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Aug 2011

Michael Eggert: Die Suche nach dem heiligen Dingsbums oder: Die Perle

Ich erinnere mich an einer dieser Geschichten von Tschuang-Tse, in der ein Herrscher mit allen Mitteln nach einer Perle sucht, die ihm persönlich viel bedeutet und die nun in einen See gefallen ist. Er beschäftigt verschiedene Helfer mit der Suche- vergebens. Erst als er endgültig aufgegeben hat und beiläufig -absichtslos- nach ihr greift, hält er sie unversehens die Perle in der Hand:

„Der Gelbe Kaiser reiste nordwärts vom Roten See, bestieg den Berg Khun-Lun
und schaute gegen Süden.
Auf der Heimfahrt verlor er seine Zauberperle.
Er sandte Erkenntnis aus, sie zu suchen, aber sie fand sie nicht.
Er sandte Klarsicht aus, sie zu suchen, aber sie fand sie nicht.
Er sandte Denkgewalt aus, sie zu suchen, aber sie fand sie nicht.
Endlich sandte er Absichtslos aus, und es fand sie.
"Seltsam fürwahr", sprach der Kaiser, "dass Absichtslos die Perle zu finden vermocht hat."


In ein ähnliches Horn- das der Absichtslosigkeit- bläst auch Rupert Spira („Bewusstsein ist alles“, S. 152):
Wenn die konventionellen Möglichkeiten, sich Glück zu verschaffen, erschöpft sind, dann beginnt „Bewusstsein-das-vorgibt-ein-getrenntes-Wesen-zu-sein“ auf anderen, ihm weniger vertrauten Gebieten zu suchen. Eine Version ist die spirituelle Suche. Früher oder später, allmählich oder spontan erkennt Bewusstsein dann jedoch, dass es bereits genau das ist, was es sucht, und dass die Suche selbst diese Einsicht verhindert.“

Suchen kann man nur etwas, was nicht präsent ist, ein Objekt oder einen Zustand, den man vielleicht unter bestimmten Bedingungen irgendwann irgendwo entdecken wird. Das, was man sucht, ist aber nicht dinglich, nicht abwesend oder ein zeitlich in die Ferne verrücktes Versprechen. Es geht gerade um die Präsenz, um das Gegenwärtigsein, nicht um die Vorstellung eines irgendwie gearteten Zustands. Die Suche verschiebt das Gesuchte in ein irreales Außen und folgt damit den materiellen Bedingungen unseres Verständnisses von Wahrnehmung. Die Suche spaltet uns gewissermaßen auf. Nun gibt es eine ganze Industrie, die von solchen irrealen Heilsversprechungen profitiert und sie folgerichtig mit immer neuen Ausschmückungen belebt; die Heilsversprechungen werden damit zu einer Ware wie jede andere auch. Ein gutes Konsumgut schafft aber immer mehr Appetit, vergibt nur Häppchen des Glücks. Schließlich geht es Erlösung, Heil, um Erleuchtung und Frieden- ein endgültiges Konsumgut, ein absolutes.

Der Suchende erwartet durch die Tatsache seiner Suche aber nicht nur einen Zustand der Erlösung, er fühlt sich schon auf dem Weg dorthin als bedeutsam und wichtig. Wegen dieser impliziten Bedeutsamkeit erhalten bereits kleine Hinweise auf den ersehnten Zustand den Charakter von Offenbarungen, die womöglich nur der Suchende selbst als solche erkennen kann. Womöglich führt ein höheres Wesen bereits seine Hand, wenn er vor der Bücherwand stehend ins Regal greift und dann nach Dies oder Das greift, nach irgendeinem heiligen Dingsbums. Auch Offenbarungen Anderer, die vielleicht *weiter* sind als er selbst, bekommen erhebliche Bedeutung, solange nur die Sehnsucht mit Bildern und Inhalten lebendig gehalten wird. Visionäre, Propheten und Scharlatane kennen das Geschäft mit dem unstillbaren Hunger nach - ja, nach was?

Die Gegenwärtigkeit ist kein Etwas, kein Zustand, keine Vision. Sie ist nicht jenseitig und nicht irgendwo. Sie ist das beiläufige Greifen nach der Perle, nachdem man aufgehört hat, sie zu suchen.

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Die Jagd der Klarsfelds auf Klaus Barbie

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Sendung über und mit Peter Hammerschmidt

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Klaus Barbie und wie weiter? Ein Interview mit Peter Hammerschmidt

Sind Sie auf weitere Spuren nationalsozialistischer Täter gestoßen, die durch nationale und internationale Geheimdienste in der Nachkriegszeit geduldet, gefördert oder sogar konkret beschäftigt worden sind?

PH: Ich spezialisiere mich bei meinen Forschungen auf die Biographie Klaus Barbies. Dass sich die Protektion von NS-Verbrechern durch internationale Geheimdienstbehörden nicht auf den „Schlächter von Lyon“ beschränkte, zeigen bereits jetzt die Studien von Uki Goni (Odessa), Gerald Steinacher (Nazis auf der Flucht) oder auch Heinz Schneppen (Odessa und das Vierte Reich). Barbie war – um seinen ehemaligen Kontrolloffizier (CIC-Agent) Erhard Dabringhaus zu zitieren – „the tip of the ice berg“. Es dürfte die Forschungsperspektive weiterer Arbeiten sein, weitere Biographien von NS-Eliten unter die Lupe zu nehmen. Die Indizien für eine umfassende Protektion sind zahlreich und sind zumindest von amerikanischer Seite seit dem Nazi War Crimes Disclosure Act von 1998 auch für die Wissenschaft zugänglich.“
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Zum ganzen aktuellen Interview mit Peter Hammerschmidt als PDF- Download
Das Anfang 2011 hier erschienene erste Interview mit Peter Hammerschmidt ist weiter verfügbar.
Alle bei den Egoisten publizierten Beiträge zum Thema Peter Hammerschmidt, BND und Klaus Barbie stehen hier in einer Übersicht zur Verfügung.
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Ruth Bamberg: Blackbox & kaltes Licht

„Der rasante technische Fortschritt seit etwa 100 Jahren ist schlussendlich Ausdruck menschlichen Vermögens. Nimmt man eine geisteswissenschaftliche Perspektive ein, kann man eine Metamorphose dieser Erscheinung und der ihr innewohnenden Idee ausmachen. Was an dieser Stelle auszuführen zu viel Raum einnähme. Nur soviel: die heute 20 jährigen blicken anders als „die Alten“ auf einen Globus der sehr klein geworden ist, auf dem es auf jeden einzelnen ankommt und nur gemeinsam etwas zu bewirken ist. Diese neue innere Gewissheit ist den Erfahrungen mit den neuen Medien geschuldet. Das Bild der Welt ist auf eine überschaubare Größe zusammen geschrumpft. E-mails rund um den Globus werden in beinahe Lichtgeschwindigkeit verschickt, Kommunikation über vormals unüberwindlich scheinende Strecken täglich geführt, die virtuelle Community vermag Diktatoren zu stürzen - Libyen, Ägypten, innere Angelegenheiten von Konzernen und Regierungen werden öffentlich - wikileaks.“

Zum ganzen Artikel von Ruth Bamberg als PDF- Download
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Wanderschaft

Ich glaube nicht, dass der Unterschied zum Gebet in der Innigkeit liegt. Die kann hier sowohl als auch da innig sein, von einer hymnischen Innigkeit, ja. Ich glaube nicht, dass der Unterschied zum Gebet im Denken und Fühlen liegt.
Weißt du, wenn es darauf ankommt, dass ist es hier wie da ein Einklang, eine Einfallt ohne Einfältigkeit, ein Denk-Fühl-Wollen. Vielleicht liegt der Unterschied darin, dass man bei dem Einen mehr das Augenmerk auf den personifizierten Geist legt, beim Anderen mehr auf die vergeistigte Person. Aber dort, wo die geistige Neugeburt stattfindet, sind das Eine wie das Andere nur zwei Seiten desselben Buches.

Nach dem anhaltenden Regen ist die Luft still geworden. Sie ist von der Stille wie gesättigt. Das Gewitter grollt am Rand des Horizonts. Nun kannst du das Herz in die Hand nehmen und damit auf Wanderschaft gehen.
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Ariel

Manche sind luftiger gebaut als andere- leichter, ohne etwas leicht zu nehmen. Die Begüterten, die Gesetzten, die Stumpfen: Das war seine Sache nicht. Er hat ein Leben lang Kunst geschaffen, gerne aus Fundstücken, gerne Gefundenes ausdehnend, auswälzend, aber stets mit leichtem Federstrich. War es ein Glück oder Unglück, dass er stets im Haus der Mutter wohnte, auch nach deren Tod, stets in den Zimmern, in denen wir schon als Jugendliche rauchten, tranken, redeten? Ein Zimmer war für seine Kunst reserviert, die sich über Tische, Schränke und ein Bett ergoss, ein Leben lang ansammelte, wenn es nicht verkauft oder verschenkt war.

Mancher Ariel orientiert sich am umtriebigen Schützen, er aber war ein Luftgeist im Sternbild des Krebses: Mager, empfindlich, zart, aber im Kern verschlossen. Man kam an ihn und seine wunde Empfindsamkeit nicht heran, auch nicht über Jahrzehnte. Er hatte, wie jeder Luftgänger, leichte und schnelle Beine. Er schien immer auf dem Sprung zu sein, vielleicht jetzt auf die schnellst mögliche Art zu entkommen. Aber dazu kam es ja nie. Es ist aber das und die schlaksige Art seiner Bewegungen, an der ich ihn stets und überall erkennen würde. Vielleicht züchtete er seinen Dämon, der Alkohol hieß, auch deshalb, um dieses Wundsein wie ein Balsam zu füllen und zu durchdringen. Es ging damit viel leichter unter Leuten und leichter auch in der Kunst. Aber mit der Zeit wiederholten sich seine Arbeiten. Man könnte sagen, er habe seine Handschrift gefunden. Man könnte auch sagen, dass er sich nicht mehr erfand. Die Ausstellungen der letzten Jahre bestanden mehr und mehr aus Fundstücken, aber aus solchen, die sich in alten und uralten eigenen Arbeiten fanden. Er erfand sich nicht mehr, er grub sich aus. Man sah ihm an, dass er den Alltag mit Mühe bestand. Jetzt ist er gestorben.
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Michael Eggert: Generationen

Jede Generation hat das Recht, sich den Träumen der vorigen zu verweigern.
Deren Alpträumen allerdings kann sie sich nicht entziehen.

(Ups. Wohl zu viel Elias Canetti gelesen.)
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Ruth Bamberg: 2. November 2003, Rothenfels

rothenfels
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Michael Eggert: Der Tag der Wildgänse

Der Tag, an dem er starb, war fast genau vor einem Jahr. Es war hoher Sommer, ein warmer, aber etwas bedeckter Tag. Er war geweckt worden von trompetenhaften Tönen, ein schnatternder, flatternder Bariton. Das waren die Wildgänse, die sich auf den nahen Feldern sammelten und an diesem Tag und dem nächsten und dem übernächsten ihre Flugübungen absolvierten. Sie drehten, ganz tief fliegend, mehrere Runden um das Haus, mehrmals am Tag. Danach verschwanden sie wieder ins hohe Gras nahe den gerade abgeernteten blassgelben Stoppelfeldern und rührten sich mehrere Stunden nicht. Diese Flüge waren ein Fanal, ein Gong, mit dem die verstreuten Artgenossen gerufen wurden, die vielleicht noch auf dem Weg aus den Niederlanden oder aus Skandinavien waren.
Der Mann erhob sich unsicher aus dem Bett, trat ans Fenster und schob die Vorhänge ganz beiseite. Da waren sie. Ihm schien es, als ob sie lauter trompeteten denn je, dass sie dichter denn je am Haus vorbei flogen. Ja, es waren noch mehr geworden, ein Schwarm, ein einziger Organismus, der sich langsam organisierte, als wäre er ein Leib, aber noch nicht ganz vollständig. Wenn die Wildgänse sich sammeln, ist der Sommer gebrochen. Die letzten und schönsten Meteoritenschwärme ziehen nachts vorbei, zerborstene Kometenreste. Das schwefelige Ausatmen der Erde ist vorbei, die Zeit der Stürme und Früchte beginnt. Wenn die Wildgänse sich sammeln und am Fenster vorüber ziehen, ist eine gute Zeit zu gehen. Man möchte sich ihnen anschliessen- ein Leib von ihrem Leib, der sich im Süden eine neue Hülle sucht. An diesem Tag fühlte er sich müde. Als es still wurde, ging er wieder in sein Bett und stand nicht mehr auf.
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Moderne Kunst

coulddo
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Michael Eggert: Flexified Lady No 2

flexlady2
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Ruth Bamberg: 24. Juni 2007, Marc Schagall

Marc Schagall.klein
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Tim Hetherington: Schlafende Soldaten

Schlaf, Alltag und Tod in Afghanistan. Tim Hetherington ist nach Fertigstellung dieses und eines anderen Films im April in Libyen gestorben.

Sleeping Soldiers_single screen (2009) from Tim Hetherington on Vimeo.

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Peter Hammerschmidt, Umriss der zu erwartenden Arbeit über Klaus Barbie

„Intelligent, anpassungsfähig, verschwiegen und zuverlässig“ – so charakterisierte der Bundesnachrichtendienst seinen Agenten „ADLER“ in dessen Abschaltmeldung vom 14.03.1967.

Ein halbes Jahr – von Mai bis Dezember 1966 – hatte „ADLER“ in Diensten des westdeutschen Geheimdienstes gestanden und seine Vorgesetzten – für ein monatliches Salär von 500DM – mit Informationen über linksgerichtete Entwicklungstendenzen in Bolivien versorgt.

Bereits zwölf Jahre zuvor, im November 1954, war der deutsche Agent, der nun für den BND in Südamerika spionierte, vom Ständigen Militärgericht in Lyon aufgrund seiner während des Zweiten Weltkrieges begangenen Kriegsverbrechen zum dritten Mal (nach 1947 und 1952) in Abwesenheit zum Tode verurteilt worden: Doch Klaus Barbie, dem „Schlächter von Lyon“, der sich in seiner Funktion als Gestapo-Chef zwischen 1942 und 1944 am Mord tausender Mitglieder der französischen Résistance schuldig gemacht hatte, gelang im Frühjahr 1951 unter dem Falschnamen „Klaus Altmann“ die Flucht auf der so genannten „Rattenlinie“ nach Übersee – das Resultat einer vierjährigen Protektion durch den amerikanischen Heeresgeheimdienst CIC (Army Counter Intelligence Corps): Als der „Eiserne Vorhang“ über Europa niederging, verschob sich in Anbetracht der globalen Gefahr eines sowjetischen Kommunismus die Definition nationaler Sicherheitsinteressen der Vereinigten Staaten. Getreu der Devise „My Enemy’s Enemy is my friend“ rekrutierten U.S. amerikanische Geheimdienststellen vermeintliche Kommunismus-Experten des NS-Regimes; unter ihnen der wegen Kriegsverbrechen gesuchte Barbie, der trotz seiner Eintragung auf internationalen Fahndungslisten im April 1947 offiziell vom CIC angeworben und im weiteren Verlauf vor deutschen und französischen Ermittlungen protektiert wurde.

Erst als die französische Regierung ihre Auslieferungsbemühungen im „Fall Barbie“ zu Beginn der 1950er Jahre intensivierten, wurde den Amerikanern ihre „Hot Potato“ (wie Barbie in den Akten bezeichnet wurde) zu heiß: Barbie wurde mit Hilfe einer von der CIA initiierten Fluchtroute nach Bolivien geschleust, wo der „Schlächter“ auch weiterhin mit internationalen Geheimdienstbehörden – mit CIC, CIA, BND und dem Servicio Especial de Seguridad (SES) – in Kontakt stand: Die kontinuierliche Protektion eines Kriegsverbrechers, dessen NS-Vergangenheit weder Funktionsträger des CIC noch die des BND vor einer Rekrutierung zurückschrecken ließen. Stattdessen hielt der BND in der oben zitierten Abschaltmeldung über die ND-Eignung seines Agenten fest:

„Die aufgrund seiner Tätigkeit im letzten Krieg gemachten Erfahrungen, gereichten ihm für seine nachrichtendienstliche Mitarbeit zum Vorteil.“

Erst 1983 – 38 Jahre nach der Kapitulation Hitlerdeutschlands – sollte Barbie an Frankreich ausgeliefert werden.

1991 starb der „Schlächter von Lyon“ in seiner Gefängniszelle an Krebs.

Das anvisierte Dissertationsvorhaben erhebt den Anspruch, die Beziehungen zwischen Barbie und internationalen Geheimdienstbehörden erstmals umfassend auf Basis des mittlerweile zugänglichen Aktenmaterials in deutschen, französischen, britischen, bolivianischen und U.S. amerikanischen Archiven zu analysieren.
Im Mittelpunkt der Analysen stehen – vor dem Hintergrund der an die globalpolitischen Entwicklungen angepassten Sicherheitsinteressen der jeweiligen politischen Kulturen – die Motive des Fraternisierungstrends zwischen NS-Eliten und westlichen Geheimdiensten nach 1945.
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(Peter Hammerschmidt, Website: http://peterhammerschmidt.jimdo.com/forschungen/dissertation/)
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Wolfgang Garvelmann: Der esoterische Schulungsweg der Anthroposophie

„Leider hat sich herausgestellt, dass auch unsere Anthroposophische Gesellschaft als eine Schicksalsgemeinschaft von solchen Einflüssen nicht verschont wird. Sei es durch die Entstehung einer gruppenseelenhaften, elitär kühl ästhetisierenden Gemeinschaftsmentalität, sei es durch Katastrophen, die nach jahrzehntelangen Heilungsphasen immer wieder neue Wunden aufreissen und die Erfüllung der eigentlichen Aufgaben verhindern. Ich denke an die z.T. selbsterlebten Anfeindungen von Ita Wegman, einer der engsten Mitarbeiterinnen von Rudolf Steiner, an den Kampf gegen den Nachlassverein, der dem Goetheanum für Jahre die Bücher Rudolf Steiners entzog, und jetzt derzeit die völlig aufgebauschten Querelen um Judith von Halle, welcher Machtgier und spirituelle Verführung unterstellt werden bis zu einer direkten Verweigerung von klärenden Gesprächen mit ihr. All diese genannten Geschehnisse wären zweifellos zu heilen gewesen durch eine tolerante Gesprächsbereitschaft und durch die Ehrlichkeit der Herzen, die in sich selbst den eigenen Neid und die eigene Eifersucht erkannt hätten – stattdessen aber die ideologischen Notwendigkeiten einer Wahrheitsverteidigung vorschoben – möglicherweise sogar durch eine „naive“, weil unerkannte und unkontrollierte, Inspiration durch geistfeindliche Mächte…“

Zum ganzen Aufsatz von Wolfgang Garvelmann..
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Wie Barbie gefasst wurde- Video

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Blor: Forschungen auf heißem Terrain

Der Junghistoriker Peter Hammerschmidt im Fokus von CIA und BND (?)

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Wer Peter Hammerschmidt ist, muss an dieser Stelle wohl kaum noch erklärt werden: Seit Februar 2011 sorgt der junge Mann, der vergangenen Monat sein Studium an der Universität Mainz abgeschlossen hat, mit seinen investigativen Forschungen international für Aufsehen.

Äußerst brisant sind indes die neuesten Entwicklungen:

Wie auf der Konferenz der Intelligence History Association angekündigt, scheint sich Hammerschmidt offenbar zurückgezogen zu haben: Interviewanfragen verneint er, schottet sich ab und konzentriert sich auf die Planungen seines Erstlingswerkes.
In seiner geplanten Dissertation fokussiert Hammerschmidt erneut die Beziehungen zwischen Barbie, dem CIC, der CIA und dem BND.

Kann es da verwundern, dass der Forscher selbst ins Fadenkreuz der internationalen Geheimdienste gerät?

Nach dem internationalen Interesse an seinen Forschungen, konnte sich Hammerschmidt jüngst auch im Rahmen der Konferenz der IIHA vor internationalen Experten der Geheimdienstforschung bewähren.
Nun laufen die Planungen für Forschungsreisen in die USA und Bolivien, folgen Anträge für eine weitere Akteneinsicht beim Bundesnachrichtendienst, sind weitere schmutzige Details zu erwarten, die über die Kooperation zwischen NS-Eliten und internationalen Geheimdiensten Aufschluss geben.

Daneben setzt sich Hammerschmidt gewohnt kritisch für die Aufarbeitung der braunen Vergangenheit bundesdeutscher Behörden ein, im besonderen Fokus: Der BND.

Experten sind sich bereits jetzt sicher: Hammerschmidt wird längst vom Bundesnachrichtendienst observiert.
Bereits 2006 war der Dienst im Zuge der „Journalisten-Affäre“ diesbezüglich in die Kritik geraten.
Hammerschmidts Forschungen, so scheint absehbar, dürften Ergebnisse liefern, die weit diskreditierender auf die Praxis der Schlapphüte in den 1960er Jahre wirkt, als die journalistische Berichterstattung, die im „Schäfer-Bericht“ diskutiert wurden.

Es mag daher auch nicht verwundern, dass Hammerschmidts Homepage (http://peterhammerschmidt.jimdo.com/) nach der Veröffentlichung eines äußerst analytischen, kritischen Beitrags über die jüngsten Entwicklungen beim BND kurzfristig vom Server genommen wurde? – Nun ist die Internetpräsenz wieder online: Ohne den Text.

Ob Hammerschmidt überhaupt eine entsprechende Einreiseerlaubnis erhält, um seine Recherchen in den USA fortzusetzen, bleibt abzuwarten: Am 17. August 2010 wurde Gaby Weber, eine BND-kritische Publizistin, die mit Hammerschmidt offenbar seit vielen Monaten im Austausch steht, von Beamten der US-amerikanischen Zoll- und Grenzschutzbehörde CBP auf dem Flughafen Washington-Dulles-International an der Einreise in die USA gehindert und verhört. Sie hatte eine ESTA-Anreisegenehmigung dabei. Es wurde ihr nicht gestattet, einen Anwalt oder das deutsche Konsulat zu benachrichtigen. Weber wollte im Bundesarchiv von Washington den Verbleib von deutschen Kriegsverbrechern nach dem Zweiten Weltkrieg recherchieren. Als Begründung wurde das Fehlen von Einreisedokumenten angegeben. Weber hält dies für einen Vorwand.
Ein Vorgang, der auch Hammerschmidt blühen dürfte…

Blor
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Hotel Terminus- Clip zur Dokumentation von Max Ophüls

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