagerechten Strom stellen. In diesem Strom, in dem die Kraft der drei Chakren einen geistigen Raum bildet, fliessen zugleich Lebenskräfte hinein, die das Individuelle in sich aufnehmen und mit der Kraft des Logos erfüllen.

Es hat so eine Verschiebung nicht nur der wesentlichen Kraftbereiche, sondern auch der Richtung statt gefunden, wie es nach der Neubegründung aller Mysterien durch die Auferstehung Christi nicht anders sein kann.

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Inzwischen sind durch einen aufmerksamen Leser Zweifel laut geworden, ob das beschriebene Geschehen in Bezug auf die Chakras als sich „ergänzendes Trio“ zu verstehen ist. Vielmehr spielt eine weitere Ebene eine nicht zu unterschätzende Rolle, die mit einem Chakra verbunden ist, das mit der Zirbeldrüse in Zusammenhang steht: „Die Wiedergabe der Übung (aus GA 264 oder 267) in deinem Aufsatz ‘Drei Chakren‘ scheint mir nicht richtig zu sein. Das heißt nicht am Stirnpunkt, sondern „an die Stelle im Innern des Kopfes …, wo etwa die Z (Zirbeldrüse) sitzt.“, „was man die Mitte des Gehirns nennen könnte, …, in der Zirbeldrüse.“ (GA 227) oder der “vorläufige Mittelpunkt” im Kopfe (GA 10 und 13).“ (Ton Majoor) Ich bitte meine simplifizierende Darstellung zu entschuldigen.
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Uranus, Frequenzen, Männlein & Weiblein usw.

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Alpha & Omega

Wenn man - zumindest zu bestimmten Zeiten- über die Selbstbezüglichkeit hinaus gekommen ist, den Strom kennt und von ihm gekannt wird, nicht mehr langer Anläufe bedarf, aber doch von den Untiefen und gefährlichen Strömungen weiß, wenn man den Köcher bereit hält, um die silbern huschenden Fische zu fangen, dann teilen sich Imaginationen mit.

Sie finden statt, und sie sind in vielfältiger Weise sprechend, mehrdimensional und, wenn man daran arbeitet, entfaltbar. Ihre Präzision erhalten sie erst, wenn man sie auseinander legt und womöglich gedanklich und sprachlich Stück für Stück enthüllt. Man weiß an dieser Stelle bereits von der Regel des Alpha und des Omega. Die Tiefe einer Imagination kann derartig sein, dass sie in Erkenntnisse führt, die einen Menschen begleiten können, durch ein ganzes Leben hindurch, womöglich darüber hinaus. Eine einzige Imagination kann dorthin führen, dorthin weisen, wohin weder Vermögen noch Reife der meditierenden Person allein hätten führen können. Man kann durch die Imaginationen hindurch auf den Urgrund schauen und sich selbst darin erblicken. Es gibt auf dieser Ebene keine Anfänger und Fortgeschrittenen, keine Schritte der Entwicklung.

Echte, tiefere Imaginationen leuchten Lebenswege und kosmische Entwicklungen aus- auch wenn sie vereinzelt auftreten, unvermittelt und ungeahnt. Umgekehrt sind solche Imaginationen weit mehr als nur Bilder und Gedankengeflechte- sie sind eine Quelle der Energie und des Lebens. Man wird immer aus ihnen schöpfen können, selbst in ausweglosen und endgültigen Augenblicken. Sie sind eine seelen- lebendige Quelle, die man gewonnen hat und die immer Teil des eigenen Wesens sein wird.

Nein, billiger Trost oder Glaube ist das nicht, ebenso wenig wie ein irrationales Trugbild. Es liegen auch Zumutungen darin, schwer auslotbare Aufgaben, weit ausholende Perspektiven, die mehr als nur einen einfachen persönlichen Wandel erfordern. Solche Imaginationen stellen eine moralische Dimension dar, die frisch gepflückt ist, auf keiner Tradition beruht, ihr aber auch nicht widersprechen muß. Sie stellen das Ich in ein Verhältnis zur Existenz schlechthin. Schildern kann man sie nicht, aber vielleicht in einigen Büchern ungefähr erklären. Aber wozu? Es kommt einem so buchhalterisch vor. In der Erfahrung dieser Evidenz hat man mehr als nur Worte und Erklärungen; man hat einen Begleiter gewonnen.
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Michael Eggert: Wolkengänger

wolkengae
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Wolfgang Schumacher: Christus- Rudolf Steiner- "Ich"

Institutionell-anthroposophisch ( Bodo von Plato) wird der Standpunkt vertreten, dass man, als Rezipient Rudolf Steiners, diesen in seiner Bedeutung nicht überhöhen dürfe zu Lasten der eigenen Rezipienten - Bedeutung.
Das klingt zwar psychoanalytisch interessant und schmeichelnd , aber es gibt diesbezüglich konkretere Wortmeldungen, die von empfindungshaft - authentischer Betroffenheit gekennzeichnet sind, ob des Verhältnisses von Christus und Rudolf Steiner und uns Rezipienten. der Anthroposophie

Im Egoisten Blog stieß ich auf eine Gedankenmeldung, auf die ich gerne antworten möchte:

"Aber den hier, da lege ich mal mein Veto ein: „Niemand kommt zu Christus, denn durch Rudolf Steiner.“
Er, Steiner, ist doch nicht DAS Tor durch das man schreiten MUSS oder nur kann gar, er hat es beschrieben, kraft der Anlage des Christusimpulses der in JEDEN Menschen gelegt wurde und DER ist NICHT seine Leistung oder sein Werk gar, sondern die des Christus selbst! Steiner hat diesen Weg beschrieben, aber finden kann man ihn auch selbst! Und/Denn das eigentlich "gesetzmässig" Wirkende ist der Christusimpuls selbst."

Meine Antwort darauf:
Betrachtet man das ganze Spektrum der Christologie der Geisteswissenschaft in Form der Vorträge Rudolf Steiners zu den Evangelien, zum Fünften Testament, zum Alten Testament und zum Neuen Kultus der Christengemeinschaft, dann stellt sich doch die Frage, woher er diese Informationen hat? Hat er sie in der Vorwurfshaltung des offiziell - anthroposophisch hoch anerkannten hofierten Zander (der ja ein maßgeblicher Würdenträger der römisch - katholischen Kirche ist) aus der klassischen metaphysischen Anmaßung der Philosophie heraus , die ja das Gegebene durch ein Nicht - Gegebenes, Erschlossenes erklärt? Und somit dieses "Schließen" nur eine formelle Tätigkeit ist, die sich anmaßt über eine inhaltsvolle Realität zu verfügen, die aber nichts anderes ist, als eine spekulative Phantasie, ohne Bezug zu einem Wirklichkeitswert?

Nun ja, offiziell - anthroposophisch tut man sich anscheinend hiermit sehr schwer und dankt es dem römischen Stuhl, dass sie in der Person Helmut Zanders einen Einrenker ganz im Sinne von Bodo von Plato geschickt haben, so dass man sagen kann, der Beistand, den Bodo von Plato erbeten hatte, ist ihm gesandt worden.
Was für eine Freude für ihn, was für ein Ärgernis für Anthroposophie Liebende.
Ein Pfarrer einer Christengemeinschafts - Gemeinde müsste das alles doch vor Schmerz nicht aushalten, wenn er sich ins Bewusstsein bringt, wem er den von ihm ausgeführten Kultus verdankt. Rittelmeyer selbst wird noch verstanden haben, dass dieser Kultus ein Resultat ist, das aus dem "Wesen Anthroposophie" stammt. Es ist doch wohl vom Priester innerlichst erlebte Überzeugung, dass CHRISTUS selbst ( nach Rudolf Steiner Herr des Karma) diesen Kultus eingesetzt hat.

Für einen sich daraus ergebenen theoretischen Aspekt wäre natürlich die Frage, ob Rudolf Steiner = Christus ist, ebenso absurd wie die katholische Frage, ob Christus in der Hostie sei. Eine theoretische Diskussion müsste da schon auf der Leiter der Methode ein paar Stufen höher steigen. Dass aber die Diskussion dieser Art auf Dauer nicht zu vermeiden sein wird, das ist allerdings meine persönliche Überzeugung, mit der ich aber innerhalb der anthroposophischen Szene ziemlich isoliert stehen dürfte.

Es ist für mich eine Erleichterung - in dem Dialog mit dem oben zitierten Egoisten Blog Teilnehmer - wenn sich unterschiedliche Standpunkte herausschälen lassen. Dafür bedanke ich mich ausdrücklich und verbeuge mich vor der Offenheit , Herzlichkeit und Authentizität des oben zitierten Autors.
ER, Rudolf Steiner ist das Tor, durch das man schreiten muss, das Tor ist die pädagogische Neuschöpfung der Philosophie der Freiheit als Theosophie/Anthroposophie.

Woher oder durch wen sollte ich wissen, dass dasjenige, was sich als "mein Ich" artikuliert eine Entwicklungsperspektive hat, also selbst - begrifflich werden kann, was es ja jetzt noch nicht ist, denn es artikuliert sich auf Basis & innerhalb der Sinneswahrnehmungen.
Selbst der vom Autor gebrauchte Terminus "Christus - Impuls" stammt von Rudolf Steiner. Das auferstandene Christus Bewusstsein ist eine Schöpfung Rudolf Steiners, eine absolute Freiheits - Tat. Man kommt hier mit der aristotelischen Logik nicht weiter, die es nicht ermöglicht, dass man ein Objekt der Erkenntnis erst erschaffen muss, damit es für einen vorhanden ist.
Ich entsinne mich jener Mitteilung der Geisteswissenschaft, laut der sich der Ort unseres Hinsterbens, das absolute Christus - Bewusstsein der Welt", seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, so etwa um das Jahr 1861, als ausgelöscht erwies. Das hätte dann nicht mehr und nicht weniger bedeutet, als die materialistische Abschaffung der Unsterblichkeit, da doch kaum mit einem Post - Mortem- Leben zu rechnen wäre, wo man in die Bewusstlosigkeit hinein stürbe. Durch dieses Auslöschen des Christus Bewusstseins sagt uns die Geisteswissenschaft ( London, 2. Mai 1913) ist aber sein irdisches Auferstehen im menschlichen Bewusstsein möglich geworden, und dieses irdische Auferstehen des Christus Bewusstsein heißt mit Verlaub: ANTHROPOSOPHIE .

In wessen Bewusstsein findet dieses Auferstehen statt? Doch wohl schon rein logisch in demjenigen, der es aus persönlichen Erleben mitteilt.
„Wahrheit und Wissenschaft“ sowie die „Philosophie der Freiheit“ legen die Subjektivität als das bedeutendste Glied der objektiven Wirklichkeit dar.Subjektiv ist aber nicht der Inhalt eines Begriffs, der mit Hilfe des Denkens erst zu der Wahrnehmung hinzugewonnen wird. Dieser Inhalt ist nicht aus dem Subjekte, sondern aus der Wirklichkeit genommen. Das Wesen der „Philosophie der Freiheit“ ist prinzipiell begriffliche Intuition, diese ist die gleiche, ob ihr Inhalt die Beschreibung der menschlichen Handlung, oder ob er die Beschreibung z.B. des Christuswesens enthält. Der Philosophie der Freiheits Herzstück bildet der besondere Begriff des DENKENS, der von der Besonderheit des Subjektes dieses Denkens, Rudolf Steiners, nicht zu trennen ist.

Ich weiß, dass das psychologische Zumutungen sind, insbesondere, wenn man überlegt, dass unsere jeweiligen Wesenskerne im Christus Bewusstsein beheimatet sind, wenn sich aber das Bewusstsein Rudolf Steiners zum Christus Bewusstsein erweitert hat, dann ist es eine logische Konsequenz, dass unsere jeweilige Wesenskern - Entwicklung in der Bewusstseins - Tätigkeits - Bereitschaft Rudolf Steiners liegt, aber gleichzeitig eben auch in unserer Bereitschaft, das anzuerkennen und empfindungsmäßig miterleben zu wollen (so in etwa wortwörtlich in der Theosophie zu finden und auch später in den §§1, 7,9 der Statuten der WTAAG 1923). Nicht darum handelt es sich zusätzlich, ob das Denken der „Philosophie der Freiheit“ ein "Übersubjektives" sei, wie der Philosoph Kerler es behauptet, sondern darum, dass einmal am Inhaltsvollsten der Welt , eben an dem "Denken" eines Wesens, das wir begründet Mensch nennen, sich unter allen übrigen Kategorien der Welt auch die Kategorien Subjekt und Objekt in ihrem Wesen darstellen und in ihrem gegenseitigen Verhältnis. Nicht übersubjektiv ist das Denken, sondern:

"Das Denken ist jenseits von Subjekt und Objekt. Es bildet diese Begriffe ebenso wie alle anderen. Wenn wir als denkendes Subjekt also den Begriff auf ein Objekt beziehen, so dürfen wir diese Beziehung nicht als etwas bloß Subjektives auffassen. Nicht das Subjekt ist es, welches die Beziehung herbeiführt, sondern das Denken. Das Subjekt denkt nicht deshalb, weil es Subjekt ist, sondern es erscheint sich als ein Subjekt, weil es zu denken vermag“. ( Rudolf Steiner)

Rudolf Steiners Denken (Das Denken des Subjektes Rudolf Steiner) hat sich in Eins gesetzt mit der Gottheit des Denkens als Ich, dem Christus. Das ist für mich ein Wunder, ein Heilsgeschehen. Rudolf Steiner ist der bestimmte Mensch, der die Bestimmung des Menschen ist und an dieser Bestimmung können und dürfen wir teilhaben als Mit - Denker, Mit - Fühler, Mit - Wollender, aber nicht als Mit - Müsser. Es ist alles in unsere Freiheit gestellt. Allerdings : Zwischen unserem "naiven" Bewusstsein und dem Bewusstsein als "Denken" klafft ein Abgrund, denn der Christus Gott, als die Wesenheit des Denkens, ist für unser gegenwärtiges durchschnittliches Bewusstsein ein nicht weniger ferner Gott und ein nicht weniger transzendenter Gott als irgendein Gott der Religion.

Dass sich dieses Denken in Rudolf Steiner und als Rudolf Steiner individualisiert hat, ist doch eine Gnade. Die Frage kommt auf, wie wir uns dieses Ereignisses annähern können? Das funktioniert eben nicht auf Basis historischer Methoden, sondern nur auf Basis einer karmischen Methodik. In der historischen Erkenntnis wird die zeitüberwindende Kontinuität zwischen einem in der Vergangenheit geschehenen Ereignis und der Gegenwart hergestellt durch die "theoretische" Betrachtung, in der karmischen Sphäre dagegen verbindet sich der einzelne Mensch mit einem zeitlich früheren Ereignis durch ein zeitüberwindendes existenzielles Denk - Verhältnis, mit seinem Erleben als ganzer Mensch (Hierin liegt im Übrigen meine Kontroverse und meine Meinungsverschiedenheit mit Karen Swassjan auf Basis der Zusätze seines Zander Buches). Zum Beispiel kann die objektive Verehrung, die einer dem von Rudolf Steiner realisierten Denken entgegen lebt, für seine gegenwärtige vollmenschliche Existenz konstitutiv sein und fällt eben deswegen in die karmische Sphäre, denn ich muss als Karma ansprechen, was den Kern meines tiefsten Wesens mit verursacht und was - als Ich - nicht identisch ist mit "meinem Ich". Es wird nie möglich sein, dieses Verhältnis mit den Kategorien des historischen Denkens zu verstehen.

Es gab in den 40 er Jahren des 20. Jahrhunderts eine Schrift, die lautet „Die Karmaorientierung der Erkenntnistheorie", der Autor IST Karl Ballmer, er wurde wegen dieser Schrift von Steffen/Leiste aus der anthroposophischen Gesellschaft quasi exkommuniziert. Ich behaupte etwas provokativ , aber dennoch ernsthaft, dass, so wie es keinen anderen Weg zu Christus gibt als durch Rudolf Steiner, es keinen Zugang zu Rudolf Steiner gibt als durch Karl Ballmer.

Karl Ballmer ist die „Wesenskontakt" erhaltende Perspektive nach dem endgültigen Scheitern der WTAAG 1923 mit dem Tode Rudolf Steiners 1925 und das Nicht Mehr Konkret leibhaftig Mitlesen- Können im Buche des Lebens. Karl Ballmers maßgebliche Aufgabe war, diese Situation rechtzeitig aufzufangen und abzufangen, und Rudolf Steiner für unsereins und damit Uns-Selbst (Unser Selbst) zu retten. (Ganz im Sinne des Patmos Prologs von Hölderlin)

Was ist das Besondere der Anthroposophie? Wir erfahren nichts Neues über Christus, sondern Neues erfahren wir Menschen DURCH Christus in Rudolf Steiner. Der Ausspruch "Nicht Ich , sondern der Christus in mir" hat in Rudolf Steiner erstmals weltevolutive Perspektive und Funktion erhalten in der Erreichung und Vollendung des Begriffs und Ziels INDIVIDUELLE MENSCHWERDUNG.

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Wolfgang Schumacher
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